Präsidium in neue Hände gelegt
22.05.2026 AuwDer Präsident der Elektra Auw, Thomas Wenger, hat sein Amt an den Vize-Präsidenten René Steimen übergeben. Die Generalversammlung vom Mittwochabend war seine letzte Amtshandlung.
IRIS CAGLIONI
Pünktlich um 19.30 Uhr begrüsste ...
Der Präsident der Elektra Auw, Thomas Wenger, hat sein Amt an den Vize-Präsidenten René Steimen übergeben. Die Generalversammlung vom Mittwochabend war seine letzte Amtshandlung.
IRIS CAGLIONI
Pünktlich um 19.30 Uhr begrüsste Präsident Wenger die 80 anwesenden Stimmberechtigten der Elektra-Genossenschaft Auw. Einleitend informierte Wenger, dass die Genossenschaft den Ersatz der Smartmeter durch Geräte der zweiten Generation abgeschlossen habe. Auf dem Gemeindegebiet werden noch zwei Standorte für Trafo-Stationen gesucht. Als Eckpunkte, die später noch im Detail beleuchtet wurden, erwähnte Wenger die Strompreise, die 2027 gleich bleiben werden, und der Beitritt zum Strompool Freiamt. Nach einer Schweigeminute für die sieben im Jahr 2025 verstorbenen Mitglieder startete Wenger mit den traktandierten Geschäften.
An zweiter Stelle im Kanton Aargau
Im Einzugsgebiet der Elektra Auw sind aktuell 186 Photovoltaikanlagen am Netz. Sie produzieren im Jahr 3,8 Millionen Kilowattstunden, was rund 43 Prozent des Verbrauchs des Dorfes entspricht. Wenger erklärte stolz: «Das genutzte Solarpotenzial liegt in Auw bei 22,5 Prozent. Damit sind wir im Kanton Aargau nach Koblenz auf dem zweiten Platz. Gesamtschweizerisch sind wir auf dem 30. Platz, was ebenfalls eine äusserst gute Positionierung bedeutet.»
Weiter informierte er, dass Auw im letzten Geschäftsjahr Energie aus Wasserkraft im Verhältnis teuer einkaufte. «Doch unser Strommix ist ohne Kern- energie ausgekommen. Darauf haben wir Wert gelegt.»
Stabil soll das Netz bleiben
Die Vergütung für die Rückspeisung liegt bei sieben oder neun Rappen pro Kilowattstunde, je nach Leistung der Anlage. Wer sich für das Modell «Flex-PV» entscheidet, erhält zusätzlich 2 Rappen vergütet. Mit der Flex-PV könne eine Netzüberlastung verhindert werden. Denn, so Wenger: «Es ist und bleibt eine Herausforderung, das Netz stabil zu halten.»
E-Car-Sharing
Im Genossenschaftsgebiet steht ein Elektro-Auto der Firma «Swiss E-Car».
Wenger informierte, dass diese Firma ihren Betrieb per 31. Oktober schliesst. «Wir wollen aber das Car-Sharing-Angebot – auch wenn es eher defizitär ist – aufrecht erhalten und sind bereits auf der Suche nach einem neuen Anbieter.» Auw verfügt über 68 private und eine öffentliche Ladestation für Elektroautos. Er wies darauf hin, dass diese Anschlüsse meldepflichtig sind. Wenger beleuchtete mit dem Jahresbericht eindrücklich und speditiv die Aktivitäten der Genossenschaft.
Gesunde Finanzen
Die Präsentation der Jahresrechnung und der Erfolgsrechnung zeigte eine gesunde Genossenschaft mit einem Vermögen von 1’673’512 Franken per 31.12.2025. Das letzte Geschäftsjahr konnte mit einem Plus von rund 66’450 Franken abgeschlossen werden. Die genaue Buchführung wurde von den Revisoren bestätigt. Der langjährige Kassier, Markus Keller, präsentierte die Zahlen zum letzten Mal.
Zwei neue Vorstände, ein neuer Präsident
Für den abtretenden Kassier stellte sich Adrienne Helfenstein zur Verfügung. Die Auwerin mit dem Jahrgang 1992 wurde von Wenger vorgestellt und mit einem grossen Applaus gewählt. Ebenso konnten die Genossenschafter einen neuen Vize-Präsidenten wählen. Der 31-jährige Sebastian Huwiler aus Muri stellte sich zur Wahl, und auch er wurde einstimmig gewählt. Der abtretende Wenger präsentierte den Mitgliedern auch seinen Nachfolger: «René Steimen, der bereits seit zwei Jahren im Vorstand tätig ist, stellt sich für das Präsidium zur Wahl.» Wie zu erwarten, wurde der 37-jährige Auwer ohne Gegenstimme und mit grossem Applaus gewählt. «So hat ein Generationenwechsel stattgefunden», meinte Wenger am Schluss des Abends.
Ehrungen und Abschiede
Der austretende Präsident Thomas Wenger wurde vom Aktuar Hans Villiger, von seinem Nachfolger René Steimen und vom Betriebsleiter Michael Bütler gebührend geehrt. «Seit 25 Jahren ist er für die Genossenschaft da, 20 davon als Präsident. Du warst immer da, wenn wir dich brauchten», meinte Steimen. Und ganz wichtig: «Wir lernten uns an der Fasnacht kennen.» Dies war der Beginn der Zusammenarbeit zwischen Steimen und Wenger. Er zählte auf, welche grossartigen Projekte unter seinem Präsidium durchgeführt werden konnten. Wengers Charakter und sein Teamgeist wurde mehrfach gelobt, und nach der dreifachen Laudatio schenkten ihm die Mitglieder noch einen grossen Applaus.
Ebenso wurde der Kassier Markus Keller verabschiedet. Er hat 19 Jahre für die Genossenschaft akribisch die Bücher geführt. Den einen Rappen, den er einmal suchte, fand er in einem Bilderrahmen als eines der Abschiedsgeschenke wieder. Das 15-jährige Dienstjubiläum durfte Eveline Rüger feiern. Sie ist im Büro tätig und freute sich über das Lob und das Geschenk.
Um 21.15 Uhr wurde die Versammlung geschlossen und die Mitglieder genossen ein offeriertes Nachtessen im Restaurant Hirschen.


