Lichterumzüge
06.11.2026 Kinder, Beinwil, DietwilRäbeliechtli-Zauber 2026: Tradition in der Herbstnacht Das gemeinsame Schnitzen im Kindergarten in Mühlau findet alljährlich statt. Dieses Zusammenkommen und gemeinsame Erschaffen verbindet – und jedes Jahr aufs Neue freuen wir uns auf diesen besonderen ...
Räbeliechtli-Zauber 2026: Tradition in der Herbstnacht Das gemeinsame Schnitzen im Kindergarten in Mühlau findet alljährlich statt. Dieses Zusammenkommen und gemeinsame Erschaffen verbindet – und jedes Jahr aufs Neue freuen wir uns auf diesen besonderen Anlass.
Im Mittelalter wurde das Wurzelgemüse als Grundnahrungsmittel genutzt, so wie heute bei uns die Kartoffel. Die Räbe konnte als Letztes geerntet werden. Je mehr Räben die Bauern ernten konnten, desto sicherer war ihre Lebensmittelversorgung im Winter. Heutzutage hat die Räbe bei uns ihre frühere Rolle als Grundnahrungsmittel verloren. Stattdessen werden daraus dekorative Lichter hergestellt. Beim gemeinsamen Räbeliechtli-Schnitzen mit Eltern, Gottis, Göttis oder Grosseltern im Kindergarten entstehen grossartige Werke: Wundervolle Sujets wurden vorsichtig mit feinem Schnitzwerkzeug in die dunkelviolette Schale eingeritzt, vor allem Sonne, Mond und Sterne. Für einige war es das erste Mal. Sie schauten zunächst zögerlich zu und studierten die genaue Anleitung, bevor sie selbst mutig ans Werk gingen. Schnell entstanden Gespräche, man half und unterstützte sich gegenseitig. Es wurde fleissig ausgehöhlt, geschnitzt, gelacht und gemütlich miteinander geschwatzt. Am Ende waren gewiss alle stolz auf ihre Ergebnisse. Vielen Dank an all die kreativen, helfenden Hände.
Für den Umzug am Abend des 2. November 2026 wurde die Strassenbeleuchtung ausgeschaltet. Die Feuerwehr sorgte für Sicherheit auf den Strassen. Die kunstvoll geschnitzten Räben bestückten wir mit echten Kerzen. Anschliessend trugen die Kinder ihre Räbeliechtli ganz vorsichtig durch die dunklen Strassen. Das Licht flackerte im Wind und schimmerte durch die dünn geschnitzten Stellen. Für alle Fälle hätten wir elektrische Kerzen dabeigehabt, doch der schwache Wind liess es zu, dass die Wachskerzen bis zum Schluss benutzt werden konnten.
Die beiden Kindergartenklassen sangen die Lieder, die sie bereits Wochen im Voraus geübt hatten. Viele Familien und Besucher säumten den Weg. Zwei Mädchen aus der Mittelstufe halfen tatkräftig und flink mit, erloschene Kerzen wieder anzuzünden. Beim Schulhaus konnten die Kinder allen Zuschauern noch einmal die gelernten Lieder zum Besten geben. Begleitet wurden sie von Herrn Betschart auf dem Schwyzerörgeli und seinem Sohn auf dem Cajon. Was für eine Freude! Der Applaus des Publikums erfreute die Kinderherzen. Zur Belohnung wurde Punsch ausgeschenkt, jedes Kind durfte einen Hotdog abholen, und das Kuchenbuffet wurde eröffnet. Auch hier gilt ein besonderer Dank allen tatkräftig mithelfenden Händen der Elterngruppe.
Ein Anlass, der Generationen verbindet
Am Schluss gingen die Kinder mit ihren Familien wieder nach Hause, ganz so, wie sie es bereits im Lied gesungen hatten: «Und brännt dänn s’Liechtli aabe und hani müedi Bei, denn lauf ich mit mim Liechtli ganz liislig wieder hei.»
Das Herzstück dieses gelungenen Abends war das gemeinsame Erleben. Zusammen haben wir etwas erschaffen, das Kinderaugen zum Glänzen gebracht und viele wärmende Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen hat. Das Räbeliechtli-Schnitzen ist also nicht nur ein handwerkliches Projekt, sondern ein Ritual, das Generationen verbindet – Kinder, Eltern, Grosseltern und Menschen aus dem Dorf. Aus einem einfachen Wurzelgemüse entsteht durch Kreativität und Gemeinschaft etwas Glänzendes und Bedeutungsvolles.
Die Räbeliechtli leuchten zu Hause möglicherweise auf dem Fenstersims weiter, bis die Räben verschrumpelt sind und kompostiert werden können. Und so freuen wir uns bereits wieder auf einen gelungenen Abend mit vielen hellen Lichtern und Besuchern im kommenden Jahr.
Kindergartenteam Mühlau
Wenn Kürbisse lachen lernen
Mit viel Fantasie und Geschick entstanden aus den orangefarbenen Kürbissen die unterschiedlichsten Gesichter und Kunstwerke. Dabei wurde diskutiert, ausprobiert und einander geholfen. Das gemeinsame Arbeiten förderte nicht nur die Kreativität, sondern auch das Miteinander und den wertvollen Austausch zwischen Kindern und Eltern. Besonders schön war zu sehen, wie stolz die rund 20 Kinder ihre fertigen Kürbisse präsentierten. Die Freude darüber, etwas Eigenes geschaffen zu haben, war deutlich spürbar. Begleitet wurde der Nachmittag von vielen fröhlichen Gesprächen und herzhaftem Lachen. Natürlich durften auch Kaffee und Kuchen nicht fehlen. Danke Bettina.
Der Kürbisschnitz-Nachmittag vom letzten Mittwoch war für alle Beteiligten ein gelungenes Erlebnis und wird in bester Erinnerung bleiben.
Schön, dass ihr dabei wart!
Familie Amhof und Familie Vollenweider, Oberrüti
Der Räbeliechtli-Umzug verzauberte Beinwil Beinwil Am Dienstagabend begeisterten die rund 125 Schüler der Beinwiler Primarschule das Dorf mit ihren selbst gebastelten Räben und Laternen. Der Zauber und das Leuchten der stolzen Kinderaugen schmückten das Dorf an diesem Abend.
MANUELA ROTH
Schon eine halbe Stunde vor dem Start des Umzugs besammelten sich die ersten aufgeregten Kinder vor dem Schulhaus Beinwil. Nachdem jeder seine Klasse im Halbdunkeln gefunden hatte, wurden die Kinder ein letztes Mal durchgezählt, und der Umzug startete um Punkt 18 Uhr. Die Lichter und die Strassenbeleuchtung wurden gelöscht. Die Dunkelheit liess die Lichter in den Händen der Kinder gleich noch mehr erstrahlen.
Die Route, die in den geraden Jahren gewählt wird, führte vom Schulhaus über die Hauptstrasse zum Gemeindehaus, weiter über die Steinmatt zum Brand-Quartier und schliesslich zurück zum Schulhaus. Während des Umzugs sangen die Kinder nicht, sondern es lief ruhige Hintergrundmusik. Diese Ruhe übertrug sich auf die Kinder, die still und leise ihre Lichter trugen, und auch auf die Zuschauer am Strassenrand.
Drei Stopps
Beim Gemeindehaus, im Brand-Quartier und beim Schulhaus wurden jeweils die drei eingeübten Lieder gesungen. An allen Standorten warteten viele Besucher und lauschten den schönen Klängen des Kindergesangs. Die einen sangen lauter, die anderen etwas leiser. Ein paar Besucher folgten dem Aufruf der Schule und standen mit eigenen Laternen am Strassenrand. Was auffiel, waren die zum Teil stimmungsvoll beleuchteten Gärten, Vorplätze und Briefkästen entlang der Umzugsroute! Die Nacht in Beinwil wurde am Dienstag definitiv stimmungsvoll erhellt.
Traditionelle Verpflegung
Rund eine Stunde nach dem Start war der Räbelichtliumzug 2026 bereits wieder Geschichte. Schulleiter Hans Engl bedankte sich bei den Mitwirkenden und allen, die im Hintergrund mitgeholfen haben. Er lobte auch die Kinder für die schön gebastelten und geschnitzten Räben und Laternen.
Nachdem alle Kinder ihre Eltern wiedergefunden hatten, wurden sie mit der traditionellen Verpflegung versorgt: nach dem Umzug gab es für alle Teilnehmer ein Wienerli mit Brot und einen Tee. Dies wird seit vielen Jahren gesponsert. Auch dafür bedankte sich Engl in seiner Rede.
Beinwil – grosser Zusammenhalt
Zur Organisation des Räbeliechtliumzugs berichtete Schulleiter Hans Engl viel Positives. Er rühmte die Lehrpersonen, die sich für diesen, aber auch für weitere Anlässe engagieren. Sie hatten bereits vor dem Anlass eine Pressemitteilung sowie Elterninformationen verschickt und sich an Sitzungen vorbereitet und abgestimmt. Es wurde eine Gut- und eine Schlechtwettervariante geplant. In Beinwil gibt es zwei Routen. Um alle Quartiere zu berücksichtigen, ändert sich die Route jedes Jahr. In den ungeraden Jahren werden andere Quartiere berücksichtigt als in den geraden.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Verkehrsdienst funktionierte einwandfrei. Zum Dank überreichte Engl dem Chef des Verkehrdienstes, René Küng, eine Flasche Wein und erzählte strahlend: «Die Zusammenarbeit funktioniert immer hervorragend!» Die Sicherheit der Kinder ist schliesslich etwas vom Wichtigsten an diesem Abend.
Ganz speziell ist in Beinwil, dass die ganze Schule am Umzug mitmacht. Vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse starten jeweils alle Schülerinnen und Schüler zusammen. Die Sechstklässler helfen den Kindergärtnern beim Basteln der Laternen und Räbeliechtli in der Schule und begleiten diese dann auch am Abend am Umzug. Der Zusammenhalt untereinander war spürbar. So sind am Anlass nicht nur Eltern, kleinere Geschwister, Grosseltern, Gottis und Göttis im Publikum, sondern auch ehemalige Schülerinnen. Und wie Engl stolz erzählt: «Diese Teenager ziehen den Räbeliechtliumzug dem Bildschirm vor. Das zeigt, wie wichtig solche Traditionen im Dorf sind!» Nachdem alle Eltern und Kinder sich auf den Heimweg gemacht hatten, genossen die Lehrer im engeren Kreis noch ein Raclette am Feuer und liessen den Abend gemütlich ausklingen.
Mit Räbeliechtli die dunklen Gassen beleuchten Dietwil Am Dienstagabend beleuchtete sanfter Kerzenschein in den geschnitzten Räben die dunklen Strassen. Geschnitzt wurde am Vormittag im Klassenverbund.
IRIS CAGLIONI
Was im 19. Jahrhundert mit einer Tradition zum Ausleuchten der dunklen Gassen im November begann, ist heute in vielen Dörfern eine liebgewonnene Tradition und ein kleines Fest. Mamis, Papis, Grosseltern und Geschwister standen auch heuer am Strassenrand und bewunderten die vielen kunstvoll geschnitzten «Räbeliechtli».
Fotografierende Eltern, herumrennende Kinder und geduldige Lehrpersonen versammelten sich auf dem Pausenplatz. Die rund 130 Kinder stellten sich im Klassenverbund auf, die Kindergartenklassen machten den Anfang. Die Strassenbeleuchtung auf der Umzugsroute wurde wie jedes Jahr ausgeschaltet. «Damit die Stimmung auch hier feierlich ist, haben unsere Hauswarte auch die Lampen beim Schulhaus weitestgehend abgedunkelt. Sobald der Bus durchgefahren ist, können wir starten», teilte der Schulleiter Jonas Reding mit.
Langsam kam ein Kribbeln bei den Kindern auf, sie hielten ihre Lichter in den Händen und zeigten stolz ihre Schnitzarbeiten. Um 18.15 Uhr startete der besinnliche Zug auf der gewohnten Route durchs Dorf.
Aufwärmen mit Genuss
Der friedliche Umzug endete wiederum auf dem Schulhausplatz. Alle mitwirkenden Kinder und Lehrpersonen durften sich mit einem Hotdog stärken, dazu wurde heisser Punch an alle ausgeschenkt. So konnten sich Gross und Klein vor dem Heimweg wieder aufwärmen.
Schnitzen im Klassenzimmer
Bis die Räben warm leuchten, braucht es aber Geschicklichkeit, Geduld, Kraft in den Händen und das richtige Werkzeug. In den Schulklassen in Dietwil schnitzten die Kinder mit Unterstützung der Lehrpersonen ihre Räben, beziehungsweise ab der 5. Klasse ihre Kürbisse.
Der feine Duft der Räben, milder als Rettich, hing in der Luft. Im Klassenzimmer der 4. Klasse von Elias Litschi herrschte eine frohe Stimmung. «Es ist eine schöne Tradition, die Räben mit den Schülerinnen und Schülern zu schnitzen. Das habe ich bereits in meiner Schulzeit getan», meinte Litschi.
Die Schülerinnen und Schüler schnitzten und kreierten Sujets, sie schwatzten und lachten, und doch war eine gewisse Ruhe im Raum.
Von daheim haben die Kinder ihr Werkzeug mitgebracht. Schnitzmesser, Schneidebrett, Guezliformen und Aushöhler aller Art. Von der Schule zur Verfügung gestellt wurde die Räbe mit Schnitzanleitung, eine Stabkerze und zwei Schullektionen Zeit.












