Winterliche Stimmung beim Samichlaus im Wald
28.11.2025 SinsAm Samstag begrüsste der Samichlaus seine Gäste im Wald oberhalb von Sins. Ob Klein oder Gross, alle waren willkommen in seiner warmen Hütte.
KATHRIN BURRI
Der Besuch beim Samichlaus begann mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Wald oberhalb von ...
Am Samstag begrüsste der Samichlaus seine Gäste im Wald oberhalb von Sins. Ob Klein oder Gross, alle waren willkommen in seiner warmen Hütte.
KATHRIN BURRI
Der Besuch beim Samichlaus begann mit einem Spaziergang zum nahegelegenen Wald oberhalb von Sins. Auf dem Weg spürte man die Vorfreude der Kinder, welche teils aufgeregt schienen und sich sichtlich an den leuchtenden und rauchenden Feuerschalen erfreuten. Das eine oder andere Kind legte ein Scheit Holz nach, wenn die Flammen nicht mehr ganz so hoch loderten. Einige eilten von Feuer zu Feuer den Eltern voraus, andere kleinere Kinder durften warm eingepackt im Kinderwagen unterwegs sein. Eine Familie aus Auw hat den Weg von zu Hause aus zu Fuss zurückgelegt, die Kinder im Anhänger stossend.
Die Dämmerung setzte ein, während die Wiesen noch hell erschienen dank der feinen Schneeschicht, die seit zwei Tagen in der Gegend lag. Das winterliche und kalte Wetter war ideal für diesen Abendspaziergang.
Leuchtende Feuerstellen und viele Besucher
Zirka 15 Minuten später erahnte man im Wald die leuchtenden Feuerstellen und erkannte dann nach und nach die vielen Besucher. Die meisten suchten zuerst das Chlausenhaus auf. Dort brauchte es kurz etwas Geduld, bis sich die Türe wieder für die nächste Gruppe öffnete. Alle sollten Platz finden auf den Bänken in der Hütte. Drinnen war es heimelig beleuchtet, und im Cheminée brannte ein Feuer, das den Raum angenehm wärmte. Die einen Kinder waren etwas zurückhaltend, gar ängstlich dem Samichlaus gegenüber. Die anderen standen vor ihn hin und erwiderten den Händedruck des alten Mannes mit einem Leuchten in den Augen. Die Stimmung friedlich und erwartungsvoll. Mucksmäuschenstill war es, als der Samichlaus seine weihnächtliche Geschichte erzählte. Ein Junge sass, die Füsse baumelnd, vor dem Feuer und lauschte den Worten mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Im Anschluss erhielten die Kinder ein paar Nüsse und traten dann mit ihren Begleitpersonen in die eisige Kälte.
Ein warmer Punsch, Tee oder Sirup luden dazu ein, noch etwas zu verweilen. Familien begegneten sich, Nachbarn oder Bekannte wurden gegrüsst. Um die verschiedenen Feuerstellen sammelten sich Trauben von Menschen, um sich aufzuwärmen oder sich eine Wurst am Feuer zu bräteln. Am Arbeitsplatz der Schmutzlis konnte man ihnen beim Binden der Ruten zuschauen oder gar selbst tatkräftig mithelfen. Die zwei Esel des Samichlaus erfreuten nicht nur die Zwillinge Dario und Andrin sowie Kilian aus Dietwil. Ihnen gefiel es beim Samichlaus im Wald sehr.
Klausgesellschaft Sins
Der Besuch beim Chlaus, organisiert durch die Klausgesellschaft Sins unter der Leitung von Samuel Bühlmann, wird traditionsgemäss seit über 20 Jahren regelmässig durchgeführt. Im Corona-Jahr musste der Anlass einmalig pausiert werden. Er findet immer am selben Ort im Wald statt. Geschätzt wird die Besucherzahl auf rund 200 bis 300. Genaue Zahlen gibt es aber gemäss Bühlmann nicht, da es ein unregelmässiges Kommen und Gehen ist. Das Wetter beeinflusse den Besucherandrang merklich, denn bei Regen und Kälte ziehe es die Familien nicht in den Wald. Trockenes und trotzdem winterliches Wetter, wie es letzte Woche der Fall war, trugen dazu bei, dass sich die Kinder mit ihrer Begleitung warm angezogen in Scharen zum Samichlaus begaben.
Die Klausgesellschaft feiert nächstes Jahr ihr 50-Jahre-Jubiläum. Sie besteht aus 49 aktiven bzw. teils aktiven Mitgliedern, welche sich die Freude am gemeinsamen Wirken rund um die Samichlauszeit teilen. Wie in jedem anderen Verein gestaltet es sich schwierig, Menschen für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen. Samuel Bühlmann, Präsident der Klausgesellschaft: «Wer Lust hat, uns bei dieser schönen Arbeit zu unterstützen und Kinderaugen zum Leuchten zu bringen, darf sich gerne bei der Klausgesellschaft melden. Wir freuen uns über jede helfende Hand, sei es als Chlaus, Diener, Schmutzli oder im Hintergrund bei der Organisation.»
Weiter ist der Verein im Advent vielseitig unterwegs, und zwar mit der Teilnahme am «Sins im Advent»- Wochenende, und sie besuchen die Kirchen in Sins und Abtwil sowie das Altersheim.
Das Highlight der Adventszeit sind jeweils die Hausbesuche bei den Kindern. Dieses Jahr am 5. und 6. Dezember. Auf die Frage, was sich im Laufe der Jahre in Bezug auf den Samichlaus in der Wahrnehmung der Kinder verändert hat, sagt Bühlmann: «Die Kinder haben heute weniger Angst vor den Schmutzlis – viele merken schnell, dass hinter dem dunklen Gewand eigentlich ein netter Mensch steckt.»
Der «Chlaus im Wald»-Anlass ist für alle offen, welche die voradventliche Stimmung im Wald geniessen wollen. Ob in Sins wohnhaft oder ausserhalb: Alle sind herzlich willkommen. Es hat genügend Parkplätze beim Schulhaus Letten oder im Bachtal.



