Zu Besuch im südlichsten Aargauer Dorf
06.12.2024 DietwilAm Sonntag fand der traditionelle Samichlaus-Einzug statt. Dieser wird von vier engagierten Personen organisiert und von der Katholischen Kirche getragen. Daneben koordiniert die Vierergruppe auch die Samichlaus-Besuche bei den Familien.
RAHEL HEGGLIN
Der Weg vom ...
Am Sonntag fand der traditionelle Samichlaus-Einzug statt. Dieser wird von vier engagierten Personen organisiert und von der Katholischen Kirche getragen. Daneben koordiniert die Vierergruppe auch die Samichlaus-Besuche bei den Familien.
RAHEL HEGGLIN
Der Weg vom Wald bis zum Dorfeingang war mit Fackeln gesäumt. Viele Familien versammelten sich am Wegzweiger Buholzstrasse–Feldstrasse. Aber auch bis weit oben zum Wald standen Familien, dick eingepackt mit warmen Jacken, Stiefeln und Mützen. Einige Kinder nahmen für den Samichlaus-Empfang sogar eine Laterne mit.
Endlich ist er wieder da
Kurz nach fünf war es so weit: Aus den Tiefen des Waldes war das Geläute von Glocken zu hören. Das Zeichen, dass der Samichlaus sich aus seinem Häuschen und zusammen mit seinem Gefolge auf ins Dorf machte. Bald waren auch die Fackeln zu sehen, die sich dem Dorf näherten und die der Gruppe rund um den Samichlaus den Weg leuchteten.
Der Samichlaus zeigte sich sehr erfreut ob der grossen Schar, die ihn am Wegrand begrüsste. Einige Kinder getrauten sich, dem weissbärtigen Mann die Hand zu schütteln, andere überliessen dies lieber dem Papi oder Mami. Und während der Samichlaus seine Gäste begrüsste, verteilten die Diener hie und da ein Nüssli oder Schöggeli.
Ganz zahm und etwas schüchtern trotteten hinter dem Samichlaus auch zwei Eseli her. Sie wurden von zwei Schmutzlis geführt. Sobald der Samichlaus und sein Gefolge vorbei waren, reihten sich hinter der Gruppe die Familien ein. Gemeinsam ging es den Weg weiter hinunter bis zur Kirche im Dorf.
Kleine Stärkung für alle
Am Ziel angekommen, standen die Glockenträger dem Samichlaus und den vielen Familien am Kircheneingang Spalier. Laut läuteten sie und kündigten so an, dass ein weiterer grosser Auftritt für den Samichlaus bevorstand. In der gut gefüllten Kirche las er eine Weihnachtsgeschichte vor, bevor der Gottesdienst begann. Nach gut einer Stunde hiess es für den Samichlaus und sein Gefolge: Zurück in den Wald, damit er sich auf die vielen bevorstehenden Besuchsabende bei den Kindern vorbereiten konnte. Doch bevor er ging, gab er jedem Besuchenden noch einen frisch gebackenen Grittibänz mit auf den Heimweg.
Tradition dank Freiwillige
Damit es diese schöne Tradition gibt, engagieren sich viele Freiwillige. Angeführt werden sie von einer Vierergruppe aus ehemaligen Jubla-Mitgliedern. Diese vier koordinieren sämtliche Aufgaben, die rund um die Chlauszeit anfallen: «Wir machen die Ausschreibung, sammeln die Anmeldungen, koordinieren die Besuche mit den Familien und rekrutieren Freiwillige. Das sind Personen für die Schmutzlis, Diener und die Samichläuse. Sie stammen hauptsächlich aus lokalen Vereinen wie der Jubla. Finanziell unterstützt wird die gesamte Samichlauszeit von der Katholischen Kirche.
Stetige Zunahme der Anmeldungen
In den vergangenen Jahren ist die
Nachfrage nach Samichlaus-Besuchen stetig gestiegen. In diesem Jahr haben sich rund 25 Familien angemeldet, sodass die Organisatoren drei anstelle von zwei Abenden für die Samichlaus-Besuche anboten. Diese fanden an den Abenden vom 4., 5. und 6. Dezember statt. Damit alle Familien besucht werden konnten, waren zwei Gruppen pro Abend unterwegs. Diese bestanden aus je einem Samichlaus, Schmutzlis und Dienern.
Es braucht für alles Geld
Die Besuche sind grundsätzlich für die Familien kostenlos. Dennoch waren die Organisatoren froh, wenn sie eine kleine Spende bekamen. «Damit finanzieren wir beispielsweise die Schminke, die Kostümreinigung oder die Fackeln, die den Weg vom Wald ins Dorf zieren. Aber auch die Chlaus-Säckli für die Kinder oder das Helferessen werden damit bezahlt», sagte Michèle Sidler, die einzige Frau im Organisationskomitee. Wer einen Batzen geben wollte, konnte dies direkt beim Besuch des Samichlaus tun. «Die Diener führten ein kleines Kässeli mit, das gefüllt werden durfte», verriet Sidler.
Mit diesen Zustüpfen kann gesichert werden, dass es den beliebten Brauch auch in Zukunft geben wird. So dass noch viele Generationen Freude am Samichlaus haben können.


