Wild und schön – ein Ort für alle Sinne
07.08.2026 AuwMit Demut hegt und pflegt Thesi Picenoni zusammen mit der ganzen Familie ihren Garten. Was gedeiht, sieht sie als Geschenke und Wunder der Natur. Ihr Garten dient ihr als Erholungsort und Energiespender.
IRIS CAGLIONI
Der erste Blickfang ist ein schmaler ...
Mit Demut hegt und pflegt Thesi Picenoni zusammen mit der ganzen Familie ihren Garten. Was gedeiht, sieht sie als Geschenke und Wunder der Natur. Ihr Garten dient ihr als Erholungsort und Energiespender.
IRIS CAGLIONI
Der erste Blickfang ist ein schmaler Grünstreifen, der vor dem Haus der Familie Picenoni das Grundstück vom Nachbarn trennt. Gleich daneben beginnt der wilde und zugleich schöne Garten voller Überraschungen. Thesi Picenoni, ihr Mann Carlo und ihre fünf Kinder haben den Garten nach und nach angelegt. «Jeder hat seinen kreativen Teil dazu beigetragen. Wir jäten auch nicht alles heraus, sondern lassen es erst einmal wachsen und beobachten, was uns die Natur geschenkt hat. Genauso, wie Neues in den Garten kommen darf, darf sich auch Bestehendes verabschieden. Das ist der Zyklus der Natur.»
Mit achtsamen Schritten führt die Familienfrau durch den Garten. Unter einem grossen Baum, der mit seinem Blätterdach viel Schatten spendet, liegt ein Schattengarten. Hier sind im Boden Wassersysteme eingebaut, in denen sich Frösche und Molche tummeln. Moos bedeckt den Boden. Im Unterholz entstand Raum für viele kleine Tiere, auch Igel finden hier ein ruhiges Plätzchen. «Wenn ich nachts mit der Stirnlampe hier durchgehe, dann kann ich sehen, wie viel Leben in diesem kleinen Gartenbereich existiert.»
Raritäten wachsen scheinbar mühelos
Der Weg führt weiter an Sträuchern und Stauden vorbei. Seltene Früchte, alte Sorten, die in den Supermärkten nicht oder nur in Ausnahmen zu kaufen sind, gedeihen und reifen scheinbar mühelos. Jostabeeren zum Beispiel, oder auch Maulbeeren und Felsenbirnen. Am Grundstücksrand wächst Giersch. «Daran fanden sich in diesem Jahr Raupen des Schwalbenschwanzes. Die Dolden des Giersch sind ein Nektarparadies für Insekten, die Blätter sind essbar, die schmecken ähnlich wie Petersilie», erklärt Picenoni. Das Klima im Garten lässt Kaki, Feigen, Quitten und Indianerbananen genauso gedeihen wie Erdbeeren oder Salat.
Ein Paradies für die Kinder
Der Garten bietet nicht nur Platz für Pflanzen und Tiere, er ist auch ein Paradies für die Kinder, ob zum Spielen, Experimentieren und sich Begegnen. Das Dach des Werkstatthäuschens wurde zum Baumhaus erweitert. Auf der einen Seite mit der Leiter hoch, auf der andere Seite über die lange Rutschbahn hinunter in den Schattengarten. Daneben steht ein grosses Trampolin, darunter ein Mini-Dschungel mit Dino-Figuren. In selbstgemachten Hochbeeten und allerlei verschiedenen Töpfen finden sich Setzlinge, Stecklinge und Nutzpflanzen, am Wegrand blühen nebst anderem japanische Krötenlilien.
Stilvolle Familienprojekte
Der Haustürvorplatz wurde von einem der Söhne als Schulabschlussarbeit erstellt. Er lässt erahnen, was sich hinter dem Haus finden lässt: ein Sitzplatz mit einer riesigen Feuerschale, Sitzgelegenheiten und einem Ambiente, das zum Geniessen einlädt. Über einige Treppenstufen geht es zum unteren Teil, der mit einem Pingpong-Tisch zum Spielen einlädt. Zwischen den beiden Aussenbereichen liegt ein kleiner Hügel. Er ist, genauso wie der restliche Garten, ein Paradies für Insekten und ein Blickfang für den aufmerksamen Betrachter.
Die beiden mit Pflastersteinen ausgelegten Plätze wurden von der ganzen Familie gestaltet. «Zwei meiner Söhne sind Landschaftsgärtner. Sie konnten ihr Know-how einbringen und jeder von uns half aktiv mit. Für mich ist es eine riesige Bereicherung, zusammen mit meinen Kindern im Garten zu sein, mich so zu erden und Energie aufzutanken.»





