Zeitreise: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
21.11.2025 Sins, KinderAm vergangenen Freitag fand zum 30. Mal die Schweizer Erzählnacht statt. Dieses Mal zum Thema «Zeitreise». Auch in Sins begab sich eine grosse Gruppe Primarschüler, begleitet von engagierten Organisatoren, auf diese Reise.
MANUELA ROTH
...Am vergangenen Freitag fand zum 30. Mal die Schweizer Erzählnacht statt. Dieses Mal zum Thema «Zeitreise». Auch in Sins begab sich eine grosse Gruppe Primarschüler, begleitet von engagierten Organisatoren, auf diese Reise.
MANUELA ROTH
Freitagabend, kurz vor sieben im neuen Kulturhaus Küngsmatt in Sins: die angemeldeten 138 Kinder strömen voller Energie und Vorfreude ins Innere. Das gut zehnköpfige OK erwartete sie bereits bestens vorbereitet.
Der Anlass fand erstmals im Kulturhaus Küngsmatt statt und gab den Organisatoren ganz neue Möglichkeiten. Edith Villiger vom Team der Bibliothek Sins erzählte freudig: «Die Zusammenarbeit mit der Schule und neu auch der Ludothek hat hervorragend funktioniert und viel Freude gemacht.»
Vergangenheit bis Zukunft
Die Mittelstufe startete mit einer gemeinsamen Begrüssung in der neuen Bibliothek. Iris Steiger erklärte danach eine Challenge zum Thema «Wie lange dauert eine Minute?». Die Kinder sollten versuchen, während einer Minute die Augen zu schliessen und still sitzen zu bleiben. Eindrücklich, wie schnell eine so grosse Kinderschar ruhig wurde und alle es angestrengt versucht – und die meisten auch geschafft – haben! Stolz auf diese Leistung und mit grosser Begeisterung waren sie bereit, in drei Gruppen eingeteilt, auf Zeitreise zu gehen …
Zurück in die Vergangenheit
In der «Vergangenheit» fanden sich diverse Gegenstände aus früheren Zeiten: so zum Beispiel der erste Schulthek der Lehrerin Doris Simon. Dieser wurde damals von ihrem Vater, einem Schuhmacher, liebevoll handgefertigt! Ebenfalls vor Ort war das Telefon mit Drehscheibe und Kabel, eine Schreibmaschine und weitere Gegenstände. Weiter gings zur …
… Gegenwart – leben im jetzt
«Was schafft man alles in einer Minute?» war hier die Frage. Die Kinder durften ausprobieren und die Minute mit Stoppuhren messen. Top-motiviert, es eine Minute lang zu meistern, wurde jongliert, Türme gebaut, Kreisel gedreht, gezeichnet, Seil gesprungen, balanciert und Wasser getrunken. Voller Stolz riefen die Kinder quer durch den Raum: «Ich habe es 25 Sekunden geschafft zu balancieren!» oder, wie der 9-jährige Jack stolz erklärte: «Ich habe zweimal 40 Sekunden lang Wasser getrunken!» Jedes Kind feierte seine individuellen Erfolge – die Motivation und Lebensfreude war denn auch im Lärmpegel herrlich spürbar.
Auf in die Zukunft
Etwas leiser ging’s dann in die «Zukunft». Hier durften die Kinder ihren eigenen galaktischen Planeten aus Legosteinen bauen. Die einen starteten voller Tatendrang und hatten bald ein beachtliches Bauwerk, während andere mehr Zeit in die Planung investierten.
Die Probleme mit der Zeit …
Während die Kleineren den oberen Stock der Küngsmatt einnahmen, waren die Mittelstufenschüler im Erdgeschoss fleissig. Sie erarbeiteten in verschiedenen Ateliers Fernseh-Shows. In vier Gruppen widmeten sie sich folgenden Themen: Uhren, langsam vs. schnell, die 24 Zeitzonen, Pünktlichkeit und Berufe, die in Form von Interviews wurden Antworten auf die Fragen «Wer arbeitet nachts?», «Wie viele Wochen Ferien gibt es für Erwachsene?» und viele weitere gesucht und anschliessend präsentiert. Der gebastelte Fernseher und das Mikrofon halfen dabei, die passend glamouröse Show-Atmosphäre zu zaubern. Wie schon beim Erarbeiten der Präsentationen wurde viel gelacht und applaudiert. Nachdem alle ihren Auftritt hatten, ging’s zurück in die Gruppen. Die Gruppenleiter hatten grosses Lob dafür bereit, was die Kinder in so kurzer Zeit erreichten und sich getrauten. OK-Mitglied Alois Suter brachte es auf den Punkt: «Seid stolz auf euch!»
Tanzend in die Zukunft
Obwohl die Kleinsten um diese Zeit wohl sonst meist ins Bett gehen, begaben sie sich am Freitag pünktlich um 20.45 Uhr zum gemeinsamen Abschluss in den Küngsmattsaal. Unter fachkundiger Anleitung wurden alle Kinder zu einem Line-Dance motiviert – erneut ging’s von der Gegenwart in die Zukunft: der in den Tanz integrierte Roboter-Move sah nicht nur futuristisch aus, sondern machte auch allen viel Spass!
Jolanda Stadelmann, Mitarbeiterin der Bibliothek Sins, bedankte sich beim OK für die kreativen Ideen, bei der Gemeinde Sins für die neuen Räumlichkeiten und den Kindern fürs Mitmachen.
Nach einem grossen Applaus leerte sich der Saal innert weniger Minuten, und die vielen zufriedenen, glücklichen, noch immer energiegeladenen, aber doch mit etwas müderen Augen versehenen Kinder gingen nach Hause – und der ein oder andere träumte sicher von der Vergangenheit, der Gegenwart oder doch der Zukunft?



