Mehr Sicherheit bei der Wasserversorgung
21.11.2025 SinsIn der Winterhalden ist am Samstag ein neues Stufenpumpwerk eröffnet worden. Das Projekt «Netzverbund», zu dem es gehört, markiert einen Meilenstein für die künftige Versorgungssicherheit in der Region.
ANNETTE KNÜSEL
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In der Winterhalden ist am Samstag ein neues Stufenpumpwerk eröffnet worden. Das Projekt «Netzverbund», zu dem es gehört, markiert einen Meilenstein für die künftige Versorgungssicherheit in der Region.
ANNETTE KNÜSEL
Damit frisches Wasser jederzeit und in bester Qualität aus dem Hahn fliesst, muss ein weit verzweigten Leitungsnetzwerk wie geschmiert laufen, Stunde für Stunde, Tag für Tag. Was schon auf Gemeindeebene hoch komplex ist, wurde nun auf den nächsten Level gehoben: Das neuen Stufenpumpwerk verbindet das Leitungsnetz von vier Gebieten, die bisher nur teilweise und nicht ausreichend miteinander verbunden waren.
Ein Durchbruch, für den Notfall
Seit jeher hat jede Gemeinde ihre eigenen Quellen, Leitungen, Pumpen und Reservoirs. In Sins zum Beispiel wird 70 Prozent des Wassers dem Grundwasser in der Reussebene entnommen. Doch was tun, wenn dort wegen Hochwassers kein Grundwasser entnommen werden kann? Oder wenn in den höher gelegenen Gebieten wetterbedingt nur wenig Wasser zur Verfügung steht?
Als im Jahr 2005 wegen eines Hochwassers in Sins das Wasser knapp zu werden drohte, haben die benachbarten Wasserversorgungen mit grossen Schläuchen ihr Wasser in die Sinser Leitungen gepumpt. Mit dem neu eröffneten Stufenpumpwerk Winterhalden ist das Provisorium «oberirdische Schlauchverbindung» nun Geschichte. «Mit der Klimaveränderung wird der Druck auf die Wassermenge steigen, und auch der Wasserqualität wird immer höhere Beachtung geschenkt», sagte Alfons Knüsel, Präsident der Wasserversorgung Ballwil, und hält zufrieden fest: «Jetzt haben wir eine sehr wichtige alternative Versorgungssicherheit geschaffen.» Denn nun gibt es nicht nur fest installierte Leitungen im Boden, die an die Netzwerke der Nachbargemeinden angeschlossen sind. Mit dem Stufenpumpwerk Winterhalden haben die Genossenschaften auch die Möglichkeit, das Wasser je nach Bedarf aus Richtung Sins hoch- oder aus Ballwil runterzupumpen. Dadurch ist ein riesiges Leitungsnetz entstanden, das sich von der Reussebene in Sins bis nach Ballwil, Hohenrain und Hochdorf im Kanton Luzern spannt. Genutzt werden soll es zunächst nur in Notsituationen.
Das Freiamt hat die Nase vorn
Mathias Müller, Präsident der Wasserversorgung Sins und Umgebung, erinnerte in seiner kurzen Ansprache daran, wie das Projekt in den vergangenen fünf Jahren gefasst, geplant und realisiert worden ist. 2020 hatten sich die Ballwiler an die Sinser gewendet, 2021 nahm das Projekt Fahrt auf. Es folgten viele Diskussionen, Anpassungen und Neuaufgleisungen. Vor einem Jahr schliesslich der erste Spatenstich, doch erst im Frühling 2025 konnte wirklich gebaut werden. Nun steht das Gebäude, der Testbetrieb läuft, letzte Optimierungen können vorgenommen werden. «Das ganze Projekt verbindet vier verschiedene Wasserversorgungen in drei verschiedenen Gemeinden und zwei verschiedenen Kantonen. Und ich glaube, das ist schon etwas Spezielles», sagte Müller und dankte allen Beteiligten: der Wasserversorgung Ballwil Genossenschaft (WVB), der Wasser Genossenschaft Oberrüti (WGO) und der Wasserversorgung Fenkrieden, seinen Kollegen – und speziell seinem Vorgänger Urs Rüttimann – bei der Wasserversorgungs-Genossenschaft Sins und Umgebung (WVGS) für die gute Zusammenarbeit. Weiterer Dank galt den beteiligten Unternehmern für ihre gute Arbeit, den Ingenieuren für die zuverlässige Planung, Begleitung und Projektleitung und nicht zuletzt dem Grundeigentümer Peter Suter, der den Bau immer wohlwollend begleitet und dadurch überhaupt erst möglich gemacht habe.
Und es zeigt sich: Das Freiamt hat wiedermal die Nase vorne. Denn während auf Kantonsebene noch über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit diskutiert wird, wurden mit dem Stufenpumpwerk Winterhalden ganz pragmatisch Tatsachen geschaffen.



