Seit August werden Bauarbeiten beim Alikerbach ausgeführt. Im Auftrag des Kantons Aargau, Departement Jagd und Fischerei wurde er auf einer Länge von rund 300 Metern revitalisiert. Grund sind Flusskrebse.
IRIS CAGLIONI
Der zirka 4,5 Kilometer lange ...
Seit August werden Bauarbeiten beim Alikerbach ausgeführt. Im Auftrag des Kantons Aargau, Departement Jagd und Fischerei wurde er auf einer Länge von rund 300 Metern revitalisiert. Grund sind Flusskrebse.
IRIS CAGLIONI
Der zirka 4,5 Kilometer lange Alikerbach entspringt im Bergwald bei Alikon, fliesst ostwärts durch Ober- und Unteralikon und weiter nach Meienberg. Er mündet in den Sinserbach, der wiederum in die Reuss fliesst.
Vor Jahren wurde die Bachsohle ausbetoniert, um den Verlauf des Gewässers zu kontrollieren. «Der ist auch hin und wieder über die Ufer getreten, darum wurde der Bach vor vielen Jahren mit dieser Betonsohle kanalisiert», informierte Reto Burkhard, der diese Parzellen bewirtschaftet.
Der Kanton Aargau revitalisiert solche Gewässer. Diese Aufwertung von Lebensraum dient nicht nur den Flusskrebsarten, die in der Schweiz vom Aussterben bedroht sind, sondern der ganzen Wasserpopulation und auch der Vogelwelt.
Geschützte Art entdeckt
Die einheimischen und im Kanton Aargau streng geschützten Flusskrebsarten sind der Steinkrebs, der Dohlenkrebs und der Edelkrebs. Am Alikerbach wurden Steinkrebse entdeckt.
Burkard informierte, dass die Bachsohle vom Beton befreit wurde. Der zum Vorschein gekommene sandige bis humusreicher Untergrund wurde mit Steinen gestützt. Die Arbeiten führte der Kanton Aargau aus. Der stellvertretende Projektleiter der Abteilung Jagd und Fischerei, Flavio Küttel, informierte: «Die Entdeckung der Steinkrebspopulation war das ausschlaggebende Kriterium, den Bach zu revitalisieren. Wir führen im ganzen Kanton solche Arbeiten durch.»
Mit der Aufwertung des Lebensraums für die Krebse profitiert das ganze Ökosystem rund um den Bach, also auch die Fische, die Insekten und die Vögel.
Lange Kunststoffröhre zum Schutz
Arbeiten an einem fliessenden Gewässer lösen oft Verschmutzungen flussabwärts aus. Dies, weil während der Arbeiten Sedimente und allenfalls auch Schadstoffe im Wasser mitfliessen.
«Das gibt Trübungen im Wasser. Wir vermeiden das, indem wir den Fluss in einer Kunststoffröhre umleiten, bis das Bachbett fertig gebaut ist.» Der Alikerbach fliesst jetzt in seinem aufgewerteten Bett, und die Kunststoffröhre wurde wieder entfernt. Sobald der Boden gesättigt ist, wird auch der Bach mehr Wasser führen und nicht nur ein feines Rinnsal sein.
Lebensräume entstehen durch Bepflanzung
Noch in diesem Jahr, spätestens im Frühling kommenden Jahres sollen dem aufgewerteten Bach entlang wieder Sträucher und Bäume gepflanzt werden. Vorgesehen ist das Pflanzen von Erlen, Weiden und dornigen Sträuchern. «Die Erlen werden punktuell im Bachgerinne gepflanzt. Sie bilden mit ihrem Wurzelwerk Lebensräume für Wasserinsekten und Flusskrebse. Weiden sind angedacht, denn sie wachsen schnell und sind schattenspendende Bäume. Und dornige Sträucher, auch solche mit Beeren, bieten Lebensraum für die Vogelwelt und stabilisieren die Böschung.»
Man könnte sagen: Der Bach hat auf den revitalisierten 300 Metern Länge eine «rundum Wohlfühlbehandlung» erhalten.