Wenn Schulunterricht theatralisch wird
15.05.2026 SinsUnd wieder standen die Schülerinnen und Schüler des Freifachs «Theater» der Oberstufe Sins auf der Bühne. Sie lieferten eine klasse Leistung ab und ernteten grossen Applaus.
IRIS CAGLIONI
Unter der Leitung von Franziska Hauser hat die ...
Und wieder standen die Schülerinnen und Schüler des Freifachs «Theater» der Oberstufe Sins auf der Bühne. Sie lieferten eine klasse Leistung ab und ernteten grossen Applaus.
IRIS CAGLIONI
Unter der Leitung von Franziska Hauser hat die Theaterklasse innert acht Monaten ein Stück geschrieben, einstudiert und zur Aufführung gebracht. Die gezeigte Leistung zeugt von grosser Freude, Ausdauer und Mut, denn auf der Bühne zu stehen und zu schauspielern ist nicht so einfach wie es aussieht.
Die aufgestellten Stuhlreihen waren weitgehend besetzt, die Spannung gross, und dann pünktlich um 19 Uhr wurde das Licht gedämpft. Der dunkle, schwere Bühnenvorhang blieb aber noch zu. Ein Telefon klingelte, und so startete das Theaterstück.
Darum ging es
Eigentlich wollten sich die Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff «Happy Cruiser» ein paar Tage Ruhe und Erholung gönnen. So auch die Gewinnerin der Ausschreibung, welche die Reise für zwei Personen gewonnen hatte. Die gute Stimmung wurde jedoch durch etliche Zwischenfälle gestört.
Auf dem Deck des Kreuzfahrtschiffs wurde noch emsig gearbeitet. Der Kapitän Zaugg betonte bei seinem Morgenappell nochmals genau, dass er grossen Wert auf Qualität lege, denn es seien schliesslich spezielle Gäste an Bord. Die Reinigungsfrau musste nochmals den Besen zur Hand nehmen, der «Maître de Cuisine» wurde in die Kombüse geschickt, und der Mechaniker Marco musste doch noch die Uhr richten und im Maschinenraum nach dem Rechten sehen.
Auch die Presse war vor Ort
Die Gangway war offen, und die Passagiere durften an Bord kommen. Ladys mit eleganten Garderoben, Handtäschchen und teuer wirkenden Sonnenbrillen, ein inkognito reisender Herr im Ledermantel, eine tussige Influencerin, die nur auf ihr Handy schaute und ihre Insta-Story im Kopf hatte.
Und da war noch Benny, der Fotograf und Sophie, die Reporterin. «Ich hoffe, wir können hier interessante Personen interviewen, dann kommt unser Artikel auf die Titelseite des Anzeigers», sagte sie zu ihrem Fotografen.
Ein regionales Theaterstück
Immer wieder wurden Orte und Namen in das Theaterstück eingebaut, die zeigten, wo die Erschaffer verwurzelt sind. So hiess eine der Diebinnen Villiger, die Reporterin arbeitete für den Anzeiger Oberfreiamt und zwei Passagiere kamen aus Sins und Meienberg. Diese kleinen regionalen Bezüge lösten im Publikum immer wieder Lacher aus, genauso wie das freche Mundwerk des Mechanikers, gespielt von Maksym, und die Wichtigtuerei des Kochs, gespielt von Jason.
Musik gehört in Hausers Theaterstücke
Eine einfach gebaute Kulisse schmückte die Bühne. Links führte die Tür zur Küche, rechts zu den Kabinen und Toiletten, in der Mitte bauten die Kinder mit wenigen Handgriffen jeweils kurz um. Einmal war es ein Speisesaal, einmal das Hauptdeck. Die fliegenden Möwen hörte man quasi kreischen und die Rettungsringe an der Reling wurden zum Glück nie gebraucht. In einer der Szenen waren die Passagiere im Speisesaal versammelt und durften den Star des Abends begrüssen. Es war die Sängerin «Stella Star», gespielt von Céline. Sie durfte die Bühne im Scheinwerferlicht betreten, stellte sich auf und sang live zur eingespielten Begleitmusik das wunderbar getragene Lied von Duncan Laurence «Arcade».
Die Regisseurin ist zufrieden
Insgesamt gaben die 15 Schauspielenden vier Auftritte. «Am Freitagnachmittag war eine reine Schüleraufführung. Da spürte man die überschäumende Energie», erzählte Hauser im Anschluss. An den Abendaufführungen durfte sie zahlreiche Eltern und auch andere Zuschauer begrüssen. «Es hat mich berührt, dass ich Eltern sah, die an jede der Aufführungen kamen.»
Dank der tatkräftigen Hilfe ihres Vaters Thomas Hauser konnte auch das Bühnenbild realisiert werden. Er wurde, genau wie die Arbeit von Franziska Hauser, durch die Oberstufen-Schulleitung herzlich verdankt.




