Präsentation an amerikanischer Universität
17.05.2024 AuwIm Rahmen des nationalen Jungforscherwettbewerbs darf Nicholas Kessler seine Forschungsarbeit in Amerika präsentieren. Der Auwer hat eine Lösung gefunden, wie Solarpanels ohne Wasser gereinigt werden können.
RAHEL HEGGLIN
Die Idee dazu kam dem ...
Im Rahmen des nationalen Jungforscherwettbewerbs darf Nicholas Kessler seine Forschungsarbeit in Amerika präsentieren. Der Auwer hat eine Lösung gefunden, wie Solarpanels ohne Wasser gereinigt werden können.
RAHEL HEGGLIN
Die Idee dazu kam dem 19-Jährigen während der Ferien in Nordafrika. «Ich sah, wie die Angestellten nach einem Sandsturm alles mit dem Wasser-Hochdruckreiniger abspritzen. Das fand ich sehr befremdend, da Wasser ein rares Gut in diesen Regionen ist.» Das Thema liess ihn nicht mehr los und so begann er, sich vertiefter damit zu befassen. Er fand heraus, dass auch Solarpanels mit Wasser gereinigt werden. «Obwohl Solarstrom eigentlich umweltfreundlich ist, ist die Reinigung alles andere als das. Vor allem in den Wüstenregionen. Nach einem Sandsturm nimmt die Leistungsfähigkeit der Solarplatten ab, da die Panels durch den Sand bedeckt sind. Also müssen sie geputzt werden. Dafür fahren unzählige Lastwagen, vollgepumpt mit Wasser, durch die Wüste, damit die Solaranlagen gereinigt werden können. Jährlich werden weltweit rund 50 Milliarden Liter Wasser für diese Reinigungen gebraucht.» Um dem entgegenzuwirken, hat sich der Kanti-Schüler in seiner Abschlussarbeit dem Thema gewidmet.
Spannende Lösung
In verschiedenen Experimenten, unter anderem an der ETH, forschte und tüftelte er an einer Lösung. Herausgekommen ist ein Reinigungsverfahren, welches mit Elektrostatik arbeitet. Dafür werden die Solarpanels mit einer Schicht Titandioxid versehen, damit der Strom geleitet wird. So können die Solarpanels elektrisch geladen werden. Ein zweites Teil, zum Beispiel ein Metallstab, fährt über das Solarpanel. «So entsteht ein elektrisches Feld und der Sand wird verdrängt», erklärt der Jungforscher. «Panels, die mit einer Neigung aufgestellt sind, profitieren von diesem Verfahren noch besser, da der Sand sehr gut runterfällt.» Auch der Stromverbrauch ist gering, da das System keinen Stromfluss hat.
Für diese wissenschaftliche Forschung hat Kessler während zwei Jahren gearbeitet. Herausgekommen ist eine 20-seitige Maturaarbeit, die mit der Note 6 belohnt wurde. Aufgrund dessen war er motiviert, diese am Nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht einzureichen.
Mit Sonderpreis ausgezeichnet
«Um die Arbeit zu verbessern, wurde mir Professor Dr. Franz Baumgartner von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zur Seite gestellt. Er versteht von diesem Thema sehr viel und konnte mir bei Fragen helfen.» Unter anderem analysierte Baumgartner die Arbeit auch und fand, es brauche noch eine Kostenrechnung, um zu zeigen, ob das Ganze profitabel ist oder nicht. «Das fand ich einen sehr guten Input und ging dem nach.» Herausgekommen ist, dass das von Kessler erfundene System profitabel sein kann. Dies, solange keine Roboter im Spiel sind. «Denn Roboter würden wieder Strom brauchen und wären auch in der Anschaffung teuer. Wenn man aber das System von Menschen bedient, kann man diesen einen guten Stundenlohn zahlen und kommt günstiger, als mit der Reinigung durch Wasser.»
Beim Jungforscherwettbewerb wurde die Arbeit durch eine Expertenjury beurteilt und mit dem Prädikat «Hervorragend» benotet. Damit erhielt er ein Preisgeld in der Höhe von 1’500 Franken und einen Sonderpreis. Dieser freut den Auwer besonders: «Ich darf am 14. Juni mein Forschungsprojekt an der Genius Olympiad an der New York State University in Oswego präsentieren. Das ist eine grosse Chance, um mein Netzwerk zu vergrössern.»
Firmen zeigen Interesse
Es könnte gut sein, dass seine Arbeit damit international Beachtung bekommt. Bereits in der Schweiz sind einige Firmen an diesem Verfahren interessiert. So beispielsweise eine Firma in Lausanne und eine in Rotkreuz. Für eine Patentierung fehlt dem Studenten aktuell das Geld. Angst, dass seine Idee von jemandem gestohlen und umgesetzt wird, hat er nicht. Aber bedauern würde er es. «Es ist ja eine gute Sache und dient der Umwelt. Aber es würde mich reuen, wenn mein Name nicht mehr damit in Verbindung gebracht würde.»
Für Kessler ist klar, dass er an seiner Idee weiterforschen will. Doch nach der Matura steht zuerst das Militär an, und dann wird er sich dem Studium widmen. Dieses wahrscheinlich in der Fachrichtung Informatik.



