Nur das Beste für die Kinder
06.03.2026 SinsSprachförderung vor dem Schulstart wird je länger, je wichtiger. Die Primarschule Sins versuchte mit einer Informationsveranstaltung, diejenigen Eltern abzuholen, die Kinder im Vorschulalter haben.
IRIS CAGLIONI
Eingeladen zum Info-Abend haben die ...
Sprachförderung vor dem Schulstart wird je länger, je wichtiger. Die Primarschule Sins versuchte mit einer Informationsveranstaltung, diejenigen Eltern abzuholen, die Kinder im Vorschulalter haben.
IRIS CAGLIONI
Eingeladen zum Info-Abend haben die Primarschulleiterinnen Sibylle Mahler und Denise Sonderegger. Sie begrüssten die Gäste und die Aussteller des Abends. Im Küngsmattsaal waren etliche Tische aufgestellt. Spielgruppen, Kitas, Muki-Turnen und viele mehr – alle haben ihre Angebote präsentiert. Interessierte Eltern konnten mit den Ausstellern sprechen, sich über die Möglichkeiten informieren und Ideen abholen. Es hätten durchaus mehr Eltern kommen dürfen, doch diejenigen, die anwesend waren, konnten Wertvolles mitnehmen. Dies bestätigt Selver Jusic: «Meine Frau ist zu Hause bei unseren Töchtern. Sie sind drei und fünf Jahre alt. Ich habe mich bei jedem Stand informiert und alle Infos mitgenommen. Ich wusste gar nicht, dass es so viele gute Angebote in Sins gibt.»
Sprache ist die Basis
Der Kanton Aargau macht die Sprachförderung ab dem Schuljahr 2027/28 obligatorisch. Die Gemeinden sind verpflichtet, entsprechende Angebote bereit zu stellen. Die Sprachstandserhebung bei Kindern mit den Jahrgängen 2022 und 2023 sind aktuell am Laufen. Die beiden Schulleiterinnen informierten, was der Kanton fordert und wie vorgegangen wird.
Anhand von Erfahrungswerten, Studien und mittels Pilotprojekten wurde deutlich, dass sich sprachliche Defizite im Vorschulalter besonders gut erkennen und wirksam abbauen lassen. «Je früher hingeschaut wird, umso besser sind die Chancen für einen erfolgreichen Start in die Volksschule», informierte Mahler. Mehrfach betonte sie, dass es hier nicht um Fremdsprachigkeit geht, sondern darum, wie die Kinder Sätze bilden. Mit einer Power-Point- Präsentation visualisierte sie die kantonalen Vorgaben. Bereits heute sind vielseitige Angebote, die den kantonalen Vorgaben entsprechen, vorhanden.
Warum diese Angebote nötig wurden
«Fälschlicherweise wird oft gedacht, es handle sich um sprachliche Defizite bei fremdsprachigen Kindern. Das ist aber nicht der Fall. Es betrifft alle Kinder.» Mahler meinte, dass heute sehr viel Sprache konsumiert werde. Dies auf allen möglichen Geräten. Doch Gespräche führen, das sei weniger geworden. «Nicht jedes Kind hat die gleichen
Startbedingungen. Es sollen aber allen die gleichen Möglichkeiten geboten werden. Denn: Die Sprache dient als Grundlage für das spätere Lernen. Wird bereits im Vorschulalter, also noch vor dem Kindergarten, die sprachliche Entwicklung geprüft, können allfällige Defizite noch vor dem Schuleintritt behoben werden.
Die Führung liegt bei der Gemeinde
Sonderegger informierte: «Wir haben jetzt einen Anfang gemacht. Doch es ist die Gemeinde, die dafür zuständig ist, dass es diese Angebote gibt. Auch dass die Eltern davon Kenntnis haben und diese Angebote nutzen können.»
Gemeinderat Pius Vogel bestätigt: «Die Gemeinde wird finanzielle Mittel für diese Fördermassnahmen zur Verfügung stellen, wenn nach eingehender Prüfung Bedarf besteht.»
Viele unterschiedliche Aussteller
Mindestens zehn verschiedene Anlaufstellen wurden den anwesenden Eltern geboten. Eine Mutter meinte: «Eines meiner Kinder spricht einfach nicht. Ich bin froh über all diese Informationen, die ich heute bekommen habe.» Doch auch die Ausstellenden hätten sich gewünscht, dass sich mehr Eltern dafür interessieren. Bleibt zu hoffen, dass nach der Auswertung der Sprachstandserhebung die nötigen Massnahmen für alle möglich sind. Die Kinder müssen zusammen spielen und so miteinander sprechen. Spielgruppen-Ateliers und andere Kinder-Freizeitangebote können hier sehr gute Dienste leisten.


