Zukunftsweisender Religionsunterricht: Gemeinsam lernen im Zeichen der Ökumene
17.04.2026 KirchlichesIm Pastoralraum Oberes Freiamt sowie in der reformierten Kirchgemeinde Muri/ Sins startet im kommenden Schuljahr das Projekt «Ökumenischer Religionsunterricht» an den Schulen in Abtwil, Auw, Dietwil, Mühlau, Oberrüti und Sins.
Immer mehr Schulen ...
Im Pastoralraum Oberes Freiamt sowie in der reformierten Kirchgemeinde Muri/ Sins startet im kommenden Schuljahr das Projekt «Ökumenischer Religionsunterricht» an den Schulen in Abtwil, Auw, Dietwil, Mühlau, Oberrüti und Sins.
Immer mehr Schulen setzen auf einen integrativen Ansatz im Religionsunterricht: den ökumenischen Religionsunterricht. Dieses Modell bringt Schülerinnen und Schüler verschiedener christlicher Konfessionen zusammen und fördert den respektvollen Austausch über Glauben, Werte und ethische Fragen – konfessionsübergreifend und offen. Getragen wird dieses Konzept von engagierten Religionslehrpersonen, die sich mit Überzeugung für die Idee der Ökumene einsetzen.
Der ökumenische Religionsunterricht stärkt das Verständnis zwischen den Konfessionen. Die Religionslehrpersonen begleiten die Kinder und Jugendlichen auf diesem Weg, indem sie sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen katholischen, reformierten und weiteren christlichen Prägungen thematisieren – respektvoll, sachlich und dialogorientiert. So wird erfahrbar, dass der christliche Glaube trotz unterschiedlicher Traditionen viele verbindende Elemente hat.
Für die Religionslehrpersonen ist dieses Engagement nicht nur pädagogischer Auftrag, sondern auch persönliches Anliegen. Sie verstehen es als ihre Aufgabe, jungen Menschen Orientierung zu geben und sie in ihrer religiö- sen Identität zu stärken – ohne Ausgrenzung, dafür mit Offenheit und Wertschätzung. Gerade der ökumenische Ansatz wird dabei als Chance erlebt, Inhalte lebendig, lebensnah und inklusiv zu vermitteln.
Gleichzeitig ermöglicht das Modell eine sinnvolle Nutzung vorhandener Ressourcen. Wo früher katholischer und reformierter Unterricht parallel stattfanden, können Kräfte gebündelt werden. Dies ist insbesondere für kleinere Schulen oder bei geringeren Schülerzahlen ein grosser Vorteil. Die Religionslehrpersonen planen gemeinsam, tauschen sich aus und profitieren voneinander – zum Nutzen der Schülerinnen und Schüler.
Darüber hinaus schafft der ökumenische Religionsunterricht einen Raum, in dem Glaubensfragen offen angesprochen werden können. Religionslehrpersonen fördern den Dialog, regen zur Auseinandersetzung mit ethischen, gesellschaftlichen und spirituellen Themen an und unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, eine reflektierte Haltung zu entwickeln. Kritisches Denken, persönliche Überzeugung und die Bereitschaft zum Austausch werden so gleichermassen gestärkt.
In einer vielfältigen und oft weltanschaulich pluralen Gesellschaft vermittelt der ökumenische Religionsunterricht zentrale Kompetenzen wie Toleranz, Dialogfähigkeit und Perspektivenwechsel. Religionslehrpersonen leisten dazu einen wichtigen Beitrag – mit fachlicher Kompetenz, pädagogischem Feingefühl und der Überzeugung, dass Glaube verbindet.
Katja Wildi, reformierte Kirchgemeinde Muri/Sins Martina Suter und Irene Frischknecht, Pastoralraum Oberes Freiamt
