Die tiefen Temperaturen der vergangenen Tage stellten regionale Betriebe vor besondere Herausforderungen. So brauchte es nächtliche Einsätze bei der ARA Oberfreiamt und den Einsatz von Bunsenbrennern bei den Haustechnikern.
RAHEL HEGGLIN
Besonders ...
Die tiefen Temperaturen der vergangenen Tage stellten regionale Betriebe vor besondere Herausforderungen. So brauchte es nächtliche Einsätze bei der ARA Oberfreiamt und den Einsatz von Bunsenbrennern bei den Haustechnikern.
RAHEL HEGGLIN
Besonders heikel wird es bei der ARA Oberfreiamt bei Temperaturen unter minus sieben bis acht Grad. Dann trifft kalte Luft auf die vergleichsweise warmen Becken mit rund elf Grad Wassertemperatur. Es bildet sich Wasserdampf, der sofort gefriert. «Dieser Dampf legt sich auf die Ketten und Drahtseile unserer Anlagen und bildet eine Eisschicht», sagt der Klärwerkfachmann Fabian Nietlispach. Betroffen sind etwa Räumer, die über Ketten oder Seilzüge durch die Becken geführt werden. Frieren diese ein, können sie nicht mehr sauber bewegt werden, was zu Störmeldungen führt.
Nächtlicher Einsatz trotz Fernwartung
In der Nacht auf Dienstag kam es genau zu einem solchen Fall. Kurz nach 1 Uhr meldete die Anlage mehrere Störungen. Zunächst versuchte Nietlispach, diese per Fernwartung von zu Hause aus zu beheben. Als dies nicht ausreichte, rückte er aus und arbeitete bis in die frühen Morgenstunden vor Ort. «Ich war von 2 bis 4 Uhr auf der Anlage, um alles wieder gangbar zu machen», berichtet er. Mit Enteisungsarbeiten und Heizmassnahmen gelang es, die betroffenen Teile wieder in Betrieb zu nehmen.
Seltene, aber unvermeidbare Situationen
Solche Einsätze sind eher selten geworden. In den vergangenen Wintern traten derart tiefe Temperaturen kaum auf. «Das passiert nur bei einem richtigen Kälteeinbruch. In den vergangenen Jahren hatten wir wegen Frost nie Probleme», so der Klärwart. Ähnliches könne aber auch bei starkem Schneefall passieren, wenn bewegliche Anlagen durch Schnee blockiert werden.
Trotz der Störungen blieb die Abwasserreinigung jederzeit gewährleistet. «Wir hatten absolut kein Problem», betont Nietlispach. Das gereinigte Wasser erfüllte durchgehend alle Vorgaben, sodass es bedenkenlos in die Reuss weitergeleitet werden konnte.
Eingefrorene Leitungen bei Bauernhöfen
Auch die Haustechnikerfirmen waren in den vergangenen Tagen gefordert. Kilian Küng von der Küng Haustechnik in Beinwil berichtet von zahlreichen Einsätzen. «Pro Tag hatten wir rund zehn Einsätze. Viele davon betrafen Leitungen von älteren Ställen. Bei diesen fehlt die nötige Isolation.» Die eingefrorenen Leitungen mussten die Servicemonteure mit Heizgeräten und Bunsenbrennern wieder auftauen. In neueren Ställen treten solche Probleme kaum mehr auf, da in diesen auf ein Zirkulationssystem gesetzt wird.
Häufig sei auch menschliche Nachlässigkeit im Spiel. «Leute vergessen, das Wasser frühzeitig abzustellen. Dies wäre aber eine wichtige Vorbereitung für den Winter», erklärt Küng.
Die Einsätze der Haustechniker drehten sich aber nicht nur um gefrorene Leitungen, sondern auch um ausgefallene Heizungen oder Wärmepumpen. In solchen Fällen wurden provisorische Notheizungen installiert, um die Gebäude rasch wieder zu wärmen.
Trinkwasserleitungen sind nicht betroffen
In den kommenden Tagen sollten die Temperaturen wieder etwas ansteigen, was zu einer Entspannung der Lage führt. Dass die Leitungen der Wasserversorgungsgenossenschaft Sins und Umgebung gefrieren, darüber muss man sich keine Sorgen machen. Gemäss dem Brunnenmeister Stefan Amhof liegen alle Wasserleitungen in ausreichender Tiefe. Auch die Ventile der Hydranten sind genug tief im Boden, damit sie von der Eiseskälte geschützt sind.