Zwischen Bonsais und Koi-Karpfen
03.07.2026 OberrütiOberüti In ihrem Einfamilienhaus haben Irmgard und Hanspeter Staub ein kleines Stück Asien geschaffen. Während sie mit viel Geduld dutzende Bonsais formt und pflegt, lässt er im Koi-Teich japanische Zierkarpfen ihre Bahnen ziehen.
RAHEL HEGGLIN
Wer das ...
Oberüti In ihrem Einfamilienhaus haben Irmgard und Hanspeter Staub ein kleines Stück Asien geschaffen. Während sie mit viel Geduld dutzende Bonsais formt und pflegt, lässt er im Koi-Teich japanische Zierkarpfen ihre Bahnen ziehen.
RAHEL HEGGLIN
Wer das Grundstück von Irmgard und Hanspeter Staub betritt, fühlt sich für einen Moment weit weg vom Oberfreiamt. Zwischen kunstvoll geformten Bäumen, asiatischen Skulpturen und einem idyllischen Teich entsteht eine Atmosphäre, die an japanische Gärten erinnert. Es ist ein Ort der Ruhe, geschaffen mit viel Leidenschaft, Geduld und unzähligen Arbeitsstunden.
Jeder Baum ein Unikat
Die grosse Leidenschaft der Seniorin sind Bonsais. Über die Jahre hinweg hat sie eine beeindruckende Sammlung aufgebaut. Einige stehen in Schalen oder grossen Töpfen, andere wachsen als sogenannte Gartenbonsais direkt im Boden. Die Faszination für die kleinen Bäume entdeckte sie auf Reisen durch Asien. Was einst mit einem einzelnen Bonsai begann, entwickelte sich nach und nach zu einem Hobby, das heute einen grossen Teil ihrer Freizeit einnimmt. «Man muss wissen, wie man sie schneiden muss. Dafür habe ich Spezialwerkzeug», sagt sie. Denn aus nahezu jedem Baum kann ein Bonsai entstehen. Entscheidend sind Geduld, Fachwissen und der richtige Blick für die Form und die Struktur.
Eine Woche Arbeit für die grüne Oase
Die Pflege der Bonsais ist aufwendig. Geschnitten wird je nach Art ein- oder zweimal jährlich. Dazu kommt das tägliche Giessen, denn vor allem die Pflanzen in den Töpfen benötigen viel Wasser, gerade wenn es im Sommer sehr heiss ist. «Eine Stunde pro Tag bin ich allein mit Giessen beschäftigt», erzählt Staub. Für den gesamten Rückschnitt der Anlage investiert sie je nach Saison bis zu einer Woche Arbeit. Doch trotz dieses Aufwands bereiten ihr die Gartenarbeit und ihre Bonsais grosse Freude. Ein Bäumchen hat es ihr besonders angetan. Es ist eine Buche, welche normalerweise bis zu 30 Meter hoch wird. Ebenfalls eine spezielle Beziehung hat sie zum Bonsai, welchen sie von ihrem Mann zum 50. Geburtstag erhalten hat. Es ist gleichzeitig auch das teuerste Exemplar im Garten. «Wieviel er gekostet hat, verrate ich aber nicht. Denn es war ja ein Geschenk an meine Frau», so Hanspeter.
Koi-Karpfen ziehen ihre Kreise
Während Irmgard die Bonsais betreut, schlägt das Herz ihres Mannes Hanspeter für die Welt der Koi-Karpfen. Bereits vor 25 Jahren entstand der Teich, der heute das Zentrum des Gartens bildet. Aktuell leben 14 Kois im Teich.
Einige von ihnen begleiten ihren Besitzer bereits seit Jahrzehnten. «Für mich sind die Tiere weit mehr als nur Zierfische. Sie haben eine beruhigende Wirkung», sagt er. Den Teich hat er selbst geplant und gebaut. Eine Filteranlage sorgt dafür, dass das Wasser sauber bleibt. Kontinuierlich kontrolliert er die Wasserqualität und achtet auf die Gesundheit seiner Schützlinge. «Dafür kommt auch regelmässig ein Tierarzt vorbei und untersucht sie. So können Krankheiten früh erkannt werden.» Denn seine Kois sind nicht irgendwelche Fische, sondern richtig teure Exemplare. Ein einzelnes Tier kann schnell ein paar Tausend Franken kosten.
Ein Garten im Zeichen Japans
Das Zusammenspiel von Bonsais und Koi-Teich verleiht dem Garten einen besonderen Charakter. Asiatische Figuren, eine beleuchtete Pagode und sorgfältig platzierte Pflanzen: Nichts wirkt zufällig. Über viele Jahre entstand Schritt für Schritt eine kleine Oase, in der sich die Leidenschaften beider Eheleute vereinen. «Mein Mann hat den Teich und ich den Rest», sagt Irmgard Staub schmunzelnd. Genau diese Aufteilung macht den Garten so einzigartig. Hier treffen zwei Hobbys aufeinander, die denselben Ursprung haben: die Wertschätzung für Ruhe, Natur und die Schönheit kleiner Details.



