Zwanzig Jahre im Dienst für Dietwil
15.05.2026 DietwilAls Raphael Köpfli 2006 seine Stelle als Gemeindeschreiber antrat, ahnte er wohl kaum, wie stark sich die Gemeinde in den kommenden zwei Jahrzehnten verändern würde.
RAHEL HEGGLIN
Der Weg in die Verwaltung begann mit einer Lehre auf der ...
Als Raphael Köpfli 2006 seine Stelle als Gemeindeschreiber antrat, ahnte er wohl kaum, wie stark sich die Gemeinde in den kommenden zwei Jahrzehnten verändern würde.
RAHEL HEGGLIN
Der Weg in die Verwaltung begann mit einer Lehre auf der Gemeindeverwaltung Sins. Schon damals war für ihn klar, dass er im Umfeld der Gemeinde bleiben wollte. «Mein Vater war Gemeinderat in Dietwil. Wahrscheinlich hat mich das schon als Jugendlicher geprägt», erzählt er. Nach der Ausbildung und der Rekrutenschule arbeitete er zunächst bei der Gemeindeverwaltung Sins als Sachbearbeiter und anschliessend als Gemeindeschreiber-Stv., bevor ihn der Weg nach Dietwil führte. «Wir waren in Costa Rica in den Ferien, als mir von verschiedenen Personen die Stellenausschreibung zugesandt wurde», erinnert er sich. Dass er sich darauf bewarb, war naheliegend, schliesslich ist Köpfli in Dietwil aufgewachsen. «Das Bewerbungsgespräch war demzufolge sehr persönlich und kollegial. Ich kannte ja den damaligen Gemeindeammann schon gut.»
Heute, zwanzig Jahre später, gehört Köpfli selbst zu den prägenden Figuren der Gemeinde. Ob er dereinst auch als Gemeindeschreiber pensioniert wird, weiss er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. «Die zwanzig Jahre sind schnell vorbei gegangen. Jetzt müsste ich nur noch 18 bis zur Pensionierung. Ob ich bleibe, hängt von vielen Faktoren ab: vom Team, vom Gemeinderat und davon, wie sich die Zusammenarbeit weiterentwickelt.» Zum aktuellen Zeitpunkt gebe es aber keinen Anlass, um zu wechseln. «Wir haben ein sehr gutes Team. Ohne die Verwaltungsangestellten und das Aussenpersonal wären die 20 Jahre nicht möglich gewesen.»
Prägende Projekte für die Bevölkerung
Die Gemeinde Dietwil ist während seiner Amtszeit stark gewachsen. Als Köpfli seine Stelle antrat, lebten rund 1’000 Personen im Dorf, heute sind es rund 1’500. «Trotzdem hat die Gemeinde ihren familiären Charakter bewahrt», findet der 47-Jährige. Auch zahlreiche Bauprojekte wurden in den zwei Jahrzehnten realisiert. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm Vorhaben, die der Bevölkerung einen direkten Mehrwert brachten. «Dazu zählen etwa das neue Wasserreservoir, die Sanierung der Mehrzweckanlage und des Schwimmbads oder das Mehrfamilienhaus Ochsenmatt». Schön fand er auch immer die Momente, in denen die Projekte abgeschlossen waren und an die Bevölkerung übergeben werden konnten: «Wenn man an einem Einweihungsfest sieht, dass die Leute Freude an einem Projekt haben, dann ist das ein Highlight.»
Aussergewöhnliche Situation
Weniger ein Highlight, mehr eine ausserordentliche Situation, ergab sich im Jahr 2009. Damals traten sämtliche Mitglieder des Gemeinderats auf das Ende der Amtsperiode zurück. «Die Situation sorgte regional für Schlagzeilen. Die Gemeinderäte und der Ammann traten aber nicht wegen Streitigkeiten zurück, sondern einfach, weil die Legislaturperiode auslief und viele schon länger im Amt waren», stellt Köpfli klar. Die Nachfolgeplanung war damals schwierig, aber «wir hatten schlussendlich wieder ein funktionierendes Gremium gefunden, sodass Dietwil per 1. Januar 2010 nicht unterging.»
Digitalisierung verändert den Alltag
Stark verändert hat sich auch die tägliche Arbeit als Gemeindeschreiber. Während er früher Aktenordner vorbereitete und physisch zu den Sitzungen transportiert hatte, läuft heute praktisch alles digital. «Zu den Anfangszeiten fuhr ich mit einem Wagen voller Unterlagen ins Sitzungszimmer. Heute können die Gemeinderäte die Akten von überall online anschauen. Ob sie in den Ferien, zu Hause oder im Zug sind», erzählt Köpfli. Auch die Kommunikation sei deutlich schneller geworden, was vor allem durch den schriftlichen Verkehr via E-Mail spürbar sei.
Engagement in verschiedenen Vereinen
In der Freizeit ist Köpfli, der mit seiner Familie in Auw wohnt, ebenfalls stark in der Region engagiert. Seine grosse Leidenschaft gilt dem Fussball. Noch heute spielt er bei den Senioren 30+ des FC Sins/Dietwil mit und trainiert seit über zehn Jahren Juniorenmannschaften. So verbringt er gemeinsam mit seinen drei Söhnen und seiner Frau Fränzi einen grossen Teil seiner Freizeit auf dem Fussballplatz.
Auch in anderen regionalen Vereinen war oder ist er noch aktiv dabei. «Früher spielte ich im Theater des Jodlerklubs Heimelig Sins mit. Mit meinem Kollegen im Red Diamonds-Club unternehmen wir regelmässig tolle Reislis. Zudem begleite ich als Trychler die Chlausgesellschaft Reussegg.» Bevor die Samichlauszeit aber wieder kommt, erwartet Köpfli ein anderes Highlight: Am 19. Juni kämpft er mit seiner Seniorenmannschaft auf dem Sportplatz Letten um dem IFV-Cupsieg. Die Gegner kommen vom SK Root.




