Schwingen und Hockey – Oberrüti als Sport-Mekka
11.09.2026 OberrütiDer Z-Fighters-Cup bewies einmal mehr, wie lebendig das hiesige Dorfleben ist. Von packendem Inlinehockey über Schwingerfieber und Darts-Präzision bis hin zu ausgelassener Partystimmung im Festzelt – der Inlinehockeyclub Z-Fighters Oberrüti-Sins veranstaltete ein ...
Der Z-Fighters-Cup bewies einmal mehr, wie lebendig das hiesige Dorfleben ist. Von packendem Inlinehockey über Schwingerfieber und Darts-Präzision bis hin zu ausgelassener Partystimmung im Festzelt – der Inlinehockeyclub Z-Fighters Oberrüti-Sins veranstaltete ein Sportfest der Extraklasse.
EDI WIDMER
Obwohl die ersten Inlinehockey-Puck-Drops im Rahmen des Plausch- und Mixed-Turniers erst für 10 Uhr angesetzt waren, herrschte am Samstag bereits um 8 Uhr reges Treiben im Festzelt. Der Grund dafür war ein cineastischer Coup des OKs: Auf einem grossen Bildschirm wurde das Kilchberger Schwinget live übertragen. Sportfans aus dem ganzen Dorf balgten sich bereits vor dem Anschwingen um die besten Plätze vor dem TV-Gerät.
Als dann der Startschuss für das Geschehen auf den Rollen fiel, übernahm das runde Plastik das Zepter. Insgesamt 20 Teams kämpften am Samstag auf dem eigens aufgebauten Spielfeld mit Banden, Netzen und Tribüne um Tore, Punkte und die begehrten Pokale. Kreative Teamnamen wie Puck you, Ratteschwänz, Oben ohne Boys oder Der Schuh des Mallothu machten deutlich, dass der Spass im Vordergrund stand – sportlich geschenkt wurde sich in der Arena dennoch nichts.
Die Sieger und der Tiktok-Kanal
Im grossen Finale des Plauschturniers setzten sich die IHC Wengi Devils gegen das Team Elektro Bütler mit 2:0 durch. Es war die Krönung einer weiten Reise: Die Devils waren extra aus dem Berner Seeland angereist und wurden für die weiteste Anreise am Samstag mit dem Siegerpokal belohnt.
Parallel zum Plauschturnier sorgte die Mixed-Kategorie für beste Unterhaltung. Hier galt die Sonderregel: Mindestens eine Frau musste auf dem Spielfeld stehen, und Frauentore zählten doppelt. Im Endspiel behielten die Chneblers die Oberhand und besiegten Jung und Alt, das knallt. Die Tore zum 2:0 fielen allerdings erst im Penaltyschiessen.
Hinter den Chneblers verbirgt sich eine besondere Geschichte: «Wir sind ein reines Familienteam – mit Cousins, Cousine und einem Kollegen aus Mettmenstetten», verriet Captain Marcel Müller mit einem Schmunzeln. Der Bezug zu Oberrüti kommt nicht von ungefähr: Der Torhüter und ein Stürmer der Truppe spielen regulär bei den Z-Fighters. Nach dem Turniersieg ging es nur kurz nach Hause zum Frischmachen und dann direkt wieder ab ins Festzelt! Die Nachwuchskräfte der Chneblers sorgen derzeit nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Netz für Furore. Unter dem Namen TheCrazy5 (@thecrazy4863) betreiben sie seit gut drei Wochen einen TikTok-Kanal, dessen erfolgreichstes Video bereits über 15’000 Aufrufe verzeichnen konnte.
Der Sonntag gehörte dem Nachwuchs
Am zweiten Turniertag spielten die Kleinsten beim offiziellen SIHV Mini-Kids U10 Turnier gross auf. Die Nachwuchs-Cracks des Gastgebervereins feierten unter anderem einen fulminanten 14:1-Erfolg gegen den IHC Bienne und boten den Zuschauern packendes Hockey. Beim anschliessenden U13-Turnier, das nach SIHV-Reglement ausgetragen wurde, siegten die Wolfurt Walkers, die extra aus Österreich angereist waren. Auch hier galt: Wer die weiteste Anreise auf sich nimmt, belohnt sich am Ende mit dem Pokal. Im Finale setzten sie sich mit 2:0 gegen ihcSF Linth grau durch. Die Junioren der Z-Fighters zeigten vor heimischer Kulisse starke Leistungen und belegten am Ende den 3. Platz.
Neben dem Eishockey-Spektakel gab es noch eine ganz andere Disziplin: Auf vier klassischen Dartboards kämpften 32 Dart-Spieler im Modus 301 Single Out um den Turniersieg. «Der Sieger bekommt ein Auto», versprach der Speaker. So richtig glauben konnte das niemand. So gross war das Budget für den Anlass dann auch wieder nicht.
Das Geheimnis des Erfolgs
Deshalb mussten alle anpacken. Ein Grossanlass dieser Dimension erfordert eine logistische Herkulesleistung. Hinter den Kulissen zieht OK-Präsident Pascal Zürcher die Fäden. Als Vorstandsmitglied des Inline-Hockey-Vereins Z-Fighters trägt er die Verantwortung für sämtliche Events – vom Junior Day über den Z-Fighters-Cup bis hin zur Mitwirkung an Grossanlässen wie «Sins uf de Bei» oder der Gewerbeausstellung SIGA.
Ein Blick auf den Zeitplan verriet den enormen Aufwand: Bereits am Mittwoch startete der Aufbau des Festzelts. Donnerstag und Freitag folgten die Verlegung des Spielfelds, der Aufbau der Banden und der Tribüne, die eigens von einem Zimmermann konstruiert worden war. Dazu gesellten sich ein moderner Speakerwagen mit professioneller Zeitmessung sowie ein reichhaltiges Verpflegungsangebot. Rund 50 Vereinsmitglieder leisteten über die Tage verteilt jeweils mindestens zwei Arbeitseinsätze. «Da alle gratis mit anpacken, lohnt sich das Turnier für den Verein auch finanziell», betonte Zürcher.
Der Traum vom eigenen Stadion
Trotz des rundum gelungenen Wochenendes gibt es einen kleinen Wermutstropfen, der OK-Chef Zürcher und seine Mitstreiter seit Jahren beschäftigt. «Es wäre schön, wenn wir einen Platz hätten, auf dem die Banden und Tribüne fix installiert wären. Das würde alles vereinfachen und professioneller machen», erklärte Zürcher. Seit Jahren steht der Verein dazu in engem Austausch mit der Gemeinde Oberrüti. Weil diese Infrastruktur vor Ort noch fehlt, müssen die Z-Fighters ihre offiziellen Meisterschaftsheimspiele derzeit im Exil in Hochdorf oder Sursee austragen.
Doch das tut der Vereinsliebe und dem Rückhalt in der Bevölkerung keinen Abbruch. In Oberrüti gilt das ungeschriebene Gesetz: «Das Dorf kommt, wenn etwas los ist», verriet Zürcher. Ob 1.-August-Feier, Sporttage, Fasnachtsball oder eben der Z-Fighters-Cup – wenn im Dorf etwas auf die Beine gestellt wird, hält die Gemeinschaft zusammen. So wurde auch an diesem Wochenende nach den sportlichen Höchstleistungen am Samstagabend im Festzelt und an der Bar ausgiebig bis in die Nacht hinein gefeiert. Der Z-Fighters Cup hat einmal mehr bewiesen: Sport verbindet, begeistert und bringt ein ganzes Dorf auf die Beine.



