Am letzten Donnerstag wurde das gelbe Häuschen aufgebaut, der Kühlschrank angeschlossen und die ersten Lebensmittel hineingepackt. Es gibt bereits über 180 solcher öffentlicher Kühlschränke in der Schweiz.
IRIS CAGLIONI
Acht ...
Am letzten Donnerstag wurde das gelbe Häuschen aufgebaut, der Kühlschrank angeschlossen und die ersten Lebensmittel hineingepackt. Es gibt bereits über 180 solcher öffentlicher Kühlschränke in der Schweiz.
IRIS CAGLIONI
Acht regionale Freiwillige haben eine Massnahme gegen Lebensmittelverschwendung umgesetzt. Wo? In Sins beim reformierten Pfarramt am Einhornplatz. Die Kirchgemeinde willigte ein, dass der Verein «Madame Frigo» eines ihrer gelben Häuschen aufstellen darf, und stellt auch die Steckdose zur Verfügung.
Initiantin dieses Projekts ist die Sinserin Petra Hammer. Bereits vor rund einem Jahr startete sie zusammen mit einer Kollegin mit Foodsharing. «Wir fanden Geschäfte, die uns noch essbare Lebensmittel übergeben, welche sonst im Müll landen. Die Abholung und Weiterverteilung an Menschen mit Bedarf erfolgte bisher direkt durch uns. Schnell entstand die Idee des öffentlichen Kühlschranks in Sins», erklärt Hammer. Dieser öffentliche Kühlschrank ergänzt das initial gestartete Foodsharing-Angebot.
Die Kosten für das Häuschen, den Kühlschrank und die Installation werden im Kanton Aargau von der Caritas mit einer Pauschale von 500 Franken getragen. Melanie Marti ist Leiterin der Geschäftsstelle und der Kommunikation im Verein Madame Frigo. Sie freut sich darüber, dass auch im Kanton Aargau die Anzahl Standorte anwächst. «Der erste Standort war in Bern. Es ist schön, dass es immer mehr werden.»
Hygiene und Pflege
Im Grundsatz ist jeder, der den Kühlschrakt nutzt, aufgefordert, diesen sauber zu hinterlassen. Kontrolliert wird das regelmässig von einem achtköpfigen Team freiwilliger Helfer. Initiantin Hammer berichtete: «Alle zwei Tage wird jemand von uns den Kühlschrank pflegen und den Inhalt überprüfen. Der Verein hat Hygienevorschriften. Wir müssen darüber Protokoll führen.» Nachdem das gut erkennbare gelbe Häuschen aufgebaut und der Kühlschrank platziert war, wurden die anwesenden Frauen aus dem Helfer-Team von Anja Schenk, im Verein Madame Frigo die Verantwortliche für die Standorte, eingewiesen.
Was darf und was darf nicht in den Frigo?
Übrige, noch geniessbare Lebensmittel können zum Frigo gebracht werden.
Obst, Gemüse und verschlossene Produkte, die höchstens das Mindesthaltbarkeitsdatum, nicht aber das Verbrauchsdatum erreicht haben.
Nicht erlaubt sind Fleisch oder Fisch, Alkohol und geöffnete Produkte. Ebenso sind gekochte Produkte nicht erlaubt. «Also Reste des daheim gekochten Essens», spezifiziert Hammer.
Lebensmittel, die nicht im Kühlschrank gelagert werden, können im Fach über dem Kühlschrank hinterlegt werden. Für Brot steht eine graue Box zur Verfügung.