Wo sind die Mühlauer Kandidaten?
29.08.2025 MühlauAm 18. August ist die Anmeldefrist für die Kandidatinnen und Kandidaten für die nächste Legislaturperiode abgelaufen. Sämtliche Oberfreiämter Gemeinden haben genügend Personen gefunden, ihre offenen Posten im Gemeinderat zu besetzen – ausser ...
Am 18. August ist die Anmeldefrist für die Kandidatinnen und Kandidaten für die nächste Legislaturperiode abgelaufen. Sämtliche Oberfreiämter Gemeinden haben genügend Personen gefunden, ihre offenen Posten im Gemeinderat zu besetzen – ausser Mühlau.
RAHEL HEGGLIN
Anders als in anderen Gemeinden, hat Mühlau auf den Einsatz einer Wahlkommission verzichtet. Dies aus dem Grund, weil Erfahrungen gezeigt haben, dass eine erfolgreiche Suche innerhalb der gegebenen Frist auch nicht garantiert war. «Das letzte Mal, als wir eine Wahlkommission eingesetzt haben, war bei den Erneuerungswahlen vor acht Jahren. Die Bilanz dazu war jedoch durchzogen. Deshalb hat der Gemeinderat bisher versucht, ohne Wahlkommission auszukommen», erklärt Gemeindeammann Oliver Stöckli.
Stattdessen seien die Räte selbst aktiv geworden. «Der Gemeinderat hat die letzten Wochen und Monate intensiv immer wieder verschiedene – aus unserer Sicht geeignete Kandidaten – angesprochen und das Thema diskutiert.» Doch er wurde jeweils mit den Sätzen: «Ich kann das nicht so gut wie ihr», «Ich habe nicht soviel Zeit wie ihr» oder mit Verweisen auf die berufliche oder persönliche Situation abgewiesen.
Keine Ortsparteien
Ein anderes mögliches Problem sind die fehlenden Ortsparteien, welche jeweils gerne Kandidaten aufstellen. Solche gibt es aber in Mühlau nicht. Doch aufgegeben wird im Mühlauer Gemeinderat nicht. «Wir sind überzeugt, einen Kandidaten zu finden. Falls es nicht auf Legislaturbeginn gelingt, so bleiben wir dran und werden bei Bedarf neue Wahltermine für die Ergänzung definieren», so der Gemeindeammann zuversichtlich. Was er auf keinen Fall will, ist, dass jemand ins Amt gewählt wird, der da nicht hin will.
Spannendes Mitwirken
Wer sich nun doch noch vorstellen könnte, sich als Kandidat oder Kandidatin für den Gemeinderat von Mühlau zur Verfügung zu stellen, kann die nötigen Unterlagen auf der Gemeindeverwaltung abholen. Eine spannende Aufgabe sei es allemal, findet der Gemeindeammann: «Wir haben verschiedene Projekte in Arbeit. Die für die Bevölkerung sichtbarsten sind die grundsätzlichen Bauarbeiten inklusive Strassen- und Wasseranschlüsse sowie die jetzt gestarteten Projekte Schulhauserweiterung, Mehrzweckhallensanierung und später der Turnhallenneubau.» Darüber hinaus wurde dem Souverän an der Herbstversammlung die Gesamtvision bezüglich Schulraum für die nächsten 10 bis 15 Jahre präsentiert. «Auch hier wird die Arbeit nicht enden. Das bestehende Gemeinderatsteam ist offen für neue Teilnehmer, welche gerne Verantwortung übernehmen wollen», so Stöckli.
Guter Zustupf
Auch finanziell kann sich das Amt lohnen. Mühlau kennt ein zweistufiges Entschädigungssystem. Es gibt eine Pauschale von 6’500 Franken pro Jahr (Stand 2025), darin abgegolten sind die zweiwöchentlichen Gemeinderatssitzungen sowie die Versammlungen. Alle weiteren Tätigkeiten, Delegationen, Ressortarbeiten oder Sitzungen werden nach Aufwand im Stundenlohn zu aktuell 45 Franken bezahlt. Der Gemeinderat plant jedoch, eine Teuerungsanpassung auf die neue Legislatur ins Budget 2026 aufzunehmen. «Der Erfahrungswert ist, dass für das Amt des Gemeinderats mit einem Pensum von zirka zehn Prozent, verteilt auf das ganze Jahr, zu rechnen ist. Termine finden meistens am Abend statt.»
Ressorts noch nicht fix
Noch nicht in die Karten blicken lässt sich Stöckli bezüglich Ressortverteilung: «Eine solche, wie auch eine eventuelle Umorganisation lassen wir offen und wird erst diskutiert, wenn das fünfte Mitglied gewählt ist.» Was er aber bereits verraten hat, ist, dass einzelne bisherige Gemeinderatsmitglieder ihre Lieblingsressorts behalten möchten. «Definiert und fixiert ist aber noch nichts», bekräftigt er. Und dass der Gemeinderat aktuell beim Souverän ankommt, freut ihn und dürfte auch ein neues Mitglied optimistisch auf die neue Position einstimmen: «Wir spüren momentan eine sehr gute Verankerung im Dorf und dürfen immer wieder Danksagungen und Gratulationen entgegennehmen. Dies wollen wir, wenn möglich, so beibehalten und ein Gemeinderat für die Bevölkerung bleiben.»
Die Gesamterneuerungswahlen für sämtliche Behörden- und Kommissionsmitglieder finden am 28. September statt.