Kulturhaus Küngsmatt feierlich eingeweiht
20.06.2025 SinsBei hochsommerlichen Temperaturen wurde am vergangenen Samstag das Kulturhaus offiziell eingeweiht – mit Musik, Apéro und einem Brunnen aus der Eiszeit. Einst als kleines Projekt angedacht, strahlt es heute als kultureller Treffpunkt.
EVELYNE HEEB
...Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde am vergangenen Samstag das Kulturhaus offiziell eingeweiht – mit Musik, Apéro und einem Brunnen aus der Eiszeit. Einst als kleines Projekt angedacht, strahlt es heute als kultureller Treffpunkt.
EVELYNE HEEB
«Luzern hat das KKL, wir die Miniaturform davon – unser Kulturhaus.» Mit spürbarem Stolz eröffnete Gemeinderat Pius Vogel um kurz nach 10 Uhr die Feierlichkeiten im festlich geschmückten Küngsmattsaal. Die ganze Bevölkerung war eingeladen, gemeinsam anzustossen und die Räumlichkeiten zu besichtigen. 17 Jahre sind vergangen, seit der Grundstein zur Neugestaltung des Areals Ammannsmatt-Küngsmatt gelegt wurde. Im Rahmen eines Architekturwettbewerbs setzte sich damals das Projekt «Trifolium» des Architekten Stefan Häuselmann durch – ein Entwurf, der seither etappenweise verwirklicht wurde.
Gemeinschaftsprojekt
«Anfänglich wollten wir als Besitzerin der Parzelle ein eigenes, kleineres Projekt realisieren», erinnerte sich Josef Villiger, Vertreter der Katholischen Kirchgemeinde, in seiner Ansprache. «Wir merkten aber schnell, dass unsere Mittel dafür nicht ausreichen würden.» So suchte man die Partnerschaft mit der Einwohnergemeinde, und gemeinsam entwickelte man das rund 14-Millionen-Franken-Bauvorhaben. Gemeindeammann Josef Huwiler lobte die enge Kooperation: «Das ist mehr als eine Win-Win-Situation. Es hält uns zu- Oberfreiamtanzeiger 68x30mm sammen.»
Der pinkfarbene Schlüssel
Auch Architekt Stefan Häuselmann zeigte sich bewegt und dankbar für das langjährige Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde. Bereits 2013 konnte er im Rahmen desselben Projekts die Mehrzweckhalle Ammannsmatt realisieren. Mit dem neuen Kulturhaus ist nun ein weiterer Meilenstein vollendet.
Symbolisch überreichte er den Bauherren pink verpackte Bücher in Form eines Schlüssels – sein Beitrag zur Bibliothek und ein augenzwinkernder Verweis auf die pinkfarbenen Wände der Garderoben in der Mehrzweckhalle, die damals für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hatten.
Einsegnung der Räumlichkeiten
Bevor Pastoralraumleiter Johannes Frank die neuen Räume mit Weihrauch und Weihwasser einsegnete, teilte er einige Gedanken mit der Bevölkerung:
«Hier trifft man sich, tauscht sich aus, teilt das Leben. Ein Ort der Gemeinschaft und der Begegnung. Türen öffnen sich, Dialog entsteht. Offen, lebendig, vielfältig.» Und genauso lebendig und vielfältig gingen die Feierlichkeiten weiter.
Grosser Klang und goldene Details
Während die einheimische Band PCCD zeigte, wie gut der Küngsmattsaal auch akustisch funktioniert, servierte das Team der Apéro-Chuchi einen reichhaltigen Apéro. Die Gäste flanierten durch die Räume und bestaunten die goldfarbenen Verzierungen im Treppenhaus. «Wir haben alle Aussendörfer der Gemeinde festgehalten. Mit Blattgold wurden sie auf dem Sichtbeton angebracht», erklärte der Gemeindeammann.
Bibliothek, Ludothek und Kino
Bibliothek und Ludothek präsentierten ein buntes Programm. Neben der gewohnten Ausleihe erwarteten die Besucher ein Gewinnspiel, kreative Ausmalbilder, ein Glücksrad sowie ein Fahrzeugparcours, bei dem die Kinder ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen konnten.
Grosser Andrang herrschte auch beim Kino-Rundgang. Obwohl der reguläre Betrieb erst in etwa sechs Wochen startet, boten zwei der vier Säle bereits einen Vorgeschmack auf die kommenden Filmabende.
Auf die Frage nach einem möglichen Open-Air-Kino in diesem Sommer musste Kinobetreiber Bruno Arnold auf nächstes Jahr vertrösten: «Da der Pflanzenwuchs derzeit noch zu gering ist, kann die Wiese dafür noch nicht genutzt werden.»
Brunnen mit Geschichte
Der schön gestaltete Aussenbereich lud zum Verweilen ein und liess Ferienstimmung aufkommen. Zum lebhaften Stimmengewirr gesellte sich der Duft von Schlangenbrot, das bei der Jungwacht über der Feuerschale gebacken wurde. Vom Brunnen her drang fröhliches Kinderlachen. Huwiler beobachtete die muntere Kinderschar, die im kühlen Nass ihre Füsse plantschte. «Dass aus diesem Findling einmal ein Brunnen werden würde, hatte niemand geplant», erzählte er. Beim Bau der Süd-West-Umfahrung
war man auf den sieben Tonnen schweren Stein aus der Eiszeit gestossen und wollte ihn zur Gestaltung des Kreisverkehrs nutzen. Aus Kostengründen wurde der Plan verworfen und der Findling zwischengelagert – bis ihm in diesem Frühling in Form eines Brunnens neues Leben eingehaucht wurde. So fügt sich ein weiteres liebevolles Detail in ein Projekt, das Kultur, Begegnung und Bildung auf wunderbare Weise verbindet.