Seit 100 Jahren ein Familienbetrieb
01.05.2026 SinsSeit einem Jahrhundert ist die Gärtnerei Waldispühl die Adresse für Gartenpflanzen. Am Wochenende feierten die Inhaber ihr Jubiläum mit dem seit Jahren etablierten Gartenfest, und sie durften Rekordbesucherzahlen verbuchen.
IRIS CAGLIONI
...Seit einem Jahrhundert ist die Gärtnerei Waldispühl die Adresse für Gartenpflanzen. Am Wochenende feierten die Inhaber ihr Jubiläum mit dem seit Jahren etablierten Gartenfest, und sie durften Rekordbesucherzahlen verbuchen.
IRIS CAGLIONI
Gründervater der Sinser Dorfgärtnerei war Walter Waldispühl Senior. Anno 1926 kaufte er das prächtige Riegelhaus mit einem Umschwung von 23 Aren und baute auch im gleichen Jahr sein erstes kleines Gewächshaus. Die Geschäftsidee war, Setzlinge und Pflanzen für Rabatten, Gräber und Blumenkisten zu vertreiben.
Stetig wurde der Betrieb mit weiteren Gewächshäusern ausgebaut, und 1962 übernahm in zweiter Generation sein Sohn Walter Waldispühl den Betrieb. Als gelernter Gärtner und Gartenbauer baute er den Betrieb aus und nahm auch vermehrt Aufträge zum Anlegen und Pflegen von privaten Gärten an. Für mehr Kundennähe sorgte der erste Blumenladen im Dorf, welcher 1992 eröffnet wurde. «Das war ein Meilenstein für meine Eltern», erinnert sich Guido Waldispühl, der die Geschäfte seines Vaters nur zwei Jahre später übernehmen konnte.
Die Gärtnerei heute
Seit 1994 bewirtschaften Guido Waldispühl und seine Ehefrau Irene den Familienbetrieb. Sie haben stetig in die Nachhaltigkeit investiert. Er meinte, mit einer gewissen Demut: «Der Name Gärtnerei Waldispühl steht seit 100 Jahren für Regionales und für Qualität.
Wir sind stolz darauf, unseren Kunden viele Produkte, die in unseren Gewächshäusern gedeihen, anbieten zu können. Unserer treuen Kundschaft sind wir verbunden und danken ihr für das Vertrauen in uns und unsere Produkte. Genau darum stecken wir auch in Zukunft unser Herzblut, gemischt mit Idealismus, in unseren Betrieb.» Die Gärtnerei ist seit 1961 ein Lehrbetrieb. «Die erste Lernende unter meinem Vater war Marianne Huwiler. Seither wurden mindestens 50 Lernende ausgebildet», so Waldispühl. Er ist stolz darauf sagen zu können, dass sein Betrieb viele langjährige Mitarbeiter beschäftigte. Das ist ein Gütesiegel an den Arbeitgeber. «Der mit Abstand langjährigste Mitarbeiter war Oskar Geissmann, der 60 Jahre lang bei uns tätig war.»
Eine Geschäftsweitergabe in der Familie wäre der Wunsch der jetzigen Inhaber. Die Prognosen stehen gut, denn ihre Tochter Nadine arbeitet seit 2013 im Familienbetrieb mit.
Werte und Traditionen
Werte, die seit jeher gepflegt werden, sind für die Inhaber wichtig. Die Nachhaltigkeit wird dabei gross geschrieben und zeigt sich darin, dass der Betrieb energetisch dem ARA Wärmeverbund angeschlossen ist. In Sachen Pflanzenschutz benutzen Waldispühls fast ausschliesslich homöopathische Produkte sowie Nützlinge und Mikroorganismen. «Wir schauen darauf, möglichst keine Chemie zu benutzen», informierte Waldispühl.
Zwei gigantische Hagelschäden mussten im Laufe der Jahre verkraftet werden. Das war im Herbst 1954 und im Sommer 2021, was jedes Mal einschneidende Momente waren. Wie sich der Betrieb in den vielen Jahren entwickelte und veränderte, konnten die Besucher hautnah miterleben. Eine in Endlosschlaufe laufende Diashow zeigte die Gärtnerei von ihrer Entstehung über Höhepunkte und Tiefpunkte hinweg bis heute. «Der Bruder meines Mannes, Martin Waldispühl, hat diese Diashow zusammengestellt. Sie fand grossen Anklang bei den Besuchern.»
Feiern nach Art des Hauses
Seit rund 30 Jahren ist das zweitätige Gartenfest ein fixer Termin im Kalender der Gemeinde. Da öffnet die Gärtnerei jeweils ihre Türen zu den Gewächshäusern und lässt tiefe Einblicke in ihr Handwerk zu, nämlich dort, wo es wächst. Traditionell sind auch Gäste mit ihren Produkten vor Ort. In diesem Jahr konnten die Besucher Käse und Büffelfleisch aus der Wasserbüffelzucht am Stand vom Brunnenhof Villiger probieren und dazu einen Schluck Wein aus dem Sortiment von Staubli-Getränke kosten.
Gerätschaften rund um die Gartenpflege waren bei Suter Landmaschinen zu besichtigen, und wer sich für den Natur- und Vogelschutz stark machen wollte, hatte die Gelegenheit, sich am Stand des NVVO zu informieren. Ponyreiten für die Kinder war genauso ein Magnet wie die Festwirtschaft, wo über die beiden Tage hin rund 700 Würste grilliert wurden. «So viele Besucher waren noch nie hier», meinte Inhaberin Irene Waldispühl. Das herrliche Sommerwetter und die musikalische Unterhaltung an beiden Nachmittagen luden zum Verweilen ein. Am Samstagabend konnten nach Ladenschluss auch die Mitarbeitenden etwas die Festwirtschaft geniessen und auf das Jubiläum anstossen.
«Es hat uns unheimlich gefreut, dass so viele bekannte Gesichter zu unserem Jubiläum kamen. Ehemalige Mitarbeiter und Lernende, Freunde und ganz viele Stammkunden. Da waren schon berührende Momente dabei.»




