Mit dem Bike von Muri nach Chioggia an die Adria
11.07.2025 SportRund 720 Kilometer und 5’000 Höhenmeter sind zu fahren, um das Ziel zu erreichen. 28 Schülerinnen und Schüler des BBZ Wohlen und ihre Begleiter machen bei diesem Projekt mit.
IRIS CAGLIONI
Es wimmelte von roten Trikots am Besammlungsort am ...
Rund 720 Kilometer und 5’000 Höhenmeter sind zu fahren, um das Ziel zu erreichen. 28 Schülerinnen und Schüler des BBZ Wohlen und ihre Begleiter machen bei diesem Projekt mit.
IRIS CAGLIONI
Es wimmelte von roten Trikots am Besammlungsort am frühen Samstagmorgen. Adrenalin und Nervosität lagen in der Luft.
Die meisten der jungen Sportler liessen sich zum ersten Mal auf so ein Abenteuer ein. Die Herausforderung, der sie sich stellen, ist: In sieben Tagesetappen mit Teilstrecken von 90 bis 130 Kilometer bis an die Adria zu fahren. Die Route führt über die Ostschweiz, den Arlberg, Verona und Padua bis Sottomarina di Chioggia. «Die Fahrer sind in Kleingruppen unterwegs. Sie haben die Route immer auf dem Handy und auf Papier», informierte Martin Erne, Organisator und Begleitperson, am Samstagmorgen-Briefing in Muri.
Die erste Etappe bis Mols bedeutete so viel wie 97 Kilometer, wenn immer möglich auf Velorouten. Dabei seien 830 Höhenmeter zu überwinden.
Drei Teilnehmende aus der Region beantworteten persönliche Fragen zu diesem Projekt.
Ebenso mit von der Partie ist Cornel Villiger. Der 49-jährige Parasportler fährt auf seinem Liegerad mit. «Das wird auch für mich eine ganz besondere Herausforderung.» Villiger ist eine der Begleitpersonen. Mit seinem Mitfahren zeigt er, wie viel im Leben möglich ist. «Es wird feuern - bei den jungen Fahrern und auch bei mir.» Der Parasportler fährt zum ersten Mal die ganze Strecke mit. «Vor zwei Jahren begleitete ich die Gruppe relativ spontan über drei Etappen.» Villiger fuhr als einer der letzten los. «Die Jungen müssen zuerst losfahren. Die brennen innerlich und können es kaum mehr abwarten. Es wird sie an ihre Grenzen und darüber hinaus bringen. Doch das Hochgefühl und der Stolz, den sie beim Erreichen des Endziels spüren, wird ihnen immer in Erinnerung bleiben.»
Dies ist bereits die neunte Velotour, die durch die BBZ Wohlen durchgeführt wird. Alle zwei Jahre führt die Route abwechslungsweise entweder nach Italien oder nach Südfrankreich. Die Route ist so ausgelegt, dass das Tagespensum von Tag zu Tag geringfügig zunimmt. Das kann die Streckenlänge sein, oder auch die zu überwindenden Höhenmeter. Die Lernenden fahren in ihren Teams zusammen auf der Route via Mittagshalt Richtung Etappenziel. Das Tempo bestimmen sie selbständig.
Livio Müller (19), Auw
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Ich bin zusammen mit meiner Gruppe einige Routen gefahren, von kurz bis lang und flach bis steil war alles dabei. Durch das gemeinsame Fahren erhoffen wir uns, ungefähr auf das gleiche konditionelle Level zu gelangen und so im gleichen Tempo zu fahren. Auch für den Arbeitsweg bin ich vom Elektrovelo zum normalen Velo umgestiegen.
Gibt es längere bisherige Velotouren?
Keine, ich bin überhaupt nicht vertraut mit Velos. Längere Strecken als die von meinem Schulweg habe ich bisher kaum zurückgelegt. Daher ist diese «Velo-Welt» totales Neuland für mich.
Was sagten Ihre Eltern dazu?
Meine Eltern haben mich zuerst ein wenig krumm angesehen, als ich ihnen erzählt habe, dass ich mit dem Velo nach Italien ans Mittelmeer fahren will. Mit Informationen zur Reise und dem Infoabend am BBZ haben sie den Reiz und das unvergessliche Erlebnis dahinter aber auch erkannt.
Welche Sportarten machen Sie noch?
Schon von klein auf spiele ich Fussball beim Fussballclub Sins. Damit habe ich die Freude am Sport entdeckt, und seit rund einem Jahr besuche ich ebenfalls das Fitnessstudio in Sins.
Regina Bachmann (17), Beinwil
Wie haben Sie sich vorbereitet?
An den Wochenenden radelte ich mit anderen Teilnehmern oder mit Freunden. Mal kleinere Strecken und zwischendurch auch grössere Touren bis zu 100 Kilometern. Und unter der Woche sammelte ich mit «Bike to Work» fleissig Kilometer und auch Höhenmeter. Velofahren ist für mich aber nichts Neues, ich fuhr schon vorher so zur Arbeit.
Gibt es längere bisherige Velotouren?
Ich fuhr mit dem Velo nach Yverdonles-Bains und zurück, das dauerte auch rund eine Woche. Die Tour hat mir gezeigt, dass man mit dem Velo ziemlich weit kommt, wenn man dranbleibt.
Was sagten Ihre Eltern dazu?
Sie finden es cool, dass ich so etwas erleben will, und vertrauen darauf, dass ich gut auf mich aufpasse. Ich konnte bis jetzt immer auf ihre Unterstützung zählen, das schätze ich sehr.
Welche Sportarten machen Sie noch?
Wenn ich nicht auf zwei Rädern unterwegs bin, gehe ich gerne ab und zu eine Runde joggen. Doch mein grösstes Hobby ist der Turnverein. Früher konzentrierte ich mich auf die Leichtathletik, vor zwei Jahren begann ich dann mit Gymnastik, Steinstossen und Fachtest.
Jarin Kreienbühl (19), Abtwil
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Mit meiner Gruppe zusammen haben wir die vorgegebene Einfahrroute zweimal absolviert. Ausserdem habe ich versucht, das Velofahren in meinen Alltag einzubauen. So bin ich zum Beispiel vermehrt mit meinem Velo zur Arbeit gefahren.
Gibt es längere bisherige Velotouren?
Bisher habe ich so gut wie keine Velotouren unternommen und konnte die Faszination dahinter auch nie richtig verstehen.
Was sagten Ihre Eltern dazu?
Zuerst waren sie etwas verwirrt, da ich, wie bereits erwähnt, nie ein richtiger Velofanatiker war. Als ich ihnen jedoch das Konzept von BBZ by Bike erklärte und sie am Infoabend teilgenommen hatten, fanden sie es eine super Idee.
Welche Sportarten machen Sie noch?
Momentan gehe ich mehrmals pro Woche ins Fitnessstudio und spiele gerne Fussball mit meinen Freunden. Früher habe ich insgesamt zehn Jahre lang Eishockey beim EVZ gespielt.