Es gleicht einer kleinen Sensation. Der Gemeinderat hat mit einem Entscheid den Neubau einer Mobilfunkantenne abgewiesen. Damit handelte er gegen die Erwartungen vieler. Das letzte Wörtchen ist aber noch nicht gesprochen.
RAHEL HEGGLIN
Das Baugesuch der ...
Es gleicht einer kleinen Sensation. Der Gemeinderat hat mit einem Entscheid den Neubau einer Mobilfunkantenne abgewiesen. Damit handelte er gegen die Erwartungen vieler. Das letzte Wörtchen ist aber noch nicht gesprochen.
RAHEL HEGGLIN
Das Baugesuch der Swisscom (Schweiz) AG wurde am 11. Oktober im Anzeiger Oberfreiamt publiziert. Die Grundlagen für die rund 25 Meter hohe Antennenanlage mit 5G-Mobilfunktechnik wurden in einem Evaluationsbericht vorgängig festgehalten. Das Bauvorhaben sollte an der Schulstrasse 2 realisiert werden.
Technisch wäre es bewilligungsfähig
Vor der öffentlichen Auflage wurde das Baugesuch vom Kanton vorgeprüft. Dabei wurde klar, dass das umstrittene Bauvorhaben von technischer Seite bewilligungsfähig ist. Während der Auflagefrist des Baugesuches vom 14. Oktober bis zum 12. November gingen mehrere Einsprachen ein, eine davon als Sammeleinsprache mit rund 390 Unterzeichnenden. Damals sagte die Leiterin Bau und Planung, Uschi Ulrich: «Nach der Einwendungsverhandlung muss der Gemeinderat die endgültige Entscheidung über das Baugesuch treffen. Dieses kann abgelehnt oder gutgeheissen werden, genauso wie die Einsprachen.» Was damals niemand erwartete, ist nun eingetroffen. Der Gemeinderat hat das Baugesuch abgelehnt!
Höhere Gewichtung auf Umgebung
Der Grund dafür ist, dass der Gemeinderat zur Beurteilung des kontroversen Gesuchs ein Fachgutachten eines neutralen Büros angefordert hatte. «Dieses Fachgutachten sollte zusätzliche Fakten zur Zonenkonformität, Umgebung oder Ortsbild genauer aufzeigen. Das Fachgutachten hat schliesslich ergeben, dass die geplante Mobilfunkanlage eine Beeinträchtigung des Orts- und Strassenbildes ergibt», erklärt Ulrich. Damit seien die gestalterischen Anforderungen nicht erfüllt und das Baugesuch aus Sicht des Gemeinderates nicht bewilligungsfähig.
Somit hat der Gemeinderat das Fachgutachten mit den Auswirkungen auf die Umgebung höher gewichtet als die reine Beurteilung zur technischen Realisierung. Mit der begründeten Abweisung des Baugesuch, hat der Gemeinderat auch den Einwendungen aus dem Baugesuch entsprochen.
Freude etwas gedrückt
Karl Bernet war Initiant der Sammeleinsprache und ist über den Entscheid des Gemeinderates erfreut. Dennoch ist seine Euphorie zurückhaltend. «Wenn alles wirklich abgelehnt ist, dann wird die Freude gross sein», so der Pensionär. Er weiss nämlich, dass erst ein Teilsieg erreicht ist. Will die Swisscom an der neuen Mobilfunkanlage in Sins festhalten, muss sie das Gesuch überarbeiten. «Es wurde empfohlen, für das Projekt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde allenfalls einen anderen Standort zu suchen», so Ulrich. Bernet und seine Mitunterzeichnenden wollen aber gar keine weitere 5G-Antenne im Dorf. «Am Vortragsabend vom 13. Februar belegten wir durch Messungen die bereits bestehende, gute Abdeckung von 5G in Sins.» Ob die Swisscom nun Einsprache gegen den Entscheid des Gemeinderates macht oder das Gesuch überarbeitet, wird sich sicher bald zeigen.