Unsinnige Knallerei und Abfall überall
09.01.2026 RegionAusgebrannte Feuerwerksbatterien, Raketenverpackungen und Feuerwerkskörperabfälle. Der Schulhausplatz in der Ammannsmatt war in der Silvesternacht eine gigantische Abschussrampe, am Neujahrstag ein Platz voller Güsel.
IRIS CAGLIONI
So glitzernd und ...
Ausgebrannte Feuerwerksbatterien, Raketenverpackungen und Feuerwerkskörperabfälle. Der Schulhausplatz in der Ammannsmatt war in der Silvesternacht eine gigantische Abschussrampe, am Neujahrstag ein Platz voller Güsel.
IRIS CAGLIONI
So glitzernd und verführerisch die Feuerwerksbilder am dunklen Nachthimmel auch sein mögen, so schrecklich laut war die Knallerei, mancherorts die halbe Nacht lang. Kopfschütteln verursachte auch der Abfall, der auf egoistische und rücksichtslose Art einfach zurückgelassen wurde.
Es scheint, als ob es bereits zur Gewohnheit geworden ist, dass der Güsel der Pyrotechnik-Fans durch die öffentliche Hand zusammengenommen werden muss. «So traurig es ist, ist diese Tatsache schon fast normal», meinte Patrick Troxler, Gemeindeschreiber Oberrüti. Dies zeugt von einer achtlosen und egoistischen Gesellschaft. Der Abtwiler Werkdienstleiter Marcel Felber bestätigt seinerseits, dass der zurückgelassene Güsel einfach eine Respektlosigkeit sei. «Die Grillstelle im Abtwiler Mooswald sah am Neujahrsmorgen katastrophal aus. Güsel in und um die Feuerstelle: Dosen, Glasflaschen, Plastik und natürlich Pyro-Abfall – einfach unglaublich.» Diese kleine Feuerstelle mit gedeckter Sitzgelegenheit liegt im privaten Waldstück des Abtwilers. Er stellte dort bis vor wenigen Jahren auch Brennholz zur Verfügung. Davon sieht er jetzt aber ab. «Das Holz verschwindet auf wundersame Weise. Ich stellte es immer gratis zur Verfügung, doch damit ist jetzt Schluss. Ich ärgere mich über den Egoismus der Leute.»
Neben dem Güselhai drappiert
Paul Conrad vom Sinser Werkdienst meinte: «Dieses Jahr wurde vor allem auf der Ammannsmatt und beim Feuerwehrgebäude viel Feuerwerk abgeschossen und Güsel liegengelassen. Es war aber nicht mehr als andere Jahre.»
Auffällig hingegen sei die Lärmemission gewesen. «Es war dieses Jahr extrem. Von 19 Uhr bis um 1 Uhr nachts knallte es unablässig. Das war weit heftiger als andere Jahre.
Doch ich denke, es war nicht mehr Abfall als andere Jahre, nur waren es andere Plätze dieses Jahr.» Andere Jahre war der Schulhausplatz im Letten ein Böllermagnet.
Ruhiger und aufgeräumter ging es in Mühlau zu. Der dortige Mitarbeiter des Werkdienstes, Josef Hintermann, meinte, dass vor allem beim Volg und nahe der Kirche viel geböllert wurde. «Es wurde auch aufgeräumt. Wir hatten weniger Pyro-Abfall zum Einsammeln als in anderen Jahren.»
Wo sind die Strassenschilder geblieben?
Sachbeschädigungen durch Feuerwerkskörper sind in der Silvesternacht keine zu verzeichnen. Hingegen wüteten ein paar lustige Zeitgenossen zwischen Weihnachten und Neujahr im Gebiet «Freudenberg» und auf der Strecke zwischen Sins und Aettenschwil. Diverse Verkehrstafeln, darunter auch die Ortstafel «Aettenschwil», wurden abmontiert. Devid Abächerli vom Bauamt Sins teilte mit: «Am 29. Dezember entdeckte eine Polizeipatrouille, dass die Ortstafel fehlt. Das war der erste Hinweis. Anfang Woche kontrollierte der Werkdienst das gesamte Gemeindegebiet. Insgesamt sind fünf Tafeln entwendet worden. Der Sachschaden beläuft sich auf rund Fr. 1’000. Eine Anzeige wegen Vandalismus gegen unbekannt wird erfolgen.»
Hundefraktionen machten Antifeuerwerksstimmung
So manchem Handy-Status konnte man die dringende Bitte entnehmen, auf Feuerwerk zu verzichten. Das wurde teilweise auch von echten Feuerwerksliebhabern respektiert. Das Bewusstsein, dass viele Tiere unter der Knallerei leiden, dringt aber nur langsam in die Köpfe der Menschen. Werkdienstleiter Felber meinte dazu: «Wir haben Tiere im Stall, da bleiben wir zur Sicherheit immer hier an Silvester und auch am 1. August.»



