Gewerbe und Schule spannen zusammen
02.10.2026 Sins, Jugend/AusbildungAn der Sinser Gewerbeausstellung vom letzten Herbst führte der Gewerbeverein erstmals einen Schülerrundgang durch. Der Anklang war so gross, dass sich die Gewerbetreibenden einen Tag Zeit nahmen für die künftigen Lernenden.
IRIS CAGLIONI
...An der Sinser Gewerbeausstellung vom letzten Herbst führte der Gewerbeverein erstmals einen Schülerrundgang durch. Der Anklang war so gross, dass sich die Gewerbetreibenden einen Tag Zeit nahmen für die künftigen Lernenden.
IRIS CAGLIONI
Einblicke in die Berufswelt zu erhalten, ist für Schülerinnen und Schüler der 2. Oberstufe wegweisend. Wie sehr sich die Schüler dafür interessieren und wie neugierig sie auf das regionale Gewerbe sind, zeigte sich an der SIGA25. An diesen Erfolg will der Gewerbeverein und auch die Schule Sins anknüpfen. Darum haben sie einen zusätzlichen Berufsinfotag ins Leben gerufen, welcher zum Ziel hat, dass die Schüler unterschiedliche Berufe, Arbeitsabläufe und Unternehmen kennenlernen können. «Das gibt den Jugendlichen einen praxisnahen Einblick in die vielfältige Berufswelt unserer Region und ermöglicht ihnen erste Kontakte für allfällige Schnupperlehren. Damit fördern wir auch den Kontakt zwischen Gewerbe und Schule», meinte Michael Villiger vom Gewerbeverein Sins.
Am 22. September fand dieser spannende Tag erstmals statt. Insgesamt beteiligten sich 30 regional ansässige Firmen mit den unterschiedlichsten Berufsbildern. In drei Gruppen über den Tag verteilt konnten die Jugendlichen einen ersten Eindruck in die Berufswelt erhaschen.
Aufwand der Organisatoren
Michael Villiger vom Gewerbeverein Sins und Umgebung meinte: «Unser organisatorische Aufwand betrug rund 40 Arbeitsstunden. In dieser Zeit haben wir die teilnehmenden Betriebe angefragt, den Kontakt mit ihnen gepflegt und die Informationen zu den jeweiligen Berufen zusammengetragen. Die Zusammenarbeit mit der Schule war sehr angenehm, unkompliziert und konstruktiv.»
Die Schule teilte die Kinder ein und informierte die Eltern. Schulleiterin der Oberstufe, Raffaela Del Prestito, meinte: «Da wir den Berufsinfotag zum ersten Mal in dieser Form durchgeführt haben, war der organisatorische Aufwand für die Schule relativ hoch. Es galt, die Wünsche der Schüler zu erfassen, die verfügbaren Plätze in den Betrieben abzustimmen und daraus einen Ablauf für den ganzen Tag zu erstellen. Die von den insgesamt 125 Schülern genannten Prioritäten auf 40 Berufe in 30 Betrieben einzuteilen, war die grösste Herausforderung.
Feedback der Schüler und der Betriebe
Del Prestito berichtete: «Die Rückmeldungen waren insgesamt sehr positiv. Die Schüler beschrieben den Tag als abwechslungsreich und interessant. Besonders wertvoll war, dass sie Berufe nicht nur anhand von Beschreibungen kennenlernen konnten, sondern direkt vor Ort einen Eindruck erhielten. Ein solcher Besuch kann eine Vorstellung bestätigen, aber auch verändern. Beides hilft den Jugendlichen bei der Berufswahl.»
Im ähnlichen Stil waren die Rückmeldungen der Gewerbetreibenden. Villiger fasste zusammen: «Das Feedback der beteiligten Betriebe war durchwegs positiv. Einzelne Unternehmen brachten zudem wertvolle Verbesserungsvorschläge ein, insbesondere im organisatorischen Bereich.»
Keine Überraschungen und viel zu bieten
Villiger wurde in seinen Erwartungen bestätigt: «Die Veranstaltung war ein Gewinn für alle Beteiligten. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Ausbildung von Lernenden für unsere Mitgliedsbetriebe eine echte Herzensangelegenheit ist. Ich bin überzeugt, dass solche Anlässe einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung leisten und langfristig dem Fachkräfteman el entgegenwirken können. Besonders hervorheben möchte ich nochmals die ausgezeichnete und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Schule, die wesentlich zum Erfolg des Tages beigetragen hat. Del Prestito fasste zusammen, was der Tag den Schülern geboten hat: «Es war eine gute Gelegenheit, die eigenen Vorstellungen mit der Realität zu vergleichen. Der nächste Schritt kann bei Interesse eine Anfrage für eine Schnupperlehre beim betreffenden Betrieb sein. Damit können Schüler ihre weitere Berufswahl gezielter angehen.»
Lieber kochen oder Fahrrad flicken
Bei vier Firmen haben wir die Ausbildungsverantwortlichen zu diesem Tag befragt:
Amhof AG, Stefan Amhof, Landmaschinenmechaniker; Bikestore-Schwyz AG, Markus Stärkle, Fahrradmechaniker; Villiger Entsorgungssysteme AG, Raffael Troxler, Kaufmännischer Angestellter, Konstrukteur, Anlage- und Apparatebauer; Zentrum Aettenbühl, Nina Betschart, Pflegeberufe AGS und FaGe (*), Koch/Köchin, Fachfrau/- mann Hotellerie-Hauswirtschaft
(*) AGS = Assistentin/Assistent Gesundheit und Soziales, FaGe = Fachfrau/ -mann Gesundheit
Wie waren Zuverlässigkeit und Interesse?
Stefan Amhof, Amhof AG: Es waren alle Schüler anwesend und pünktlich. Bei den einen war das Interesse sehr gross, bei anderen etwas weniger. Es haben aber alle mitgemacht.
Bikestore-Schwyz AG: Ja, es sind alle Schüler vor Ort gewesen. Das Interesse war sehr gross, und es wurden eifrig Fragen gestellt.
Villiger Entsorgungssysteme AG: Wir waren vom Interesse mit 26 Schüler überwältigt und haben uns sehr auf den Tag gefreut. Alle waren anwesend und motiviert, Neues zu erfahren.
Zentrum Aettenbühl: Das Interesse war sehr gross. Die Schüler stellten viele Fragen und zeigten sich neugierig und interessiert an den verschiedenen Tätigkeiten.
Welche Arbeiten konnten sie ausführen?
Amhof AG: In der Werkstatt durften sie an einem Traktor diverse Einstellungen am Bordcomputer machen sowie verschiedene Funktionen ausprobieren. In der Kleingeräteabteilung durften sie einen kabellosen Mähroboter auf einem Stück Rasen selbständig installieren.
Bikestore-Schwyz AG: «Wir haben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Gesamtüberblick verschaffen wollen, und deshalb haben wir uns entschieden, keine Arbeiten zusammen auszuführen. In einer allfälligen Schnupperlehre bietet sich das besser an.
Villiger Entsorgungssysteme AG: In allen Sparten durften die Schüler etwas mitarbeiten. Bei den Konstrukteuren waren das Freihandzeichnen, Abkanten oder bei und im CAD ein paar Masse eingeben. Im kaufmännischen Sektor durften Fallbeispiele gelöst werden.
Zentrum Aettenbühl: Nach einem gemeinsamen Rundgang durch das Haus, wurden sie in die angemeldeten Bereiche aufgeteilt. In der Küche durften sie Birchermüesli für das Abendessen vorbereiten, Gemüsesalate rüsten und schneiden. Im Bereich Hauswirtschaft
Hotellerie wurde etwas zusammengenäht, und in der Pflege erhielten sie mit leichten Aufgaben einen Einblick in den Pflegealltag.
Überraschte Sie etwas besonders?
Amhof AG: Der Tag ist mehr oder weniger so abgelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben.
Bikestore-Schwyz AG: Die steigende Nachfrage nach handwerklichen Berufen hat uns am meisten überrascht und gefreut.
Villiger Entsorgungssysteme AG: Uns hat überrascht, wie respektvoll die Schüler waren. Man hat auch schnell gemerkt, wer Interesse am Beruf hat und sich später vielleicht dafür bewerben könnte.
Zentrum Aettenbühl: Uns hat besonders überrascht, wie interessiert die Schüler waren, ihr Einsatzwille und die offene Art. Sie haben sich aktiv an den verschiedenen Tätigkeiten beteiligt und waren offen und neugierig auf den Pflegealltag.
Der frühe Einblick in die Berufswelt und in die regionalen Betriebe bewerteten alle vier Ausbildungsverantwortlichen als äusserst wertvoll. Sie alle sehen darin eine Chance, Interesse bei den möglicherweise zukünfti en Lernenden zu erwecken. Bei einer erneuten Durchführung dieses Tages können sich alle gut vorstellen, wieder mitzumachen.


