Zusammenschluss von Kirchgemeinden
22.08.2025 KirchlichesIm kommenden Jahr finden Gesamterneuerungswahlen der Kirchgemeinden im Kanton Aargau statt.
Für viele Kirchgemeinden eine Herkulesaufgabe. Denn Personen zu finden, die sich für ein Amt in der Kirchenpflege zur Verfügung stellen, wird immer kleiner. ...
Im kommenden Jahr finden Gesamterneuerungswahlen der Kirchgemeinden im Kanton Aargau statt.
Für viele Kirchgemeinden eine Herkulesaufgabe. Denn Personen zu finden, die sich für ein Amt in der Kirchenpflege zur Verfügung stellen, wird immer kleiner. Zudem stehen wirtschaftliche Fragen im Raum – finanzielle Engpässe, Abläufe vereinfachen, das Verlangen nach einfacheren Strukturen.
Ein Pastoralraum – eine Kirchgemeinde?
Im Moment tönt das fremd. Alle Kirchgemeinden im Pastoralraum Oberes Freiamt unter einem Hut? In den einzelnen Kirchgemeinden keine Kirchenpflegen mehr? Eine Struktur, die sich über mehrere Dekaden bewährt hat, zu hinterfragen und umzukrempeln?
Genau diese Fragen hat sich der Zweckverband vom Pastoralraum Oberes Freiamt gestellt und versucht, die Vor- und Nachteile eines solchen Zusammenschlusses zu erörtern.
Die Seelsorge und die pastoralen Aufgaben (Gottesdienst, Diakonie usw.) werden bereits seit der Gründung des Pastoralraumes im Jahr 2018 zentral gestaltet. Ein möglicher Zusammenschluss der Kirchgemeinden würde die Zusammenarbeit zwischen Pastoralraumleitung und den Kirchgemeinden vereinfachen und wäre nach Jahren der bereits erfolgreichen pastoralen Zusammenarbeit folgerichtig, würde aber die Gestaltung der Dienste selbst nicht berühren.
Situation in unserem Pastoralraum
Die Kirchenlandschaft durchläuft grosse Veränderungen, die Ausgangslage in unserem Pastoralraum zeigt sich ähnlich wie in vielen anderen Pfarreien schweizweit. Es wird zusehends schwieriger, Personal für die einzelnen Kirchgemeinden zu gewinnen. An vielen Orten sind diese Gremien bereits unterbesetzt. Zudem sind im organisatorischen Bereich weitere Vereinfachungen möglich. Mit einem Zusammenschluss braucht es künftig nur noch eine Gesamtrechnung, die Anzahl Sitzungen können reduziert werden. Eine Professionalisierung ist ein weiteres Ziel. Gerade im Immobilien- oder Personalsektor sind die Anforderungen stetig gestiegen.
Kurz zusammengefasst: Doppelspurigkeiten entfallen, Verwaltung und Strukturen werden vereinfacht.
Unsicherheiten
Es gibt aber auch Fragezeichen. Eine grosse Sorge vieler Gemeindemitglieder ist der Verlust der Identität und der vertrauten Struktur der eigenen Gemeinde. Die Kirchenpflegen vor Ort verschwinden. Ein weiterer Punkt bedeutet die Grösse eines solchen Zusammenschlusses. Wie wird eine solche Kirchgemeinde geführt? Was passiert mit den Liegenschaften in den einzelnen Gemeinden?
Fazit und Ausblick
Die sechs Kirchgemeinden samt Zweckverband haben sich entschlossen, einen Zusammenschluss zu prüfen. Der Fahrplan ist noch nicht in Stein gemeisselt. Unter Druck ein solch grosses Projekt umzusetzen, ist kontraproduktiv. Eine zeitnahe, offene Kommunikation ist wichtig, genauso wie eine faire und konstruktive Diskussion. Vielleicht passt der Vergleich mit einem «Anklopfen um nachzufragen», ob ein Zusammenschluss eine mögliche künftige Alternative wäre.
Dazu findet am Montag, 13. Oktober in Sins (Kulturhaus Küngsmatt) um 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung statt, zu der wir Sie ganz herzlich einladen.
Am Ende aber ist Eines klar: Die Abstimmenden haben es in der Hand, über einen Zusammenschluss zu entscheiden.
Der Vorstand Zweckverband ist sich bewusst, dass eine solche Umsetzung eine grosse Herausforderung für alle darstellt. Letztlich muss das Ergebnis einer Zusammenarbeit darin bestehen, das Gemeindeleben zu bereichern, die Gemeinschaft zu stärken und die kirchliche Arbeit zum Wohle aller Mitglieder voranzubringen.
Vorstand Zweckverband Pastoralraum Oberes Freiamt