Schlaue Schildbürger plötzlich blöd
05.07.2024 Jugend/Ausbildung, KinderAettenschwil Die Kinder der Primarschule Aettenschwil luden bei ihrem Abschluss zum Theater ein. Das Thema: Die Schildbürger. Eine witzige Aufführung, die doch am Schluss den einen oder anderen zum Denken brachte.
RAHEL HEGGLIN
Pünktlich um ...
Aettenschwil Die Kinder der Primarschule Aettenschwil luden bei ihrem Abschluss zum Theater ein. Das Thema: Die Schildbürger. Eine witzige Aufführung, die doch am Schluss den einen oder anderen zum Denken brachte.
RAHEL HEGGLIN
Pünktlich um 10 Uhr begrüsste die Kindergartenlehrperson Selina Thomet am Dienstagmorgen die Schar Eltern, Grosseltern, Verwandte und Bekannte auf dem Pausenplatz. Dem Wettergott sei Dank, konnte die Feier im Freien stattfinden. «Sonst hätten wir auf Plan B umgeschwenkt», flüsterte Christine Simon, Co-Schulleiterin während der Ansprache. Plan B, das wäre ein Schulraum im Erdgeschoss des Schulhauses gewesen.
Die Hälfte der Zuschauenden hätte dann wohl oder übel – aufgrund des Platzmangels – von draussen durch die offenen Fenster schauen müssen. Aber eben, Petrus meinte es gut und so fand alles unter freiem Himmel statt. Nach der Begrüssung übernahmen bereits drei Kinder der 6. Klasse das Zepter und führten in das 45-minütige Theater ein.
«Dihei bisch nöd allei»
Die Schildbürger waren ein schlaues Volk. So kam es, dass die Männer von reichen Kaisern und Königen aus dem Ausland abgeworben wurden. Die Frauen, gespielt von allen Altersklassen der Primarschülerinnen, blieben derweil allein zurück und merkten schnell, dass sie ihre Männer wegen diesem und jenem vermissen. Sie beschlossen, ihren Liebsten einen Brief zu schreiben, damit diese zurückkamen. Und das taten sie dann auch. Auf der Bühne sangen sie ein Lied mit der Strophe «Schön isch es dihei, da bisch nöd allei.»
In ihrer Gewieftheit überlegten die Männer anschliessend, wie sie zukünftig zu Hause bleiben können und nicht wieder abgeworben werden. Die beste Idee: Das Denken verbieten und etwas Saublödes bauen. Herausgekommen ist ein Rathaus ohne Fenster. Und ab dieser Szene waren die Schildbürger dann wirklich blöd in ihrem Tun.
Wo leben die Schildbürger heute?
Es folgten lustige Szenen, abwechselnd gespielt von den Schülerinnen und Schülern. Die Textpassagen wurden unterbrochen durch Liedbeiträge, und um die Übergänge der verschiedenen Szenen zu erklären, schlüpften drei Kinder der 6. Klasse in der Figur der Erzähler. Nachdem die Schildbürger vergebens versuchten, das Licht mit Gefässen von draussen in das dunkle Rathaus zu bringen, Salz anzupflanzen oder die Kirche zu verschieben, gipfelte das Stück in seinen Schlussspurt. Alles half nichts, und so blieb den lieben Schildbürgern nur noch die Flucht nach vorn: Sie mussten auswandern. Der Abschlusssatz: «Und so sind sie heute überall auf der Welt anzutreffen. Vielleicht auch bei euch im Dorf», wurde von vielen mit einem Schmunzeln hingenommen. Und dennoch wird sich der eine oder andere überlegt haben, dass eventuell ein kleinen Kern Wahrheit in diesem Satz steckt.
Zeigen, was in einem steckt
Mit grossem Applaus verdankten die Zuschauenden die leichte und lustige Darbietung. Auch der anwesende Co-Schulleiter Rico Bossard sprach seinen Dank aus.
Diesen richtete er direkt an die Kinder mit dem Sprichwort: «Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen.» Um sicher zu gehen, dass alle verstehen, was er damit meint, erklärte er es in seinen eigenen Worten. «Ein Scheffel ist ein Behälter. Wenn man diesen über eine Lampe stellt, ist vom Licht nichts mehr zu sehen. Licht ist wichtig für uns. Und so braucht es die Ermutigung, dass ihr das, was ihr gelernt habt, zeigt.» Seine Stellenpartnerin Simon bedankte sich nach den Worten von Bossard bei allen Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten für das vergangene Schuljahr und die Kooperation. Danach galt es, die Kinder der 6. Klasse zu verabschieden.
Verabschiedungen
Diesen Part übernahm die Klassenlehrperson Bettina Pally. Sie würdigte die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung und wünschte ihnen alles Gute für die Oberstufe und die Zukunft. Dennoch betonte sie, dass die Türen an der Primarschule Aettenschwil für sie immer offenstehen und sie jederzeit auf einen Besuch vorbeikommen dürfen. Als süsses Dankeschön gab es ein verpacktes Geschenk, welches erahnen liess, dass darin eine grosse Tafel Schokolade steckte. Beschenkt wurden auch die abtretenden Lehrpersonen Tatjana Jucker, Ruzica Markovic und Adrian Wymann. Markovic und Wymann werden ab dem kommenden Schuljahr nur noch in Sins unterrichten, und nicht mehr an der Schule in Aettenschwil. Jucker hört auf.
Mit einem letzten gemeinsamen Lied aller Schülerinnen und Schüler wurde der offizielle Teil der Abschlussfeier beendet.