Viel Magie und noch mehr Konfetti in der Luft
07.03.2025 SinsAusgelassen, farbenfroh und fantasievoll – so präsentierte sich der Güdismontag. Das rekordverdächtige Fasnachtsspektakel begann am Nachmittag mit dem Kinderumzug und endete früh morgens in der Kaffistobe.
EVELYNE HEEB
...Ausgelassen, farbenfroh und fantasievoll – so präsentierte sich der Güdismontag. Das rekordverdächtige Fasnachtsspektakel begann am Nachmittag mit dem Kinderumzug und endete früh morgens in der Kaffistobe.
EVELYNE HEEB
«Alohomora!» Während Harry Potter und Hermine Granger mit schwenkendem Zauberstab durch die wartende Menge tanzten, kniete ein kleines Känguru am Boden und füllte seinen Beutel eifrig mit Konfetti. Schliesslich musste es mit Wurfmaterial ausgerüstet sein, wenn in Kürze die ersten Gruppen an ihm vorbeiziehen.
Es war eine Augenweide, was sich bereits eine halbe Stunde vor dem Startknall am Strassenrand abspielte. Das ganze Dorf schien auf den Beinen, alle auf der Suche nach den besten Plätzen. Jung und Alt tummelten sich entlang der Umzugsroute, schwatzten, lachten und genossen den strahlenden Sonnenschein. Kein Wölkchen trübte der Himmel. «Wir haben ja auch schönes Wetter bestellt», schmunzelte Ramona Arnold, Präsidentin des Vereins Kinderfasnacht Sins (KIFASI). Seit 54 Jahren zeigt sich der Verein verantwortlich für das magische Treiben am Güdismontag.
Superhelden, Saucenhelden und viele Tiere
Um Punkt zwei Uhr setzte sich die Umzugsschar in Bewegung. Für den ersten Farbtupfer sorgte das KIFASI-Komitee gleich selbst. Zum ersten Mal zeigten sie sich als Super Marios. «Alle zwei Jahre lassen wir uns etwas Neues einfallen», erklärte Arnold. Auf die Superhelden folgten die Saucenhelden. Als Ketchup- und Senftuben verkleidet, verlieh die Sek 1c dem Treiben ihre ganz eigene Würze. Auch die Primar 3a griff zur beliebten roten Sauce. «Mac Pommes» lautete ihr Motto, und sie sahen zum Anbeissen aus.
Dann bahnte sich ein riesiger Maulwurf den Weg durch die Menschenmenge. Die Wagenbaugruppe Duggelimuuser aus Cham begeisterte gleich mit drei Gefährten und nahm den Tunnelbau des Umfahrungsprojekts Cham – Hünenberg auf die Schippe. Tierisch ging es gleich weiter. Kleine Tiger und Bären watschelten durch die Strassen, und quirlige Bienen tanzten zu den packenden Rhythmen der Guggenmusigen.
Einen ganzen Alpabzug gab es dank der Schule Abtwil zu bestaunen. Kühe, Schafe und sogar Schweine wurden ins Tal getrieben. Mit über einhundert Mitwirkenden stellten sie die grösste Delegation.
Die Migros muss sparen
Während die Bez 1a in die Unterwasserwelt von Spongebob abtauchte, startete die Jugendgruppe Beinwil ihre Rakete ins All. Ebenfalls in fremdes Gefilde wagten sich die mutigen Dschungelentdecker der Primar 1b und die Passagiere der Wagenbaugruppe Gescheeri-Buebe Inwil, die mit ihrer Fluggesellschaft eine Fahrt ins Blaue versprachen. Dazwischen strahlen knallgelbe Smileys mit den verschmitzten Augen von kleinen Spielgruppen-Künstlern um die Wette.
Besonders viel Applaus ernteten einmal mehr die Reussegger Vill-Brothers, die als Migros-Wichtel ihren «Mipomat» anpriesen. «Die Migros muss sparen. Wir zweifeln, dass der Laden hier in Sins gebaut wird. Unsere Lösung? Ein Mipomat.»
Insgesamt 32 Nummern schritten über einen bunten Konfettiteppich und boten über eine Stunde lang grossartige Unterhaltung. «Das ist rekordverdächtig. Über eintausend Umzugsteilnehmende – ich glaube, das hatten wir noch nie. Einfach grossartig», so die Präsidentin.
Party auf dem Schulareal
Nach dem Umzug ging die Kinderfasnacht auf dem Schulareal Ammannsmatt weiter, wo der Seilziehclub und die Musikgesellschaft das Zepter übernahmen. Während der Seilziehclub mit einem Imbissstand sowie der traditionellen Kaffistobe für das leibliche Wohl der kleinen und grossen Narren sorgte, öffnete die Musikgesellschaft die Türen zur Turnhalle. Immer wieder gaben Guggenmusigen auf zwei Bühnen ihr Repertoire zum Besten und trugen massgeblich zur ausgelassenen Partystimmung bei.
Bei so viel Trubel ging die Sujet-Prämierung des Umzugs bei einigen glatt vergessen. Nicht so bei den siegreichen Abtwilern. Schulleiterin Eva Trost nahm den Hauptpreis stellvertretend für die ganze Schar freudig entgegen. Ebenfalls aufs Treppchen schafften es die Vill-Brothers und die Duggelimuuser.
Die Magie der fünften Jahreszeit
Nach Hause zog es so schnell niemanden. Nahtlos ging das Nachmittagsprogramm in den abendlichen Dorfball über. Bis früh in die Morgenstunden wurde gefeiert, erst gegen vier Uhr verabschiedeten sich die letzten Gäste aus der Kaffistobe. Roger Hegglin vom Seilziehclub zog ein durchwegs positives Fazit: «Wir sind äusserst zufrieden. Die Stimmung war super.» Auch Benjamin Bittel von der Musikgesellschaft sprach von einem erfolgreichen Tag. «Am Nachmittag genossen in der Halle vorwiegend Familien die einmalige Atmosphäre, am Abend viele junge Erwachsene.»
Weitere Umzugsfotos auf: www.anzeigeroberfreiamt.ch


























