Nach fast 100 Jahren: letzte Geburt im Spital Muri
09.01.2026 InformationenDas letzte im Spital Muri geborene Baby kam am 23. Dezember 2025 um 16.01 Uhr auf die Welt. Damit ging eine fast hundert Jahre währende Ära seit der Eröffnung der Geburtsabteilung im 1932 zu Ende.
pd | Der Stiftungsrat und die Spitalleitung danken ...
Das letzte im Spital Muri geborene Baby kam am 23. Dezember 2025 um 16.01 Uhr auf die Welt. Damit ging eine fast hundert Jahre währende Ära seit der Eröffnung der Geburtsabteilung im 1932 zu Ende.
pd | Der Stiftungsrat und die Spitalleitung danken allen Mitarbeitenden, insbesondere den Hebammen, den Pflegenden der Wochenbettstation sowie dem geburtshilflichen Ärzteteam, ganz herzlich dafür, dass sie den Betrieb der Geburtshilfe seit dem Entscheid der Schliessung im Februar 2025 mit grossem persönlichem Einsatz bis Ende 2025 aufrechterhalten haben. Das ist nicht selbstverständlich und verdient grosse Anerkennung.
Der Stiftungsrat hat sich intensiv mit der strategischen Zukunft des Spitals beschäftigt und das medizinische Leistungsangebot im vergangenen Jahr gezielt den veränderten gesundheitspolitischen, tarifarischen und demografischen Rahmenbedingungen angepasst. Der Entscheid, die defizitäre Geburtshilfe aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen und aus wirtschaftlichen Gründen zu schliessen, war nicht einfach.
Angebot des Spitals Muri ab Januar 2026
Mit der vom Stiftungsrat verabschiedeten Strategie 2025–2029 gestaltet das Spital Muri aktiv seine Zukunft und hat sein medizinisches Leistungsangebot neu ausgerichtet. Medizinische Fachbereiche mit wachsender Nachfrage in der Region werden gestärkt. Damit nimmt das Spital Muri eine Entwicklung auf, die viele Menschen betrifft: dem Wunsch, wohnortnah und auch im Alter gut betreut sowie medizinisch umfassend versorgt zu sein.
Im Zentrum des medizinischen Leistungsangebots des Spitals Muri stehen die Fachbereiche Medizin, Chirurgie, Orthopädie und Gynäkologie sowie die Anästhesie, Intensivmedizin und Radiologie. Das bestehende Angebot der Akutgeriatrie – die stationäre Behandlung von akuten Erkrankungen und Verletzungen bei älteren Menschen – wird in den kommenden Monaten weiter ausgebaut, und die Orthopädie wird als eigenständige Klinik neu aufgebaut. Der Fokus der Orthopädie liegt auf der Prothetik, insbesondere der Hüft- und Kniegelenke und der Alterstraumatologie. Der neue Chefarzt Orthopädie und Traumatologie, Dr. Christian Hank, wird seine Tätigkeit am Spital Muri im Mai 2026 aufnehmen.
Die ehemalige Wochenbettstation wird zu einer interdisziplinären Station für Akutgeriatrie und Alterstraumatologie umfunktioniert, sodass in Zukunft mehr Betten für diese Patientinnen und Patienten im Spital Muri zur Verfügung stehen werden. Mit dem Rückbau der Gebärsäle entstehen neue Möglichkeiten, Behandlungsräumlichkeiten zu schaffen, die optimal auf die akutgeriatrischen Patienten zugeschnitten sind. So werden in unmittelbarer Nähe zu den Patientenzimmern Therapieräume und eine Therapieküche eingerichtet. Denn neben der somatischen Behandlung werden im akutgeriatrischen Setting mit den Patientinnen und Patienten auch alltägliche Handlungen wie zum Beispiel Kochen oder Treppensteigen geübt. Das Ziel der Akutgeriatrie ist es, die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten während des Aufenthalts im Spital so weit möglich wieder herzustellen, damit sie in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können.
Weiterhin ganz viel für die Frau
Das breite gynäkologische Angebot am Spital Muri bleibt auch nach der Schliessung der Geburtsabteilung bestehen. Auch Schwangerschaftskontrollen und ambulante Nachkontrollen nach der Geburt sind im Rahmen der gynäkologischen Sprechstunden weiterhin möglich. Stationäre und ambulante Leistungen sowie operative Eingriffe werden in gewohnt hoher Qualität durchgeführt. Basis- und Spezialsprechstunden zu Urogynäkologie, Brustgesundheit sowie Pränataldiagnostik stehen den Patientinnen auch zukünftig zur Verfügung. Bei gynäkologischen Notfällen kann das Spital Muri rund um die Uhr an 365 Tagen unter der Telefon 056 675 11 11 kontaktiert werden. Patientinnen mit geburtshilflichen Notfällen wenden sich bitte direkt an ein Geburtsspital.
Einrichtung einer Privatstation
Das seit rund zwei Jahren bestehende MuriDeluxe-Angebot für zusatzversicherte Patienten wird weiterentwickelt. So wird im Frühjahr eine Bettenstation im vierten Stock zur Privatstation ausgebaut und sanft renoviert. Damit können die gestiegenen Anforderungen der Krankenversicherungen und die zu Recht hohen Erwartungen von Privat- und Halbprivatversicherten besser erfüllt werden.
