Gewerbler-Höck in der Industrie Nord
30.10.2026 SinsDer Herbstanlass des Gewerbevereins führte die Gäste in die Industrie Nord. Vier Firmen öffneten ihre Türen und gaben Einblicke in ihre Arbeitsbereiche. Der gemütliche Ausklang mit Nachtessen diente auch zum Netzwerken.
IRIS CAGLIONI
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Der Herbstanlass des Gewerbevereins führte die Gäste in die Industrie Nord. Vier Firmen öffneten ihre Türen und gaben Einblicke in ihre Arbeitsbereiche. Der gemütliche Ausklang mit Nachtessen diente auch zum Netzwerken.
IRIS CAGLIONI
Am Donnerstagabend luden Villiger Bau AG, Eika GmbH, Härterei Niggli AG und Inox-Montagen Meier & Stöckli AG zum Gewerblerhöck mit Firmenführungen ein. Insgesamt versammelten sich rund 70 Gewerbetreibende in der Halle bei Villiger Bau AG. Michael Villiger vom Gewerbeverein begrüsste die zahlreich erschienenen Gäste und stellte die Geschäftsführer der vier Firmen vor. Bevor die eigentlichen Firmenführungen stattfanden, erzählte Josef Sepper Villiger, wie es überhaupt zum Standort «Industrie Nord» gekommen ist. «1941 wurde der Lonza-Standort in Betrieb genommen. Produziert wurde Salpetersäure. Der Standort in der Zentralschweiz war optimal, sogar der Nebel, der die nächtliche Sicht einschränkte, war willkommen. 1983 wurde die Lonza von der ICI geschluckt, es gab weitere Firmenzusammenschlüsse und 1996 wurde die Produktion eingestellt, doch die Hallen standen noch da.»
Warum es die Industrie Nord heute gibt
1997 konnte die Immobilienfirma «Masero» einen Teil dieser Halle mit der Fläche von 378 Aren kaufen. Der Name Masero bildet sich aus den ersten beiden Buchstaben der Vornamen der drei Sinser, welche hier investierten: Max Hofstetter, Sepp Konrad und Rolf Geli. «Wir konnten hier zu günstigen, fairen Preisen Gewerbeland kaufen. Max Hofstetter und Sepp Konrad sind heute hier. Rolf Geli weilt leider nicht mehr unter uns. Euch gebührt ein riesiges Dankeschön.» Mit diesen Worten ehrte Villiger die drei Mitbegründer der heutigen Industrie Nord, bevor er die Gewerbevertreter zu den Firmenrundgängen verabschiedete.
Härterei Niggli AG
Geschäftsführer Stefan Niggli führte durch seinen Betrieb und zeigte die kleinen und grossen Metallgegenstände, die in den riesigen Öfen ausgehärtet werden. «Die Verfahren sind unterschiedlich: Schutzgashärten, Vakuumhärten, Nitrieren, Glühen oder Strahlen.» Die Temperaturen in den unterschiedlichen Öfen liegen zwischen 500 und 1200 Grad Celsius. Um solche Betriebstemperaturen zu erreichen, bedarf es drei bis vier Tage. Darum laufen die Geräte in einem 24/7-Betrieb mit Mitarbeitern, die im Turnus an den Wochenenden jeweils morgens und abends die Chargen überwachen. «An Weihnachten fahren wir die Geräte für zwei Wochen herunter, dann werden sie auch gewartet, bevor sie wieder eingeschaltet werden», informierte Niggli.
Inox-Montagen Meier & Stöckli AG
«Wir produzieren Chromstahlrohrleitungen, mit der Spezialisierung für die Lebensmittelindustrie», erzählte Geschäftsleiter Rupert Meier. Die Einzelteile sind nur noch aus China erhältlich. «Alle Lieferanten müssen sich an die hohen Standards halten, darum ist die gelieferte Qualität gut», so Meier. Nach einer kurzen Führung durch die Büroräume mit Einblick in die technische Planung solcher Leitungen konnte noch mitverfolgt werden, wie eine Schweissnaht im Inneren eines Rohrs gemacht wird. Sven Omlin demonstrierte diese Art des Schweissens mit Gas. Wer wollte, konnte mit einer Augenschutzvorrichtung aus der Nähe zusehen, wie die Funken sprühten.
Eika GmbH
Die Brüder Stefan und Michael Hohl führen zusammen die Firma Eika GmbH. Echtholzparkett ist ihre Stärke, Nachhaltigkeit ihre Devise. Die Räumlichkeiten des Dienstleisters liegen am Rand der Industriezone mit herrlichem Blick auf die grüne Reussebene. «Auf die Nachhaltigkeit bei der Ressource Holz legen wir grossen Wert», informierte Michael Hohl.
«Wenn Sie heute eine Eiche pflanzen, damit Sie einen Parkettboden bekommen, dann hat frühestens Ihr Nachkomme der dritten Generation diesen Baum als Ressource zur Verfügung. Es dauert rund 150 Jahre, bis eine Eiche die nötige Grösse hat, um Holz für Parkett zu liefern. Eiche ist das am häufigsten gewählte Parkettholz.» In der an den Showroom angrenzenden Lagerhalle roch es nach Holz.
Villiger Bau AG
Der Einblick in die Arbeit der Villiger Bau AG wurde von Sabine Lienhard gegeben. Mit einer PowerPoint-Präsentation zeigte sie die Herausforderungen eines modernen Bauunternehmens. Es deckt ein breites Leistungsspektrum ab mit Schwerpunkt auf Hoch- und Tiefbau, An- und Umbauten bis hin zum Sichtbeton oder dem kleinen Gartenmäuerchen als individuelle Kundenarbeit. «Wir beschäftigen 52 Mitarbeitende, darunter fünf Lernende. Fachliche Kompetenzen und gut ausgebildete Mitarbeitende sind für unseren Betrieb enorm wichtig. Trotz der fortschreitenden Digitalisierung im Betrieb haben wir beschlossen, dass die Lernenden keine Handys auf den Baustellen bei sich haben dürfen. Sie sollen in den kurzen Pausen miteinander reden, Fragen stellen und nicht auf den Bildschirm schauen.»
Gemütliches Beisammensein
Im Anschluss an die Führungen wurde ein Nachtessen serviert, welches an den Festbänken in der Einstellhalle der Villiger Bau AG eingenommen wurde. «Der ganze Anlass war ein grosser Erfolg. Es war gemütlich, ein sehr gutes Essen vom Salat bis zum Dessert ein Genuss», meinte Lienhard.


