Wichtige Kredite und Budget genehmigt
28.11.2025 BeinwilBevor es zu den beiden Rücktritten kam, ging die Einwohnergemeindeversammlung nach Drehbuch über die Bühne.
RAHEL HEGGLIN
Da das Stimmenmehr von 176 Stimmen nicht gegeben war, unterliegen sämtliche Beschlüsse dem 30-tägigen ...
Bevor es zu den beiden Rücktritten kam, ging die Einwohnergemeindeversammlung nach Drehbuch über die Bühne.
RAHEL HEGGLIN
Da das Stimmenmehr von 176 Stimmen nicht gegeben war, unterliegen sämtliche Beschlüsse dem 30-tägigen Referendum. Das eigentlich erste Traktandum, die Genehmigung des Protokolls der vergangenen Versammlung, konnte Zemp überspringen, weil es bereits an der ausserordentlichen Versammlung Ende Oktober genehmigt worden war. Somit gab Gemeindeammann Stefan Zemp das Wort an seinen Ratskollegen Jürg Barmettler für die Vorstellung des ersten und wohl grössten Traktandums des Abends.
Grossprojekt Sanierung Ortsdurchfahrt K350
Dabei ging es um den Verpflichtungskredit für die Sanierung der Ortsdurchfahrt K 350, wobei die Stimmberechtigten über den Gemeindeanteil von 2.43 Millionen Franken inklusive Mehrwertsteuer berieten. Das Projekt war im Detail im September an der Informationsveranstaltung erklärt worden. Dennoch erläuterte Barmettler nochmals einige Parameter. «Die Sanierung ist notwendig, weil der Zustand des Strassenbelags in diesem Bereich als schlecht eingestuft wird und den heutigen Anforderungen für den Langsamverkehr und dem Behindertengleichstellungsgesetz nicht genügen», so Barmettler. Das Projekt sieht die Vervollständigung und Neuanlage von Gehwegen, die Optimierung der Querungsstellen für den Fussgänger verkehr und zur Verbesserung des Lärmschutzes einen lärmoptimierten Deckbelag vor. Im Zuge dieser Sanierung wird auch eine Sanierung des Wissenbachs angestrebt, um ihn besser gegen Hochwasser zu schützen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 8,3 Millionen Franken, wobei sich der Gemeindeanteil nach der Kostenverteilung auf den beantragten Kredit beläuft. Dieser wurde einstimmig genehmigt. Läuft alles planmässig, ist Baustart im Jahr 2028.
Ersatzbeschaffung für die Feuerwehr
Ein weiterer wichtiger Kredit wurde für die Beschaffung von zwei Ersatzfahrzeugen für die Feuerwehr gesprochen. Das bisherige, seit 1997 im Einsatz stehende Kombifahrzeug diente gleichzeitig als Pionier- und Schlauchverlegefahrzeug. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten der Gemeinde mit mehr als acht Aussenhöfen, dem Höhenunterschied und den Gewichtsbeschränkungen ist die Ersatzbeschaffung eines Kombifahrzeugs nicht mehr gegeben. «Deshalb müssen ein Pionierfahrzeug und ein Schlauchverlegefahrzeug angeschafft werden», so Gemeinderat René Küng. Im Detail stellte Patrick Betschart, Feuerwehrkommandant und Mitglied der Beschaffungskommission, die beiden Fahrzeuge vor. Der gesamte Verpflichtungskredit beträgt 370’000 Franken und wurde einstimmig genehmigt. Die neuen Fahrzeuge sollen im Jahr 2027 in Betrieb genommen werden.
Projektierungskredit für die Einfachturnhalle+
Ein weiteres wichtiges Traktandum betraf die Zukunft des über 50-jährigen Mehrzweckgebäudes. Auch dazu fand bereits eine Orientierungsveranstaltung statt. Dennoch fasste Gemeinderat Barmettler das Projekt nochmals zusammen. «Das Mehrzweckgebäude weist einen hohen Sanierungsbedarf auf, da es nicht mehr den heutigen Anforderungen bezüglich Haustechnik, Normen für Turnhallen und hindernisfreier Zugänglichkeit entspricht.» Basierend auf einer Machbarkeitsstudie und Bedarfsanalysen wurde festgestellt, dass die Mehrheit der Nutzer keine Doppelturnhalle, sondern vor allem multifunktionale Räume und Lagerkapazitäten wünscht. Der Gemeinderat sieht die Variante der Sanierung aufgrund der hohen Kompromisse und der Wirtschaftlichkeit als nicht sinnvoll an. «Die Variante einer Doppelturnhalle übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. Daher favorisiert der Gemeinderat den Ersatzneubau Einfachturnhalle+», so Barmettler. Mit dem Plus soll zusätzlicher Turnraum in der Einfachturnhalle entstehen. Der Souverän war gleicher Meinung wie der Gemeinderat und stimmte dem Projektierungskredit von 750’000 Franken für den Ersatzneubau der «Einfachturnhalle+» zu. Als nächstes soll ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt werden, um eine Auswahl an verschiedenen Lösungsvarianten zu erhalten.
Anpassung des Stellenplans
Des Weiteren wurde die Anpassung des Stellenplans der Gemeindeverwaltung von 280 Prozent auf 350 Prozent genehmigt. «Die Erhöhung ist notwendig, weil die Bevölkerungszahl in den letzten zwanzig Jahren um etwa 35 Prozent auf fast 1’330 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen ist», so Gemeindeammann Zemp. Dies hat dazu geführt, dass die Arbeitslast in Bereichen wie der Betreuung von Asylsuchenden, Sozialhilfe, Baugesuchen und der Unterstützung des Gemeinderates stark gestiegen ist. «Neueinstellungen wird es nicht geben. Die zusätzlichen Pensen werden auf die vorhandenen Angestellten verteilt», so Zemp. Für die Abstimmung mussten die betroffenen Angestellten und ihre Familienangehörigen den Saal verlassen.
Budget 2026
Schliesslich genehmigte die Gemeindeversammlung das Budget 2026 mit dem unveränderten Steuerfuss von 98 Prozent. Trotz prognostizierter Mehreinnahmen aus Steuererträgen, Zinserträgen sowie des höheren Finanzausgleichs kann die Ertragsseite die steigenden Ausgaben nicht kompensieren. Dies führte zu einem Aufwandüberschuss von Fr. 197’040 Franken. Hauptgründe sind die stark steigenden Beiträge an die Pflegefinanzierung sowie Kosten für Bildung als Folge steigender Schülerzahlen. Die budgetierten Investitionsausgaben betragen 1’028’500 Franken und umfassen unter anderem die Ersatzbeschaffungen der Feuerwehrfahrzeuge, den Projektierungskredit für die Einfachturnhalle+ sowie der Verpflichtungskredit für die K350-Sanierung.
Zum Schluss verabschiedete Zemp die Gemeinderätin und Vizeammann Franziska Stenico-Goldschmid. Er würdigte sie unter anderem mit den Worten: «Du hast deine Ressorts mit viel Herzblut und klaren Meinungen im Gemeinderat vertreten. Du warst deiner Haltung immer treu. Ganz herzlichen Dank, liebe Fränzi.» Sichtlich berührt nahm Stenico die Laudatio und das Präsent unter grossem Applaus entgegen. Auch sie bedankte sich beim Gemeinderat und den Anwesenden und wünschte alles Gute und eine schöne Adventszeit.
Bevor Zemp die Versammlung schliessen wollte, verwies er noch auf den bevorstehenden Weihnachtsmarkt und wünschte den Anwesenden eine besinnliche Adventszeit.
Doch wie wir auf der Titelseite berichten war damit das Ende noch nicht einberufen. Denn nun kam Gemeinderat Guido Wigger zu Wort und verkündete seine Gedanken zu den vergangenen Wochen wie auch seinen und Jürg Barmettlers Rücktritt.


