Gewöhnlich oder einzigartig – welche Beschreibung macht einen Ziegel zum Sammlungsobjekt?
pd/red | Diese Frage stellen sich ausnahmsweise keine Museumsfachleute, sondern Freiwillige aus der Region. Am 23. April präsentiert das Ziegelei-Museum Cham ...
Gewöhnlich oder einzigartig – welche Beschreibung macht einen Ziegel zum Sammlungsobjekt?
pd/red | Diese Frage stellen sich ausnahmsweise keine Museumsfachleute, sondern Freiwillige aus der Region. Am 23. April präsentiert das Ziegelei-Museum Cham nicht die finale Antwort darauf, sondern eine Ausstellung, die noch mitten in diesem wichtigen Entscheidungsprozess steckt.
Im Jahr 2020 übergab Helga Arnold dem Ziegelei-Museum in Cham die beeindruckende Feierabendziegelsammlung ihres Mannes Hermann W. Arnold. Der Bestand umfasst über 2’000 Ziegel und schlummert nun seit fast sechs Jahren unangetastet im Depot des Museums. Doch der Platz wird eng, denn Geschichte wartet nicht. Frei nach dem Motto der «Tabula Rasa» macht das Projekt «Tegula Rasa» nun Platz für Neues: Die Sammlung geht auf den Prüfstand!
Hauptakteure dieser Prüfung sind interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Sie entscheiden darüber, welche Ziegelobjekte dauerhaft in der Museumssammlung verbleiben und welche gehen müssen. Mit ihrem Blick von aussen sehen sie die Objekte aus einer anderen Perspektive und gestalten die Ausstellung nach ihren eigenen Vorstellungen aktiv mit. Ziegel, welche die Sammlung verlassen, werden an andere Museen vermittelt oder erhalten als Baumaterial in neuen Projekten eine zweite Bestimmung.
Stetige Veränderung
Die Sonderausstellung ist als lebendige Werkstatt konzipiert: Sie ist kein fertiges Endprodukt, sondern verändert sich stetig und wird immer wieder mit neuen Inhalten gefüllt. An interaktiven Stationen ist auch das Publikum eingeladen, am laufenden Prozess teilzunehmen.
Die Vernissage findet am 23. April um 19 Uhr im Ziegelei-Museum in Cham statt. Die beteiligten Freiwilligen geben Ihnen gemeinsam mit dem Projektleiter Simon Jeanloz Einblick in die Entstehung der Werkstatt und stellen ihre Stationen persönlich vor.