Wo sind die stimmberechtigten Katholiken?
12.12.2025 SinsLediglich 45 von über 1’900 katholischen Stimmberechtigten nahmen an der Kirchenpflegeversammlung teil. Sämtliche Traktanden wurden einstimmig angenommen. Der Steuerfuss bleibt bei 20 Prozent.
IRIS CAGLIONI
Die wenigen bereitgestellten Stühle ...
Lediglich 45 von über 1’900 katholischen Stimmberechtigten nahmen an der Kirchenpflegeversammlung teil. Sämtliche Traktanden wurden einstimmig angenommen. Der Steuerfuss bleibt bei 20 Prozent.
IRIS CAGLIONI
Die wenigen bereitgestellten Stühle im Küngsmattsaal zeigten, dass die Kirchenpfleger nicht sehr viele Personen erwarteten. So begrüsste Andreas Bühlmann die Anwesenden und meinte: «Mit Ihrer Teilnahme an der Kirchenpflegeversammlung zeigen Sie Interesse am pastoralen Geschehen. Heute ist diese Versammlung meine letzte Amtshandlung als Präsident. Danach übernimmt Josef Villiger bis zu den Wahlen im kommenden Herbst.»
Bühlmann gab einen kurzen Abriss über die Ereignisse, die im vergangenen Jahr stattgefunden haben. Dabei sprach er seinen Dank an alle Verantwortlichen aus, die sich für die Belange der Kirche und des Pastoralraums einsetzen. «Sie leisten überdurchschnittlich viel.» Er tönte an, dass die neuen Herausforderungen der sechs Kirchgemeinden des Pastoralraums im Verlauf der Versammlung und auch im kommenden Jahr thematisiert würden.
Später wurde Bühlmann charmant von Ramona Arnold verabschiedet und für seine Verdienste verdankt. Zu seinem vorzeitigen Amtsaustritt meinte er: «Mein Demissionswunsch auf Ende der laufenden Amtsperiode war bekannt. Einige Aufgaben, die vorher die Kirchenpfleger betreuten, laufen heute über den Pastoralraum, was Kapazitäten eröffnete. Meine Aufgaben können gut von den verbleibenden Kollegen übernommen werden. Darum akzeptierte ich den Vorschlag, auf Ende dieses Jahres das Zepter an Josef Villiger zu übergeben.»
Finanzobjekt Kulturhaus
Die Jahresrechnung 2024 stellte Beatrice Huber vor. «Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Plus von rund 132’000 Franken. Das ist ein um 121’800 Franken besserer Abschluss als budgetiert.» Huber zeigte die Detailaufwendungen und auch die Erträge auf. Erfreulich sind die Steuererträge von rund 1,05 Millionen Franken und die Erträge aus den Mieteinnahmen der diversen Liegenschaften, inklusive der neuen Mehreinnahmen aus dem Kulturhaus. Diese Mehreinnahmen durch die Vermietung der Räume im Kulturhaus spiegeln sich auch im Budget 2026.
Die Jahresrechnung und das Budget 2026 mit einem Steuerfuss von 20 Prozent wurden einstimmig genehmigt.
Dienstbarkeitsvertrag Kulturhaus Küngsmatt
Josef Villiger informierte über den durch die beiden Parteien bereits unterzeichneten Dienstbarkeitsvertrag betreffend Kulturhaus Küngsmatt. «Die Vertragsparteien haben einen Dienstbarkeitsvertrag ausgearbeitet, welcher die Kosten, die Einnahmen, die Nutzungsentschädigungen und die Benützungsrechte der Räume und der Umgebung festhält. Die Laufzeit dauert bis am 31. Dezember 2059. Weiter wurde im Dienstbarkeitsvertrag das Vorkaufsrecht der Einwohnergemeinde eingeräumt.
Des Weiteren informierte Villiger über die abgeschlossenen Arbeiten beim Pfarrhaus und die laufenden Arbeiten im Pfrundhaus - die öffentlichen Toiletten werden wegen Lieferverzögerungen voraussichtlich Ende Januar in Betrieb genommen.
Informationen aus der Pastorale
Geschäftsführerin Martina Suter informierte über die Aktivitäten des vergangenen Jahrs und über die Neuerungen ab kommendem Januar. Dabei griff sie nochmals auf, was bereits an den Info-Veranstaltungen im Herbst dazu erklärt worden war. «Eine weitere Veränderung kommt im Religionsunterricht. Im neuen Schuljahr starten wir zusammen mit der Reformierten Kirchgemeinde Muri-Sins und dem Pastoralraum Muri mit dem ökumenischen Religionsunterricht an allen Schulstufen.»
Prüfung Zusammenschluss der Kirchgemeinden im Pastoralraum
Vonseiten des Pastoralraums besteht eine positive Haltung zu diesem Zusammenschluss. In der Arbeitsgruppe für dieses noch am Anfang stehende Projekt ist der Kirchengutsverwalter und Gemeindeschreiber Marcel Villiger Vertreter der Sinser Kirchenpflege. In allen beteiligten Pfarreien wurde an den Kirchenpflegeversammlungen eine Standortbestimmung abgegeben. Villiger informierte: «In einem Austausch mit der Kirchenpflege und der Gemeinde Sins wurde diese Haltung nochmals hinterfragt. Es ging dabei um die Grundsatzfragen des Mehrwerts oder des Vorteils eines Zusammenschlusses für die Kirchgemeinde Sins.» Sins gab das Dossier an die Arbeitsgruppe zurück mit der Bitte, im speziellen die Güterabwägungen nochmals vertieft anzuschauen. «Die Kirchgemeinde Sins hat die Handbremse angezogen und das Projekt momentan sistiert. Es soll nochmals genau geprüft werden, wie und ob man bei diesem Zusammenschluss mitmachen will.» Gemeindeammann Josef Huwiler nahm auch Stellung: «Wir haben hier in Sins eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde, das sieht man an diesem Haus und auch an den vorhin vorgelegten Zahlen. Wir von Seiten der Gemeinde sehen keinen Grund für eine Zusammenlegung der Immobilien.» Bühlmann ist nicht erstaunt über diese Haltung: «Die Reaktion der Sinser wundert mich nicht. Der Pastoralraum war doch sehr forsch und schnell unterwegs.»


