Treffsicherheit, Kameradschaft und Sport
28.08.2026 SinsAm 1. August 1926 um 16 Uhr wurde in der Wohnstube der Pächtersfamilie Lüthold vom Bachtalerhof der Flobertschützenverein Sins gegründet. Heute heisst der Verein «Sportschützen Sins». Er feierte am Samstag ausgiebig sein 100-jähriges ...
Am 1. August 1926 um 16 Uhr wurde in der Wohnstube der Pächtersfamilie Lüthold vom Bachtalerhof der Flobertschützenverein Sins gegründet. Heute heisst der Verein «Sportschützen Sins». Er feierte am Samstag ausgiebig sein 100-jähriges Bestehen.
IRIS CAGLIONI
100 Jahre Vereinsgeschichte bedeutet bei den Sportschützen: zentnerweise Messing und Blei und tausende Stunden an Vereinsarbeit, sei es für die Schiesswettbewerbe, Vereinsfestivitäten oder für den Unterhalt der Infrastruktur. Am letzten Samstag feierten die Sportschützen ihr grosses Jubiläum und blickten zurück auf die vergangenen 100 Jahre. Der Jubiläumsanlass begann mit einer «Tour de Sins». Im Kleinbus genossen die Vereinsmitglieder und ihre Gäste eine unterhaltsame Rundreise durch die grosse Gemeinde und ihre Aussendörfer. Ihr Reiseführer für diese zwei Stunden, Marcel Villiger, erzählte viel Wissenswertes über die Gemeinde, dazu verpackte er Hintergrundinformationen des Vereins und spickte seine Ausführungen mit Charme und Humor. Im Anschluss dinierte die fröhliche Gesellschaft im Restaurant Kreuz-Meienberg, genoss einen Abend voller spannender Gespräche und lauschte den Erzählungen von Peter Bittel. Er erzählte von den Vereinsanfängen, demonstrierte, wie früher die Treffer mit Kellen angezeigt wurde und benannte die Meilensteine, die der Verein in diesen 100 Jahren erreicht hat. Er meinte: «Wir sind zwar ein kleiner Verein, aber wir legen unser Herzblut hinein und geben alles, dass es die nächsten 100 Jahre weitergeht.»
Bewegtes erstes Vereinsjahrzehnt
Die zehn Gründungsmitglieder waren junge Männer im Alter zwischen 14 und 20 Jahren alt. Marie Huwyler-Villiger zur Bachtalmühle stellte dem Verein das Land für den Schiessplatz und den Scheibenstand gratis zur Verfügung. Es lag am nördlichen Waldrand an der Strasse gegen die Dorfmatte, also im Bachtal. Dort wurde anfänglich auf eine Distanz von 30 Metern, später auf 50 Meter geschossen, in ost-westlicher Richtung. Im Jahr 1934 fusionierten die beiden Flobertschützenvereine Sins und Oberrüti und nannten sich neu «Kleinkaliberschützen Sins-Oberrüti».
Mit dem Freiämter Kleinkaliberschiessen in Sins 1936 wurde ein Grossanlass durchgeführt, der mit einem Budget von 11’000 Franken geplant wurde. Die Festabrechnung zeigte einen Mehrertrag von Fr. 1’533.30.
Weltkrieg und Bündnisse
Der zweite Weltkrieg und die entsprechenden Restriktionen waren bis in den Verein spürbar. Zwischen 1939 und 1945 herrschten andere Regeln, die Beteiligung an Volksschiessen war bescheiden, da viele Schützen im Aktivdienst waren. Und doch fanden für den Verein wichtige Schritte statt.
Der Vertrag zwischen der Schützengesellschaft Sins und den Kleinkaliberschützen Sins-Oberrüti vom April 1945 wurde genehmigt und unterzeichnet. Ab diesem Zeitpunkt hatten die Kleinkaliberschützen das Benützungsrecht des Schützenhauses für Schiessübungen und Vereins- und Festanlässe. Auch hatten sie das Recht, eine permanente Kleinkaliberscheibenanlage einzubauen: Sechs Scheiben, 50 Meter Distanz. Nur ein Jahr später beschloss der eidg. Kleinkaliberschützenverband die Einführung der Sigg-Scheibe.
1966: Der Verein war 40 Jahre alt, eine Chronik wurde erstellt und das neue Vereinssignet wurde von René Villiger entworfen. Am Spiessbratenschiessen erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die 40-jährige Vereinsgeschichte.
Weitere Meilensteine
Mit dem Umbau des Schützenhauses 1985 realisierte sich ein Plan, der bereits 1979 gefasst worden war. Die beiden Sinser Schützengesellschaften spannten zusammen und leisteten insgesamt rund 6’000 Frondienststunden. 1993 stand nochmals eine Namensänderung an, der Verein nennt sich seither «Sportschützen Sins».
In den letzten 20 Jahren wurden verschiedene Neuerungen und Renovationen durchgeführt. So wurden im Winder 2007/08 Kugelfänge installiert und die in die Jahre gekommene elektronische Trefferanzeige sowie der Boden im Kleinkaliberstand ersetzt. Aus Sicherheitsgründen wurde im Jahr 2020 der Schutzdamm mit einer Holzwand um eineinhalb Meter erhöht. Weiter bietet der Verein im Rahmen des Ferienpasses seit 20 Jahren ein Schülerschiessen an, welches von Sinser und Auwer Schülern rege genutzt wird. Anlässe, offen für die Bevölkerung, sind das Volksschiessen und das Endschiessen im Herbst. Sie werden von den Schützen mit viel Engagement durchgeführt.
Kurze Dankensreden
Fabrice Ineichen, seit 2022 Präsident der Sportschützen Sins, bedankte sich bei allen anwesenden Aktiv- und Passivmitgliedern, den Sponsoren und Gästen und besonders bei der Gemeinde Sins, die dem Verein immer wohlwollend gesinnt sei. Gemeindeammann Jakob Sidler betonte: «Konzentration, Ruhe und Kameradschaft ist euer Leitmotto. Solche Vereine machen eine Gemeinde zu einem Ort, wo Gemeinschaft gelebt wird.» Kurz vor Mitternacht löste sich die kleine Gesellschaft auf, die Erinnerungen an einen gelungenen Jubiläumsanlass im Herzen mitnehmend.




