Die meisten schweren Verletzungen im Alter sind auf Stürze zurückzuführen. Eine neue Befragung der BFU zeigt: Mehr als jede zweite Person ab 65 weist ein erhöhtes Sturzrisiko auf.
pd/red | Jedes Jahr sterben in der Schweiz mehr als ...
Die meisten schweren Verletzungen im Alter sind auf Stürze zurückzuführen. Eine neue Befragung der BFU zeigt: Mehr als jede zweite Person ab 65 weist ein erhöhtes Sturzrisiko auf.
pd/red | Jedes Jahr sterben in der Schweiz mehr als 1’700 Menschen an den Folgen eines Sturzes. 95 Prozent davon sind 65 Jahre alt oder älter. Hinzu kommen jährlich knapp 6’500 Schwerverletzte. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,8 Milliarden Franken. Mit der alternden Bevölkerung dürfte diese Zahl weiter steigen. Gleichzeitig bleibt grosses Präventionspotenzial ungenutzt – besonders beim Training von Kraft und Gleichgewicht sowie bei der sturzsicheren Gestaltung des Wohnraums.
Das stille Unfallrisiko
Stürze im Alter werden trotz ihrer gravierenden Folgen häufig unterschätzt. Ein erhöhtes Risiko ist oft früh erkennbar, etwa durch Unsicherheit beim Gehen, Sturzangst oder einen früheren Sturz.
Über die Hälfte betroffen
Die BFU befragte Personen zwischen 65 und 89 Jahren zum Sturzrisiko. Fast jede zweite Person zwischen 65 und 74 Jahren weist mindestens einen Risikofaktor auf, bei den über 85-Jährigen sind es mehr als drei von vier. Fast jede fünfte Person ab 65 Jahren ist in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal gestürzt. Bei den über 85-Jährigen beträgt der Anteil 27 Prozent. Rund ein Drittel der Betroffenen musste medizinisch behandelt werden.
Prävention wird zu wenig genutzt
Viele Stürze lassen sich durch gezieltes Training und Anpassungen der Umgebung verhindern. «Stürze können von heute auf morgen ein Leben verändern. Darum ist es wichtig, so früh wie möglich gegenzusteuern. Wer sein persönliches Sturzrisiko kennt und etwas dagegen unternimmt, kann viel dafür tun, auch im Alter sicher und selbstständig zu bleiben», sagt Cédric Eschmann, Leiter der Abteilung Haus und Freizeit der BFU.
Sturzgefahren überprüfen lassen
Doch Präventionsangebote werden zu selten genutzt. Nur 37 Prozent der älteren Erwachsenen trainieren Kraft und Gleichgewicht im empfohlenen Umfang. Nur 6 Prozent haben ihre Wohnung oder ihr Haus professionell auf Sturzgefahren überprüfen lassen. Selbst bei Personen mit erhöhtem Risiko sind es nur 8 Prozent.
Das Sturzrisiko senken
Regelmässig Kraft und Gleichgewicht trainieren – mindestens 90 Minuten pro Woche. Tipps und Übungen gibt es auf sichergehen.ch.
Den Wohnraum sturzsicher gestalten, etwa durch die Beseitigung von Stolperfallen sowie gute Beleuchtung und Handläufe. Die BFU bietet eine digitale Checkliste.
Medikamente und Sehkraft überprüfen lassen. Bestimmte Medikamente und nachlassende Sehfähigkeit können das Sturzrisiko erhöhen.
Gemeinsam Stürze verhindern
Die BFU engagiert sich mit Partnerorganisationen für eine ganzheitliche Sturzprävention. Dazu gehören Kampagnen, Trainingsprogramme, Onlinetools und lokale Präventionsangebote. Im Herbst 2027 bringt die BFU Fachpersonen aus Gesundheit, Pflege, Prävention, Wissenschaft, Verbänden und Behörden an einer nationalen Fachtagung zur Sturzprävention zusammen.
Weitere Informationen: bfu.ch/stoppsturz