Nochmals kurz in die Märchenwelt abgetaucht
12.07.2024 AuwDie würdige Verabschiedung der Sechstklässler fand am Donnerstagabend in einem schlichten Rahmen in der Turnhalle statt. Doch zuvor musste die Schulleitung eine traurige Mitteilung verkünden.
IRIS CAGLIONI
Die Stühle in der Turnhalle ...
Die würdige Verabschiedung der Sechstklässler fand am Donnerstagabend in einem schlichten Rahmen in der Turnhalle statt. Doch zuvor musste die Schulleitung eine traurige Mitteilung verkünden.
IRIS CAGLIONI
Die Stühle in der Turnhalle füllten sich mit Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden. Auf der Leinwand wurden Fotos von Schulanlässen gezeigt. Bilder der Schulklasse, die seit dem Kindergarten zusammen ist. Für die Besucher gab dies Einblicke ins Klassenzimmer, Eindrücke von Wanderungen, Velotouren, Waldbesuchen und vielem mehr.
Bevor jedoch die Jugendlichen ihre Auftritte bekamen, hatte Schulleiterin Susanne Portmann die Pflicht, die Anwesenden über den Tod ihrer Co-Schulleiterin Kathrin Vogt zu orientieren. Seit 25 Jahren arbeitete Vogt an der Schule Auw. «In dieser Zeit hat sie die Schule geprägt wie keine andere. Wir werden sie sehr vermissen», ehrte Portmann die Verstorbene. «Sie durfte in Würde einschlafen und wollte, dass die Schülerinnen und Schüler würdevoll verabschiedet werden. Und das wollen wir nun tun.» Dies war der Startschuss für die Kinder. Ein altbekannter Ohrwurm ertönte über die Lautsprecher in der Turnhalle. Die Sechstklässler schritten auf die Bühne und sangen Joe Dassins «Les Champselysées».
Gedanken als Wegbegleiter
In einer kurzen Rede wandte sich Gemeindeammann Marlis Villiger an die Schüler, Lehrpersonen und Gäste. «Das Leben stellt immer wieder neue Weichen. Unsere Wege verändern sich. Und manchmal gilt es, Abschied zu nehmen.» Sie motivierte die Schüler, allen zu danken, die sie auf ihrem Lebensweg begleiten und ihnen täglich helfen vorwärtszukommen: den Lehrpersonen, den Eltern und Geschwistern, den freundlichen Nachbarn.
Auch Schulleiterin Portmann richtete wertschätzende und motivierende Worte an die Schüler und forderte sie auf, kleine Anekdoten aus dem Schulalltag zu erzählen. Da waren doch sechs Kinder dazu bereit. Portmann lobte die Klasse, wie sehr sie Zusammenhalt zeigte: «Das war im Klassenlager unglaublich schön zu sehen, wie ihr aufeinander aufgepasst und niemanden ausgeschlossen habt.»
Vier kurze Theaterdarbietungen
Die Kinder zeigten lustige Sequenzen aus Märchen und brauchten dafür nur wenige Requisiten. Da war zuerst der Hase, der mit dem Elefanten stritt und mit ihm ein Tauziehen veranstaltete. Beim zweiten Stück handelte es sich um die Geschichte eines äusserst eitlen Prinzen, der in einen stinkenden Drachen verwandelt und für hundert Jahre in eine Höhle verbannt wurde – der obligate Kuss der Schönen konnte ihn erlösen.
Als drittes Märchen stellten die Kinder einige Szenen des Froschkönig nach. Hier stand lügen und nicht einhalten von Versprechungen im Vordergrund. Das letzte der Märchen spiegelte Habgier wider. So zeigten die Schüler spielerisch und mit Märchen wichtige Werte des Leben auf – Mut, Vertrauen, Ehrlichkeit und Bescheidenheit. Ihre Darbietungen wurden mit grossem Applaus belohnt.
Abschied nehmen
Die Klassenlehrerin Toya Stocker ihrerseits prüfte die Kinder ein letztes Mal in der Kompetenz «sich erinnern». Dabei wurden auch die Gäste miteinbezogen.
Vier verschiedenfarbige Zettel lagen unter den Stühlen der Gäste, diesselben Farben waren an der Hallenwand befestigt. Zu diversen Fragen mussten die Kinder schnell die richtige Antwort finden und sich zur jeweiligen Farbe stellen. Die Begeisterung der Sechstklässler war zu spüren, und auch das Publikum riet mutig mit. So gestaltete sich die Abschlussfeier kurzweilig. Vor dem Schlusslied und bevor alle zum offerierten Apéro gingen, verabschiedete Portmann jeden Schüler einzeln und bedankte sich bei der Gemeinde für die herausragend gute Zusammenarbeit. Auch die Schüler übergaben allen Lehrpersonen ein kleines Abschiedsgeschenk ihrer Klassenlehrperson ein etwas grösseres.


