Drei Viehzüchter aus dem Oberfreiamt haben auf nationaler Ebene grosse Erfolge gefeiert. Der Titel «Meisterzüchter 2026», die Wahl zur «Kuh des Jahres» sowie die Auszeichnung für die aussergewöhnliche Lebensleistung einer Kuhfamilie gehen in die ...
Drei Viehzüchter aus dem Oberfreiamt haben auf nationaler Ebene grosse Erfolge gefeiert. Der Titel «Meisterzüchter 2026», die Wahl zur «Kuh des Jahres» sowie die Auszeichnung für die aussergewöhnliche Lebensleistung einer Kuhfamilie gehen in die Region.
RAHEL HEGGLIN
Die Ehrungen fanden am 4. Juli im Rahmen der Holstein Awards statt. Anders als bei einer Viehschau reisen die Züchter dabei nicht mit ihren Tieren an. Die Preisträger werden aufgrund der erfassten Daten und Leistungen ihrer Herden bestimmt und zur Preisübergabe eingeladen. Den grössten Erfolg verbuchte dabei die Familie von Lukas Villiger aus Alikon: Sie wurde als «Meisterzüchter 2026» ausgezeichnet, was eine der höchsten Anerkennungen in der Schweizer Holstein-Zucht bedeutet. Auch die Familie Heeb aus Reussegg darf jubeln: Ihre Kuh Higins wurde zur Holstein-Kuh des Jahres gekürt. Hinzu kommt die Auszeichnung für Paul Villiger aus Oberrüti. Er wurde für eine aussergewöhnlich leistungsstarke Kuhfamilie geehrt.
Eine Auszeichnung für 16 Jahre Zuchtarbeit
Für den Meisterzüchter Villiger kam die Nachricht des Sieges überraschend. Zwar hat seine Familie über Jahre auf diesen Titel hingearbeitet. Dass es bereits in diesem Jahr dafür gereicht hat, damit hat er nicht gerechnet. «Dieser Preis geht über Generationen. Dass wir gewonnen haben, war wirklich eine Überraschung», sagt Villiger. Denn beim Titel Meisterzüchter zählt nicht der Erfolg eines einzelnen Tieres oder eines einzelnen Jahres. Bewertet wird die züchterische Arbeit über einen Zeitraum von 16 Jahren. Jährlich werden fünf Züchterfamilien ausgezeichnet. Für Villigers Betrieb ist es das erste Mal, dass er diese Anerkennung erhält. Der Erfolg ist für den Aliker auch ein Gemeinschaftswerk mit seinem Vater und Bruder. «Ich habe den Hof erst vor zehn Jahren übernommen. Somit fällt ein Teil der berücksichtigten Periode auch auf die Zeit mit ihnen. Auch sie haben zu diesem Erfolg beigetragen», betont Villiger. Für den Gewinner hat der Meisterzüchtertitel einen hohen Stellenwert. «Es ist eine riesige Ehre für die Zuchtarbeit, die wir geleistet haben, und eine grosse Anerkennung.»
Higins ist die Holstein-Kuh des Jahres
Einen weiteren nationalen Erfolg für das Oberfreiamt feiert die Familie Heeb. Ihre Kuh Higins wurde als Holstein-Kuh des Jahres ausgezeichnet. Es ist erst das zweite Mal, dass dieser Titel in den Aargau geht, und das erste Mal überhaupt, dass er im Oberfreiamt landet. Anders als beim Meisterzüchtertitel basiert diese Auszeichnung nicht auf der Auswertung einer ganzen Herde über viele Jahre. Nach einer Vorausscheidung stehen fünf Kühe zur Wahl, anschliessend entscheidet ein internationales Publikum über die Siegerin. Für die Familie Heeb ist es das erste Mal, dass eines ihrer Tiere diesen Titel gewinnt. Dennoch kennen sie nationale Anerkennungen: 2018 wurde Daniel Heeb als Holstein-Meisterzüchter ausgezeichnet.
Trauriges Ende eines Höhepunkts
Nun hat er also noch die Holstein-Kuh des Jahres. Dass Higins zu den besten gehört, überraschte Heeb nicht. «Die Kuh vereinte Eigenschaften, die nur selten in dieser Kombination vorkommen. Sie war absolut komplett», so der Besitzer. Dabei ging es nicht nur um das Aussehen. Higins überzeugte mit 148’000 Kilogramm Milchleistung, Langlebigkeit und Exterieur. Für Heeb ist die Auszeichnung eine riesige Freude, Genugtuung für seine tägliche Arbeit mit den Kühen und Stolz zugleich. «Eine zweite Kuh wie Higins werden wir nie mehr haben», ist er überzeugt.
Die Freude über den Titel wird inzwischen von einem traurigen Ereignis überschattet. Erst vor ein paar Tagen und genau einen Monat nach der Wahl, musste Higins eingeschläfert werden. Sie erkrankte völlig überraschend an einem Darmverschluss und wurde ins Tierspital gebracht. Dort wurde die 14-jährige Kuh operiert. Bereits einen Tag später trat jedoch erneut ein Darmverschluss auf. Eine weitere Behandlung war nicht mehr möglich, und so musste sie eingeschläfert werden.
Drei Generationen über 100’000 Kilogramm
Der dritte nationale Erfolg aus dem Oberfreiamt geht an Paul Villiger aus Oberrüti. Er wurde für eine Kuhfamilie mit aussergewöhnlichen Lebensleistungen ausgezeichnet. Über drei Generationen hinweg erreichten die Tiere jeweils mehr als 100’000 Kilogramm Milch.