Friedhofsprojekt im zweiten Anlauf genehmigt
12.06.2026 OberrütiDie Einwohnergemeindeversammlung verlief ruhig und sachlich. Neben der Jahresrechnung 2025 standen insbesondere die überarbeitete Friedhofsgestaltung sowie die beiden revidierten Konzessionsverträge mit der Elektround Wassergenossenschaft im Mittelpunkt.
RAHEL ...
Die Einwohnergemeindeversammlung verlief ruhig und sachlich. Neben der Jahresrechnung 2025 standen insbesondere die überarbeitete Friedhofsgestaltung sowie die beiden revidierten Konzessionsverträge mit der Elektround Wassergenossenschaft im Mittelpunkt.
RAHEL HEGGLIN
Gemeindeammann Urban Stenz konnte 58 von insgesamt 1’041 Stimmberechtigten begrüssen. Damit unterstehen alle Beschlüsse, ausschliesslich der Einbürgerung, dem fakultativen Referendum. Nach einem kurzen Überblick über die anstehenden Diskussionspunkte genehmigte der Souverän die Traktanden 1 und 2 einstimmig: Dabei handelte es sich um das Protokoll der Einwohnergemeindeversammlung vom 19. November 2025 sowie den Rechenschaftsbericht.
Deutlich besseres Rechnungsergebnis als erwartet
Stenz präsentierte die Jahresrechnung 2025, welche deutlich besser abschloss als budgetiert. Statt des erwarteten Aufwandüberschusses von 386’750 Franken weist die Rechnung einen Ertragsüberschuss von 37’872.33 Franken aus. Verantwortlich dafür seien insbesondere höhere Steuereinnahmen sowie Einsparungen in verschiedenen Bereichen. «Unter anderem im Schulwesen und beim Strassenunterhalt», so Stenz. Auch der Finanzierungsnachweis fällt positiv aus. Dank einer Selbstfinanzierung von rund 608’000 Franken konnte ein Finanzierungsüberschuss von knapp 488’000 Franken erzielt werden.
Die Rechnung wurde von der Finanzkommission zur Genehmigung empfohlen. Die Stimmberechtigten folgten diesem Antrag und genehmigten die Jahresrechnung 2025 einstimmig.
Friedhofsprojekt in abgespeckter Form
Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Traktandum 4 zur Erneuerung der Friedhofsanlage. An der Einwohnergemeindeversammlung vom vergangenen November war das Projekt mit Kosten von 120’000 Franken nach einem Rückweisungsantrag gestoppt worden.
Nun präsentierte Stenz eine deutlich redimensionierte Variante. Statt einer umfassenden Neugestaltung beschränkt sich das Projekt unter anderem auf die Erneuerung der bestehenden Kiesflächen mit barrierefreiem Rundkies, eine Staudenbepflanzung, neue Sitzbänke sowie die Sanierung des Gemeinschaftsgrabs. Die Kosten belaufen sich neu auf 38’000 Franken zuzüglich Teuerung.
In der Diskussion äusserte sich ein Stimmberechtigter. Er war Mitglied der Arbeitsgruppe zu diesem Projekt und argumentierte, dass die geplante Kiesfläche Vorteile für ältere Leute und Menschen mit einer Gehbehinderung hat. «Bei einem festen Kiesweg gibt es keine Spurrillen, man sinkt nicht ein und die Steine verteilen sich gleichmässig.» Seinem Plädoyer, das vorliegende Projekt zu genehmigen. folgte der Souverän mit grosser Mehrheit. Die Arbeiten zur Friedhofsgestaltung beginnen voraussichtlich im Frühling oder Sommer 2027.
Neue Konzessionsverträge genehmigt
Ohne grössere Diskussionen behandelte die Versammlung die revidierten Konzessionsverträge mit der Elektrogenossenschaft Oberrüti und der Wassergenossenschaft Oberrüti. Die beiden Traktanden präsentierte Gemeinderat Roland Meier: Die bisherigen Vereinbarungen stammen aus dem Jahr 2007 und wurden an die heutigen technischen und gesetzlichen Anforderungen angepasst.
Die Verträge regeln unter anderem Zuständigkeiten, Betrieb und Unterhalt der Infrastruktur sowie Fragen der Versorgungssicherheit. Beide Verträge wurden einstimmig genehmigt. Sie sind somit ab 2027 für die nächsten 20 Jahre gültig und verlängern sich automatisch um fünf Jahre, sofern keine Kündigung erfolgt.
Bürgerrecht zugesichert
Unter dem Traktandum 7 befand die Versammlung über das Einbürgerungsgesuch von Nelsy Pérez de Addicks aus Venezuela. Die Stimmberechtigten sicherten der 58-Jährigen das Gemeindebürgerrecht mit 55 Stimmen zu.
Orientierung und Verschiedenes
Unter diesem Traktandum berichteten die Gemeinderäte über aktuelle Projekte und Entwicklungen. Hai Le präsentierte Erkenntnisse aus der Pilotphase des Projekts Jugendförderung Oberfreiamt. «Es zeigte sich, dass die Oberrüter Jugend das Angebot selten bis gar nicht nutzt. Deshalb ist der Gemeinderat dem Projekt gegenüber eher skeptisch.»
Pius Hofstetter informierte über die Neubeschaffung der Feuerwehrhelme und dass die alten in die Ukraine weitergegeben werden konnten. Marcel Jauk gab Einblicke in die Fortsetzung der Aushubdeponie Babilon, über den Brandschutz und über die Neuausschreibung der externen Bauverwaltung. Zur Fortsetzung der Aushubdeponie wird es eine Informationsveranstaltung geben, sobald die Öffentliche Auflage des Vorprüfungsberichts erfolgen kann.
Roland Meier äusserte sich zum Hochwasserschutz im Siedlungsgebiet und zur Ausrichtung der ARA Oberrüti-Dietwil. (Siehe dazu den Bericht auf der Titelseite). Im Bereich des Hochwasserschutzes im Siedlungsgebiet arbeitet das Planungsbüro ein genehmigungsfähiges Vorprojekt aus. «Sobald wir dieses erhalten, wird der Gemeinderat die Bevölkerung informieren.»
Der Gemeindeammann informierte über die «Gesamtrevision Nutzungsplanung, Siedlung und Kulturland». Dazu wird es ebenfalls eine öffentliche Informationsveranstaltung geben.
Abschliessend präsentierte er ein neues Gemeindelogo. «Das Ziel war, unsere Gemeinde zeitgemäss zu repräsentieren. Das Ergebnis ist ein modernes und identitätsstiftendes Logo.» (Siehe dazu den Textteil in den Amtlichen Mitteilungen auf Seite 4).
Nach etwas mehr als einer Stunde und dem Ausblick auf zukünftige wichtige Termine schloss Stenz die Versammlung und lud zum traditionellen Apéro ein.


