Das Team rund um die Paintballfarm und Actionworld hat am Wochenende einen neuen Weltrekord im Blobbing aufgestellt. Der spektakuläre Rekordversuch vor über tausend Zuschauern wurde allerdings ein Wettlauf gegen die Zeit.
RAHEL HEGGLIN
Es war alles ...
Das Team rund um die Paintballfarm und Actionworld hat am Wochenende einen neuen Weltrekord im Blobbing aufgestellt. Der spektakuläre Rekordversuch vor über tausend Zuschauern wurde allerdings ein Wettlauf gegen die Zeit.
RAHEL HEGGLIN
Es war alles angerichtet am Sonntagnachmittag im Seebecken von Brunnen bei den windweeks: Ein 16 Meter hoher Turm, aus dem drei Springer gleichzeitig aus 14 Metern Höhe auf ein grosses, mit Luft gefülltes Kissen springen. Am vorderen Ende des Kissens, dem sogenannten Blob, liegend der Pilot, den es durch die Wucht der drei Springer in die Luft katapultiert. Das Ziel: Den aktuellen Weltrekord von 22 Metern zu übertreffen. Angesetzt war der erste Versuch auf 15 Uhr. Die Wetterprognosen kündigten zwar bereits eine Sturmfront an, doch ein Vorverschieben der Sprungzeit kam für die Organisatoren nicht infrage. «Es war alles auf diese Zeit geplant: Alle Helfer, die Beteiligten sowie die mehr als tausend Zuschauenden», erklärte der Organisator Adrian Baumann.
Ersatzmann musste einspringen
Bereits der erste Versuch sorgte für Begeisterung. Der 21-jährige Pilot Robin Steiner, der vom Blob weggeschleudert wurde, flog 23,10 Meter hoch. Damit war der Rekord bereits gebrochen, aber der Sprung war noch nicht der finale.
Zudem hatte der Versuch Folgen: Einer der drei Springer, welcher vom Turm sprang, schlug mit dem Kopf und Nacken heftig auf. Sofort wurde er von den Sanitätern untersucht, wobei klar wurde, dass ein weiterer Sprung ein unnötiges Risiko darstellen würde. «Gesundheit geht vor», war für Baumann und sein Team klar. Es wurde diskutiert, ob der Weltrekordversuch abgebrochen oder ein Ersatzspringer aufgeboten werden sollte. Gleichzeitig rückte das angekündigte Gewitter immer näher, erste Zuschauende verliessen bereits das Gelände.
Schliesslich wurde entschieden, dass ein Ersatzmann aufgeboten wird. «Dieser hatte jedoch Sprünge aus 14 Metern kaum trainiert. Deshalb wurden zwei Testsprünge, zunächst aus sechs, danach aus zehn Metern absolviert. Erst danach entschieden wir, ob wir den Weltrekord aus 14 Metern wagen sollten», so Baumann. Die Antwort fiel einstimmig mit Ja aus.
Weltrekord mit 28,20 Meter
Noch einmal wurden die verbliebenen Zuschauenden zusammengerufen, Schiedsrichter aufgeboten und alle Beteiligten versammelt. «Es war ein Wettlauf gegen die nähernde Sturmfront», erinnert sich Baummann. Doch der Absprung der drei Männer auf dem Turm gelang synchron, auch die Position des Piloten Steiner auf dem Blob war perfekt, sodass er in unglaubliche 28,2 Meter Höhe katapultiert wurde! Mehr als fünf Meter höher als der erste Versuch. Damit war der Weltrekord geschafft. «Die Leute sind durchgedreht», erzählt Baumann, der auch am Tag danach noch völlig überschwänglich vom Ereignis erzählte.
Fünf Minuten später kam der Sturm
Viel Zeit zum Feiern blieb aber nicht. Rund fünf Minuten nach dem Rekordsprung traf das Gewitter das Gelände mit voller Wucht. Zelte wurden vom Wind erfasst, der Blob an Land geweht, wo er verkeilte, alles wurde durcheinandergewirbelt. «Das ganze Gelände musste innerhalb von Minuten evakuiert werden. Wir haben Schutz in sicheren Räumen gesucht», so der Organisator. Als der Sturm vorübergezogen war, zeigte sich, dass gewisse Zelte und Materialien beschädigt waren. Dennoch überwog die Freude, den Weltrekord wieder in der Schweiz zu haben. «Wir haben diesen im Jahr 2011 geholt. Doch 2013 wurde er von den Deutschen übertroffen. Nun freuen wir uns, dass wir den Rekord nach 13 Jahren zurückerobern konnten», erklärt Baumann. Ob er und sein Team dieses Wagnis nochmals antreten werden, weiss er zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht. «Vor dem Weltrekordversuch habe ich immer gesagt, dass dies das letzte Mal sein wird. Aber nach der Euphorie von Sonntagnachmittag würde ich nicht mehr hundert Prozent ausschliessen, dass wir es nochmals wagen würden.»