Im Frühling beginnt auch die Zeit der jungen Waldtiere. Darum gilt im Wald und am Waldrand vom 1. April bis zum 31. Juli eine gesetzliche Leinenpflicht für Hunde.
IRIS CAGLIONI
Warum Leinenpflicht, könnte man sich fragen. Gerade in der ...
Im Frühling beginnt auch die Zeit der jungen Waldtiere. Darum gilt im Wald und am Waldrand vom 1. April bis zum 31. Juli eine gesetzliche Leinenpflicht für Hunde.
IRIS CAGLIONI
Warum Leinenpflicht, könnte man sich fragen. Gerade in der Frühlingszeit, wenn die Natur erwacht, brauchen die Wildtiere im Wald besonderen Schutz: Sie sind trächtig oder mit der Brut und Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. Zum Schutz gilt deshalb im Wald und am Waldrand vom 1. April bis am 31. Juli die Leinenpflicht für Hunde.
Alle Besucherinnen und Besucher des Waldes sind während dieser Zeit gebeten, die Waldwege nicht zu verlassen, dies aus Rücksicht auf die Wildtiere, vor allem auf die bodenbrütenden Vögel.
Diese Leinenpflicht ist im selben Umfang in den angrenzenden Kantonen Zug, Luzern und Zürich gesetzlich verankert.
«Mein Hund jagt nicht» – eine trügerische Meinung
In der Nacht und in der Dämmerung sind die Wildtiere besonders aktiv. Sie sollen nicht gestört werden, darum wird vom Kanton gebeten, den Wald tagsüber zu geniessen. Guido Heggli, Obmann der Jagdgesellschaft Abtwil, meinte: «Den Hund an der Leine führen, wäre generell eine gute Sache. Auch wenn das Tier wirklich gehorsam ist. Ein Hund, egal wie lieb er ist, er hat einen Instinkt und kann auch einmal nicht gehorchen.»
Rehkitzrettung – die Jagdvereine bitten um Unterstützung
In der Schweiz sterben jährlich mehrere tausend Rehkitze bei der Grasernte. Der angeborene Drückinstinkt veranlasst die Jungen, sich bei Gefahr ganz still zu verhalten und sich an den Boden zu pressen. «Dieser Instinkt hat auch das Rotwild. Hirschkälber reagieren gleich», meinte Heggli.
Nach rund drei Lebenswochen verliert sich dieser Instinkt. Dennoch verlassen sich die Jungtiere immer noch auf ihre gute Tarnung und springen erst auf, wenn die Gefahr in unmittelbarer Nähe ist. Dann ist es zu spät, um vor einer schnell herankommenden Landmaschine in Sicherheit zu springen.
Der Auwer Jagdverein konnte in seinem Revier im letzten Jahr, dank vorzeitiger Mäh-Informationen der Landwirte, 14 Rehkitze vor dem Tod bewahren.
«Wenn wir wissen, wann gemäht wird, können wir rechtzeitig mit dem Einsatz von Drohnen in den frühen Morgenstunden reagieren.»
Wildunfälle – Fallwildproblematik im Frühling
Im Frühjahr wechselt das Rehwild in die sogenannten «Sommereinstände». Das heisst, das Wild muss auch Strasse überqueren und sich der Gefahr des Verkehrs aussetzen. Dies wiederum kann zu Wildunfällen führen, dies besonders in der Dämmerungszeit und in der Nacht. Die Jungtiere vom letzten Jahr bleiben so lange bei der Mutter, bis diese wieder ein Kitz setzen will. Dann muss das Jungtier «ausziehen» und sich sein eigenes Revier suchen. Die Jagdvereine bitten darum, Wildunfälle den Jagdaufsehern zu melden.