Körbe werfen wie Profis
15.11.2024 SinsWas vor drei Jahren als Projekt in Form einer Basketballschule begann, führte im Dezember 2023 zur Clubgründung. Seither findet jeden Freitagabend das Training für alle statt.
IRIS CAGLIONI
Der Verein wurde gegründet, um möglichst viele ...
Was vor drei Jahren als Projekt in Form einer Basketballschule begann, führte im Dezember 2023 zur Clubgründung. Seither findet jeden Freitagabend das Training für alle statt.
IRIS CAGLIONI
Der Verein wurde gegründet, um möglichst viele Kinder aus der Region für Basketball zu begeistern. Der Trainer, Nikola Tomic, will in ihnen das Feuer für die andere grosse Ballsportart entfachen. Er erzählt: «Beruflich spiele ich nicht mehr Basketball. Vor zwölf Jahren trainierte ich das erste Mal Junioren in Zug. Vor acht Jahren zügelte ich nach Sins. In der ganzen Region ist der Fussball sehr stark vertreten, der Basketball jedoch nirgends. Das will ich ändern.»
Wer bisher Basketball spielen wollte, war auf den Schulsport angewiesen und konnte in der Freizeit auf den Schulhausplätzen Körbe werfen. Wer mehr wollte, musste sich Richtung Zug orientieren.
Zusammen mit seinem Bruder Branko Tomic gründete der ehemalige Halb-Profispieler eine Basketballschule. «Das war unser Startprojekt und auch mit der Gemeinde so abgesprochen wegen der Hallennutzung. Wir wollten vor einer Vereinsgründung schauen, ob sich auch genügend Kinder und Jugendliche für diesen Sport interessieren.» Die beiden Brüder blicken zufrieden zurück. Die beiden ersten Jahre verliefen positiv. Es waren schnell zwischen 10 und 13 Kinder da, die sich für Basketball begeisterten. Der Grundstein war gelegt, und im Dezember 2023 gründeten sie den Verein «Basketball Club Sins». Nikola trainiert zwei Teams, die Herren U14 und die Herren U16 mit dem Ziel, bald auch eine U18-Mannscha! zu haben. «Heute sind bei uns 23 Spieler angemeldet, alle im Alter zwischen 9 und 16 Jahren.»
Training ist nicht nur Ballspielen
Immer freitags, am Abend zwischen 17.15 und 18.30 Uhr, wird ein freies Training in der Ammannsmatthalle in Sins angeboten. Wenn die Kinder zum Training in die Halle kommen, begrüssen sie erst den Trainer und schnappen sich einen Ball. Wenn 23 Kinder und somit auch 23 Basketbälle in einer Turnhalle zusammen loslegen, dann müssen alle aufeinander Rücksicht nehmen und achtsam sein. «Sie lernen von Anfang an, aufeinander zu achten. Das ist in unserem Mannscha!ssport sehr wichtig», so Nikola. Danach wird kurz im Kreis stehend besprochen, wie das Training abläu!, und los geht’s. Nebst der Kondition trainieren sie auch die Hände-Beine-Ball-Koordination. Insgesamt lernen die Kinder, was es heisst, ein Team-Player zu sein. Im Team zusammen agieren, im Training und im Wettkampf. An einem Wettkampf teilnehmen und gewinnen oder verlieren, das gibt ganz spezielle Gefühle. Nebst glücklichen Hochgefühlen und Frust über Niederlagen ist auch Nervosität mit dabei. «Sie lernen auch, sich zu fokussieren. Das ist nicht nur mit einem Ball spielen, das ist eine Lebensschule», weiss der Trainer aus eigener Erfahrung.
Ein junger Club mit Zukunft
Um die Spieler nicht zu überfordern, geht eine Mannscha! mit 12 Spielern an einen Wettkampf. «Es stehen aber immer nur fünf Spieler zeitgleich auf dem Platz», so Nikola. «Am letzten Samstag zu Beispiel spielten wir gegen Zug. Aus diesem Spiel konnten wir viel Lernstoff mit nach Hause und ins nächste Training nehmen», so der engagierte Trainer.
Die U18-Mannscha! muss also noch heranwachsen. «Wir möchten gerne wachsen und freuen uns, wenn neue Spieler dazukommen. Wichtig ist, dass alle Spieler Freude haben und an den Wettkämpfen teilnehmen können.» Sie wurden bereits angefragt, ob auch mal die Eltern spielen können. Hier sagt Nikola: «Wer weiss, was noch alles machbar ist.»
Die jungen Talente sind begeistert
Die Kinder sehen in ihrem Trainer ein Vorbild und schauen zu ihm auf. Das müssen sie auch, denn Nikola ist ganze zwei Meter gross. Die jungen Spieler kommen mit viel Eifer und grossen Ambitionen ins Training. Ihre Träume gleichen sich: «Ich will Profi-Spieler werden», meinte mehr als einer der Jungs. Ins Training kommen sie auch darum: «Weil ich gerne Basketball spiele», meinte einer. «Ich wollte schon immer Basketball spielen», sagte sein Kollege neben ihm. Und der nächste meinte: «Ich will ein bekannter Spieler werden.» Viele von ihnen sind mit dabei, seit es die Basketballschule gibt, und trainieren begeistert.
Wer sind Nikola und Branko Tomic?
Der 33-jährige Nikola wuchs in Zug auf. Basketball war bereits in seiner Kindheit und Schulzeit seine Leidenscha!, die ihn auch in ein Basketball-Collage nach Serbien führte. Dort erlitt er einen Spielerunfall und zog sich eine Rückenverletzung zu, die seine Karriere ausbremste. Zurück in der Schweiz absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung und konnte dank Therapien weiter als Spieler in diversen Mannscha!en mitspielen. Doch eine Profikariere war nicht mehr sein Ziel. Vor 12 Jahren begann er, die U16 bei Zug Basket in der Regionalliga zu trainieren, und erreichte mit ihnen den 1. Platz. Auch sein jüngerer Bruder Branko hat sich dem Basketball verschrieben. Er spielte in verschiedenen Vereinen bis zum A-Team der Schweizer Nationalmannscha!, und er trainierte zwei Jahre lang die U18 der «Swiss Central Basketball» Luzern. «Zurzeit ist er für den Basketball Club Sins unterstützend tätig, vorwiegend bei Wettkämpfen», denn er studiert noch.



