Massive Einsparungen bei Bauprojekten
12.06.2026 AuwDer Gemeinderat blickte an der Einwohnergemeindeversammlung vom Mittwoch auf ein äusserst erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Neben einem deutlichen Plus in der Gemeindekasse blieben mehrere Infrastrukturprojekte im Nachhinein massiv unter dem budgetierten Kreditantrag.
...Der Gemeinderat blickte an der Einwohnergemeindeversammlung vom Mittwoch auf ein äusserst erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Neben einem deutlichen Plus in der Gemeindekasse blieben mehrere Infrastrukturprojekte im Nachhinein massiv unter dem budgetierten Kreditantrag.
EDI WIDMER
Da die Mehrzweckanlage wegen der Einquartierung des Militärs besetzt war, fand die Gemeindeversammlung in der Turnhalle statt. Dort präsentierte die Finanzvorsteherin Claudia Huwiler die Jahresrechnung 2025. Statt des im Budget vorsichtig prognostizierten Ertragsüberschusses von rund 184’000 Franken schloss die Rechnung mit einem Plus von über 470’000 Franken ab. Dieser beachtliche Überschuss wurde vollumfänglich dem Eigenkapital zugewiesen, was der Gemeinde für anstehende Aufgaben ein solides finanzielles Polster verschafft.
Ebenfalls erfreulich fielen die vier Kreditabrechnungen aus. Einzig bei der Ersatzbeschaffung eines Pionierfahrzeugs PIF 3 für die Feuerwehr gab es eine minimale Kreditüberschreitung von 1’377 Franken, bei Gesamtkosten von rund 156’000 Franken. Weil der Hersteller VW das geplante Grundchassis aufgrund von Umstrukturierungen kurzfristig aus dem Sortiment nahm, musste die Beschaffungskommission auf einen Toyota Hilux Pick-Up ausweichen. «Es ist ein cooles, lässiges Fahrzeug geworden», freute sich die zuständige Vizeammann Katja Zimmermann.
Deutlich günstiger als geplant
Die anderen drei Grossprojekte schlossen weit unter den veranschlagten Kosten ab. Ein wahrer Budget-Coup gelang beim Umbau der Bushaltestelle Mitteldorf an der Alikonerstrasse K 348. Der im Jahr 2022 bewilligte Kredit von 336’000 Franken wurde um über 100’000 Franken unterschritten. Die Bruttokosten beliefen sich am Ende auf lediglich gut 231’000 Franken. Der Gemeinderat begründet dies mit geschickten Synergien bei der gleichzeitigen Sanierung des Strassenbelags sowie einem Planungsfehler im Kreditantrag, bei dem die Beleuchtungskosten fälschlicherweise der Gemeinde statt der zuständigen Elektra angerechnet worden waren.
Direkt daneben, an derselben Strassenachse, schlug auch die Erneuerung der Schmutz- und Sauberwasserleitung positiv zu Buche: Hier konnten knapp 55’000 Franken eingespart werden, da keinerlei unvorhergesehene Kosten anfielen und der Deckbelag direkt über das Strassensanierungsprojekt abgewickelt wurde.
Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien zeigte sich Auw effizient. Die neuen Photovoltaikanlagen auf dem Schulhausdach kosteten gut 113’000 Franken und blieben damit über 22’000 Franken unter dem Budget. Durch die gemeinsame Vergabe mit dem PV-Projekt an der Tribetfeldstrasse wurde ein Rabatt von 6 Prozent ausgehandelt. Nach Abzug von Fördergeldern investierte die Gemeinde nur rund 85’000 Franken. Sämtliche Kreditabrechnungen und Berichte wurden von den 105 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern genehmigt.
Zusicherung Gemeindebürgerrecht
Neben den Finanzgeschäften befasste sich die Versammlung auch mit einem wichtigen persönlichen Anliegen aus der Dorfgemeinschaft. Nach eingehender Prüfung aller Einbürgerungsvoraussetzungen und dem erfolgreichen Abschluss des staatsbürgerlichen Tests sowie des persönlichen Einbürgerungsgesprächs empfahl der Gemeinderat ein Gesuch zur Annahme.
Konkret wurde den Stimmbürgern beantragt, dem Gemeindebürgerrecht von Gjylfirije Sabedini (42) und ihrem Sohn Diar (8) zuzustimmen. Der Gemeinderat war überzeugt, dass die Bewerber sämtliche gesetzlichen Kriterien für die Aufnahme in das Gemeindebürgerrecht vollauf erfüllen. Die Gemeinde sah das genauso und stimmte dem Begehren zu.
Strategischer Immobilienkauf für die Schule
Gemeindeammann Marlis Villiger erklärte an der Versammlung: «Nachdem der Kirchenrat und das Domkapitel der Kirchenpflege die Erlaubnis ausgesprochen hatten, dass sie das Pfarrhaus veräussern dürfen, wird die Gemeinde das Haus per 1. September zum Preis von 750’000 Franken käuflich erwerben. Zurzeit wird der Vertrag aufgesetzt.»
Zum Zeitpunkt der Verhandlungen war allerdings noch nicht absehbar, dass sich auch an anderer Stelle eine Zäsur anbahnt: Die Maria-Bernarda-Schwestern werden sich aus Nachfolgegründen aus Auw zurückziehen. Villiger führte dazu aus: «In ihrem Orden mangelt es an Nachwuchs und deshalb können sie den Standort Auw personell nicht mehr aufrechterhalten.»
Unabhängig davon hat das Pfarrhaus nun bereits eine neue Bestimmung gefunden: «Wir haben die Absicht, das Pfarrhaus in den erweiterten Schulbetrieb zu integrieren.» Villiger präsentierte der Versammlung die Entwicklung der Schülerzahlen und begründete den zukünftigen Platzbedarf. Trotz derzeit leicht rückläufiger Schülerzahlen steigen die Anforderungen an moderne, schulnahe Angebote. Räumlichkeiten wie die Tagesstruktur, der Mittagstisch, die allgemeine Betreuung und die Hausaufgabenhilfe brauchen dringend Platz. Ebenso könnten im ehemaligen Pfarrhaus künftig die Schulleitung, der Musikunterricht, die Schulsozialarbeit und weitere Dienste ein neues Zuhause finden.
Anstossen beim Apéro
Einen Neuzugang gab es auch in der Verwaltung. Seit dem 1. April arbeitet Nicole Bösch als Sachbearbeiterin Finanzen im Teilpensum bei der Gemeinde. Nachdem alle Traktanden zügig und in bestem Einvernehmen abgehandelt waren, schloss die Gemeindeammann die Versammlung. Beim anschliessenden Apéro nutzten viele der anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Gelegenheit, sich in ungezwungener Atmosphäre auszutauschen und auf das erfolgreiche Rechnungsjahr anzustossen.

