Gerüst steht – Mitwirkungsverfahren läuft
23.05.2025 SinsNach dem Workshop mit der Bevölkerung vergangenen Oktober hat der Entwicklungsrichtplan (ERP) Dorf weiter Gestalt angenommen. Die Ergebnisse wurden am 14. Mai der Bevölkerung vorgestellt. Diese ist nun aufgerufen, weiter mitzuwirken.
RAHEL HEGGLIN
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Nach dem Workshop mit der Bevölkerung vergangenen Oktober hat der Entwicklungsrichtplan (ERP) Dorf weiter Gestalt angenommen. Die Ergebnisse wurden am 14. Mai der Bevölkerung vorgestellt. Diese ist nun aufgerufen, weiter mitzuwirken.
RAHEL HEGGLIN
Der Küngsmattsaal war mit knapp 50 Personen nicht ganz so gut gefüllt, wie sich das die Verantwortlichen gewünscht hätten. Doch Gemeindeammann Josef Huwiler fand dafür auch positive Worte: «So hat es etwas mehr Apéro für alle.» Nach seiner Begrüssungsrede übergab er das Wort Jannine Stüdeli vom Planer-Büro Karo. Sie erläuterte, was sich in den letzten rund sechs Monaten bezüglich ERP getan hat und welche Ergebnisse der Abend bringen soll: «Wir wollen euch die fünf Teilbereiche genau erklären und die Möglichkeit geben, eure Fragen und Anliegen zu formulieren. Zudem werden wir Rückmeldungen aufnehmen und je nachdem die Pläne nochmals anpassen.» Weiter erklärte sie, dass der Abend in zwei Teile gegliedert wird: Die Vorstellung via Präsentation sowie die Diskussionsrunde vor den aufgehängten Plänen beim Apéro. Nach diesen Worten übernahm Silja Dietiker, ebenfalls vom Planer-Büro Karo, die Vorstellung der einzelnen Bereiche.
Der Ort der Begegnungen
«Wir haben für jeden Bereich einen Konzeptplan mit Zielen und Handlungsfeldern erstellt», so Dietiker. Jeder Teilbereich hat zudem eine Legende, die weitere Details zu der Planung gibt. Beispielsweise, wie der Strassenraum aufgewertet werden könnte.
Als Erstes stellte sie den «Dörflichen Kern» vor, welcher das Gebiet rund um den Einhornkreisel definiert. Er gilt bei den Planern als wichtigstes Teilgebiet und soll eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen. Beispielsweise mit schattenspendenden Bäumen, Sitzmöglichkeiten oder auch einem Brunnen. «Hier wollen wir kleine Plätze schaffen, die für kurze Pausen, zum Treffen oder als Spielorte für Kinder geeignet sind.» Sie räumte aber ein, dass es sich nicht um Dorfplätze, sondern um kleinere Aufenthaltsorte handelt. Zudem sollen in diesem Bereich die Erdgeschosse der Immobilien von Läden, Dienstleistern oder Gastrobetrieben genutzt werden, um den Dorfkern zu beleben. Einige Bauten wurden im Plan mit einem gelben Punkt vermerkt. Dazu gehört beispielsweise das Gebäude, wo das Restaurant Mexicano drin ist. «Diese Häuser wirken sich positiv auf das Ortsbild aus und haben deshalb eine wichtige Funktion. Bei Verdichtungsabsichten ist ein Erhalt, ein Umbau oder eine Erweiterung dieser Bauten zu priorisieren», erklärte die Planerin.
Vorzonen unterschiedlich halten
Der zweite Bereich nennt sich «Wohnund Gewerbestrasse». «Hier möchten wir überhohe Erdgeschossräume ermöglichen, sodass die Sockelgeschosse offen gestaltet sind. Zusätzlich soll es in dieser Zone Kurzparkierungsmöglichkeiten geben.» Über welche Zufahrt dieses Gebiet erschlossen werden soll, muss noch definiert werden. Aktuell gibt es zwei Varianten.
Das dritte Teilgebiet erschliesst sich um die Aarauerstrasse. Es wird als «Wohnachse» definiert. Anders als beim Bereich «Wohn- und Gewerbestrasse» sollen hier die Wohn-Vorzonen mit Stauden, Bäumen oder Hecken gestaltet werden. «Es geht beispielsweise darum, dass man Tiefgaragen-Einfahrten zurücknimmt und genug Grünflächen rundum baut. Auch die Entsorgungsstellen sollen so gestaltet werden, dass sie versteckt sind und man sie nicht als Erstes wahrnimmt», erklärte Dietiker.
Fussgängern wird viel Beachtung geschenkt
Das «Scharnier» ist ein Teilstück der Luzernerstrasse/Lettenstrasse. Dieses Zwischengebiet bietet Potenzial zum baulichen Verdichten, soll aber einen guten Übergang zum Teilstück «Dörflicher Kern» bieten. Ein wichtiger Punkt im «Scharnier» ist der Knoten bei der Lettenstrasse. «Hier wollen wir die Verkehrssituation für die Fussgänger aufwerten. Beispielsweise könnten die Radien verkleinert oder eine Trottoir-Überfahrt erstellt werden», so die Planerin.
Das letzte Teilstück widmet sich dem «Zentrum am Bahnhof». Der Charakter soll hier durch grosse, moderne Bauten gegeben werden, sodass das Potenzial dieses Gebietes ausgeschöpft werden kann. Entlang der Bahnhofstrasse sollen die Baumreihen, wo möglich, ergänzt werden. Dazwischen könnten Längsparkfelder liegen, damit es keine grossen Parkierungsflächen gibt. Auch in diesem Bereich wird Wert auf eine hohe Aufenthaltsqualität als Begegnungsort gelegt.
Wenige Fragen, lange Diskussionen
Bei der anschliessenden Fragerunde gab vor allem der Verkehr zu reden sowie die Unterdorfstrasse. «Der Verkehr durch das Dorf müsste sich in den kommenden Jahren noch weiter reduzieren, wenn alle Navigationsgeräte den Umfahrungstunnel angeben», erklärte der Gemeinderat Jakob Sidler. Zur Unterdorfstrasse nahm Gemeindeammann Huwiler Stellung und meinte, dass die Gemeinde nicht für diese Strasse zuständig sei, da sie in Privatbesitz ist. Weitere Diskussionen wurden im zweiten Teil des Abends, beim Apéro und vor den aufgehängten Plänen, diskutiert.
Die weiteren Schritte
Der ganze Entwicklungsrichtplan Dorf ist ab sofort auf der Gemeinde-Homepage aufgeschaltet. Die Bevölkerung wird eingeladen, bis am 14. Juni mitzuwirken. Wer Ideen und Anregungen hat, kann diese per Mail an bauen@ sins.ch schicken. Diese Eingaben werden danach ausgewertet und fliessen gegebenenfalls in den definitiven Entwicklungsrichtplan Dorf ein. Sobald dieser vom Gemeinderat beschlossen ist, wird er behördenverbindlich.