Vierzehn Riegen und drei Riesenerfolge
02.04.2026 OberrütiAm Freitag und Samstag wimmelte es nur so von Turnenden und deren Familien auf dem Schulhausareal Oberrüti. Der Turnverein mit seinen rund 280 aktiven Mitgliedern führte eine fulminante Turn-Show auf.
IRIS CAGLIONI
Die letzte Veranstaltung dieser Art ...
Am Freitag und Samstag wimmelte es nur so von Turnenden und deren Familien auf dem Schulhausareal Oberrüti. Der Turnverein mit seinen rund 280 aktiven Mitgliedern führte eine fulminante Turn-Show auf.
IRIS CAGLIONI
Die letzte Veranstaltung dieser Art wurde vor elf Jahren abgehalten. «Eigentlich war der Rhythmus alle fünf Jahre, doch dann kam Corona und brachte alles durcheinander. Jetzt, nach elf Jahren ist es endlich wieder soweit», informierte Sarina Betschart, OK-Präsidentin der Turn-Show. Vor rund einem Jahr starteten die Organisatoren mit dem Sammeln von Ideen und der Erarbeitung des Konzepts. «Wenn das Museum aus dem Rahmen fällt» – keine leichte Themenvorgabe für die Riegen. Ende letzten Sommer bekamen die Riegenleitenden das Thema, so konnten sie mit Eckdaten und Ideenstützen ihre Darbietungen schöpferisch angehen. Und das taten sie mit genialen Ideen, effektvollen Kostümen und turnerischen Topleistungen von Klein bis Gross.
Von Nachtwächtern und Museumsgeistern
Das Oberrüter Turn-Show-Museum war gigantisch gross. Es verfügte über sieben Räume. Jeder davon beherbergte Artefakte zu der Geschichte eines der neuen sieben Weltwunder. Dazu kamen die Korridore, die Überwachungszentrale der Nachtwächter und der grosszügige Eingangsbereich, wo die Eintrittskontrolle stattfand. Mit dem Start in die Show erwachte das Leben in den Museumsräumen. Zwei schnauztragende Nachtwächter, ein Langjähriger und ein Anfänger moderierten auf lustige Art durch die Show. Textsicher und mit Witz führten sie die Zuschauer von Raum zu Raum.
Strahlende Gesichter und gewagte Sprünge
Die einzelnen, mitwirkenden Riegen zeigten sich in allen Altersklassen mutig und voller Energie. Von den kleinsten, die als Eingangskontrolle fungierten bis hin zur Gym-Kleinfeld-Riege, die den krönenden Abschluss der Darbietungen bildete. Im ersten Raum mit dem jordanischen «Petra» als Kulisse tanzte die Gymnastik Jugend über die Bühne, mit bunten Tüchern, farbigen Pluderhosen und ganz viel Spass. Im «Kolosseum» von Rom wurden Spiele in der Arena vorgeführt – auch ein kurzes Wagenrennen.
Der dritte Raum war schon etwas gruseliger. In der «Chichén Itzà», wirbelten furchteinflössende Gestalten am «Dia de los Muertos» über die Bühne. Ihre als Totenköpfe geschminkten Gesichter hatten eine effektvolle Wirkung, die Darbietung zeigte ein sehr gutes Zusammenspiel und viel Training. Äusserst effizient wirbelte die Putz-Crew durch die Zuschauer und über die Bühne. Die PowerFit-Frauen schwangen gekonnt ihre Besen und Lappen.
Raum vier bis sieben und mehr
Die Koffer rollenden Ziischtigs-Frauen-Touristen bewegten die Kunst des Museums. Und sobald das Licht aus war, zeigte sich die Aerobic-Truppe als Neon-Figuren. In glitzernden Turn-Dresses gekleidet, zeigten die Aktiven eine elegante Schulstufenbarren-Nummer im Raum Nummer vier. Raum fünf: Mit musikalisch-asiatischem Touch wirbelten die jungen Frauen der Gerätekombination symbolisch über die chinesische Mauer. Die Bühne wurde zum Parkett für den Tanz zum Song «Gangnam Style». Ein traumhafter Hingucker war der Paartanz von Gymnastik zu zweit. Ihre kraftvolle Eleganz mit ausdrucksstarker Mimik erfüllte den Raum. Die beiden Talente durften grossen Applaus entgegennehmen. Die Frauen der Gymnastik-Bühne tanzten zu heissen Samba-Rhythmen bei der «Christus Statue» von Rio de Janeiro, und nach ihnen schloss die Gymnastik-Kleinfeld-Riege das grandiose Programm ab mit ihrer Inszenierung zum letzten der neuen, sieben Weltwunder, dem «Machu Picchu».
Fazit des OK
OK-Präsidentin Sarina Betschart ist überwältigt von der guten Resonanz an den drei Tagen. «Wir mussten nach elf Jahren sehr vieles neu erarbeiten. Die Konzepte aus der Schublade waren nicht mehr aktuell.» Als Herausforderung sah Betschart, dass die Turngeräte nun alle in der neuen Doppelhalle sind. «Die neuen Schulstufenbarren sind so schwer, wir hätten die niemals auf die Bühne heben können. Zum Glück hatten wir vier alte Barren und der notwendig fünfte lieh uns Sins aus.» Innert 24 Stunden waren die Vorstellungen ausverkauft und ein Live-Stream wurde zum Vereinslokal eingerichtet.





