Kanton rückt ältere betreuende Angehörige ins Zentrum
06.11.2026 PolitikMenschen, die trotz nachlassender eigener Kräfte Angehörige betreuen, standen dieses Jahr im Zentrum des Tags der betreuenden Angehörigen. Ziel war es, ihre Leistung zu würdigen, ihre Anliegen sichtbarer zu machen und Unterstützungs- und Entlastungsangebote ...
Menschen, die trotz nachlassender eigener Kräfte Angehörige betreuen, standen dieses Jahr im Zentrum des Tags der betreuenden Angehörigen. Ziel war es, ihre Leistung zu würdigen, ihre Anliegen sichtbarer zu machen und Unterstützungs- und Entlastungsangebote aufzuzeigen.
pd | Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 setzt sich die Interessengemeinschaft für betreuende Angehörige dafür ein, Unterstützungsangebote bekannter zu machen. Angehörige übernehmen vielfältige Aufgaben: Sie leisten psychische und soziale Unterstützung, helfen im Haushalt, erledigen administrative Arbeiten, übernehmen Fahrdienste oder kümmern sich um die Pflege. Im Jahr 2026 legt die Interessengemeinschaft den Schwerpunkt auf ältere betreuende Angehörige.
Wenn die eigenen Kräfte nachlassen
Angehörige leisten Betreuungs- und Pflegearbeit oft ganz selbstverständlich. Mit der Zeit kann diese Aufgabe jedoch belastend werden – gerade für ältere Menschen. Sie betreuen ihre Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, Eltern, enge Verwandte oder Freunde. In der Schweiz ist ein Drittel der betreuenden Angehörigen im Pensionsalter.
Die Herausforderungen reichen von der Organisation des Alltags über emotionale Belastungen bis hin zu finanziellen und gesundheitlichen Folgen für die Betreuenden selbst. Wenn die eigenen Kräfte nachlassen, wird es zunehmend schwieriger, den Bedürfnissen der betreuten Person und den eigenen gerecht zu werden. Gleichzeitig sind betreuende Angehörige eine tragende Säule in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen.
Unterstützung und Entlastung
Der Kanton Aargau hat seine Webseite www.ag.ch/ichhelfe aktualisiert. Dort finden Angehörige vielfältige Unterstützungsangebote. Dazu gehören spezialisierte Beratung, individuelle Entlastungsangebote und Informationen zu finanziellen Entlastungsleistungen. Offene Treffpunkte ermöglichen zudem den Austausch mit anderen betreuenden Angehörigen.
Ein Tag für mehr Sichtbarkeit
Am 30. Oktober lud die Interessengemeinschaft ältere betreuende Angehörige im Rahmen der Aktionstage «Psychische Gesundheit» zu einem Anlass ins Grossratsgebäude in Aarau ein. Dieser sollte Informationen vermitteln, Austausch ermöglichen und Gelegenheit bieten, Unterstützungsund Entlastungsangebote im Kanton kennenzulernen.
Das Programm sah nach der Begrüssung durch Regierungsrat Jean-Pierre Gallati den Erfahrungsbericht einer betreuenden Angehörigen vor. Anschliessend sollte Prof. Dr. Carlo Knöpfel Entlastungsmöglichkeiten aufzeigen. Bei Kaffee und Kuchen war Gelegenheit vorgesehen, mit Fachpersonen und anderen Betreuenden ins Gespräch zu kommen und sich über passende Angebote zu informieren.
Der interkantonale Tag der betreuenden Angehörigen macht sichtbar, was Betroffene tagtäglich leisten. Gleichzeitig zeigt er auf, wo sie Unterstützung erhalten. Ziel ist es, ältere betreuende Angehörige zu stärken, ihre Leistung anzuerkennen und ihnen Möglichkeiten zur Entlastung aufzuzeigen.
