Othmar Betschart stellt seinen historischen Roman vor
11.07.2025 SinsWer ihm zuhört, ist sofort gefesselt. Oberstufenlehrer Othmar Betschart hat das Talent, Geschichte anhand von Geschichten zu vermitteln. Darum entstand auch sein Buch, welches er an der Buchvernissage am 3. Juli vorstellte.
IRIS CAGLIONI
Es hat einen ...
Wer ihm zuhört, ist sofort gefesselt. Oberstufenlehrer Othmar Betschart hat das Talent, Geschichte anhand von Geschichten zu vermitteln. Darum entstand auch sein Buch, welches er an der Buchvernissage am 3. Juli vorstellte.
IRIS CAGLIONI
Es hat einen strahlend gelben Buchdeckel und ist ein handliches kleines Buch, das in jedes Handgepäck passt. In 14 Kapiteln oder auf 154 Seiten erzählt es in personalisierter und personifizierter Weise die Vorkommnisse aus der Zeit des Kulturkampfes zwischen 1830 und 1852 in unserer Gemeinde. Rund 70 Personen wollten mehr über dieses neue Buch des Sinser Autors wissen und kamen zur Buchvernissage.
Betschart, schlicht gekleidet, so wie man ihn eben kennt, begrüsste seine Gäste. Um seine wachsende Nervosität etwas zu brechen, versteckte er sie nicht, sondern meinte zum Publikum: «Ich fühle mich gerade so, wie sich die Schüler bei den Präsentationen der Abschlussarbeiten fühlen müssen.» Als Einstieg in den Abend setzte er sich, nahm seine Gitarre zur Hand und begann zu spielen. Er sang das Mundartlied «De Gröscht». Martha Villiger unterstützte ihn musikalisch an der Handorgel. Damit schlug er eine Brücke zum Buchthema.
Als hätte er einzelne Puzzelteile gefunden
Mit fesselnden Worten erzählte er, wie er überhaupt dazu kam, ein Buch zu schreiben. Zufällig sei er über gewisse Themen und Begebenheiten gestolpert. Neugierig, und als Geschichtslehrer begeistert von den historischen Geschehnissen, begann er zu recherchieren. «Ein guter Roman braucht Spannung, und die ist gegeben, wenn ein Konflikt besteht.» Betschart fand reelle Personen, die in der Zeit zwischen 1830 und 1852 in Sins lebten. In dieser Zeitspanne fand auch der Sonderbundskrieg statt. Betschart ist überzeugt, dass es ohne Napoleon und später ohne General Dufour die Schweiz, so wie sie heute existiert, nicht geben würde. Er erzählte, dass Napoleon den Franken eingeführt habe, dass er auch die Kantone zeichnete. Er brachte die französischen Werte «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» in die Region, was zu Konflikten führte.
Geschichte mit Gegenwartsbezug
Eine der Hauptfiguren ist der damalige Pfarrer und Statthalter, Plazidus Tan ner. Er war der letzte Pfarrherr von Engelberg in Sins. Weitere Protagonisten in seinem Roman sind die Brüder Franz Xaver und Peter Suter. Sie waren in diesen Zeiten politische Gegenpole, was einen grossen, innerfamiliären Konflikt bedeutete. «Diese Personen und noch weitere gab es wirklich, das ist historisch belegt.» Jedes der 14 Kapitel wurde mit einer bestimmten Lokalität im Dorf, im Kanton oder in der näheren Umgebung verknüpft. Zum Beispiel das heutige Gemeindehaus, welches zu jener Zeit noch das Pfarrhaus war. Oder die Bachtalmühle und der Gasthof Einhorn. «So wird die historische Erzählung lebendig und räumlich.»
Kurze Lesungen gaben spannende Einblicke
Nach einer kleinen Musikeinlage las Betschart drei Sequenzen aus dem Buch vor. In diesen Texten beleuchtete er die drei oben genannten Persönlichkeiten, zeigte Bilder dazu, die auch im Buch integriert sind, und machte damit das Publikum gluschtig auf den ganzen Inhalt des Buches.
Was er den Lesern mit auf den Weg geben wolle, wenn sie sein Buch lesen, sei eine Botschaft, die heute umso wichtiger erscheint, je mehr man in die Welt hinaus blickt: «Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiss – es gibt ganz viel Grau dazwischen. In diesem Graubereich kann Gutes entstehen.»
Für den Autor ein grosser Erfolg
Nach einer guten Stunde war die Präsentation zu Ende, und Betschart bedankte sich beim Publikum, bei allen Sponsoren sowie seinen Helfern, die ihm mit wertvollen Tipps und gestalterischem Know-how zur Seite gestanden haben. Insgesamt gingen über 80 Bücher über den Tisch, und Betschart meinte im Nachgang: «Es war ein super Abend für mich. Es kamen so viele Leute, die ich kenne. Das hat mich riesig gefreut.»
Erhältlich ist das Buch im Wespi Papeterie- und Blumenparadies Sins, bei der Gemeindekanzlei Sins oder direkt bei othmar.betschart@datazug.ch.