Fehlende Antworten zum Kandidateninterview
20.02.2026 BeinwilIm Anzeiger Oberfreiamt von vergangener Woche haben wir ein Interview veröffentlicht, in dem die drei Gemeinderatskandidaten zu Wort kamen. Bei vier Antworten von Josef Villiger stand: «Keine Angabe». Dies, weil der Anzeiger Oberfreiamt zu diesen Fragen innerhalb der Frist ...
Im Anzeiger Oberfreiamt von vergangener Woche haben wir ein Interview veröffentlicht, in dem die drei Gemeinderatskandidaten zu Wort kamen. Bei vier Antworten von Josef Villiger stand: «Keine Angabe». Dies, weil der Anzeiger Oberfreiamt zu diesen Fragen innerhalb der Frist keine Antworten erhalten hatte.
red | Josef Villiger hat diese Antworten nun nachgereicht. Der Vollständigkeit halber publizieren wir nochmals alle Antworten zu diesen Fragen.
Sie haben sich aufgrund des Rücktritts von Guido Wigger und Jürg Barmettler als Kandidat gemeldet. Waren Sie für oder gegen die Windräder?
Lucas Beck
Erneuerbare Energien sind mir wichtig – neben Photovoltaik und Biogas gehört für mich auch die Windkraft dazu. Gleichzeitig sind Natur, Landschaft und das ländliche Flair das grösste Kapital von Beinwil. In der konkret geplanten Dimension wären die Windräder aus meiner Sicht ein zu starker Eingriff in unsere Gegend gewesen; deshalb stand ich dem Projekt kritisch gegenüber.
Eric Erni
Auf erneuerbare Energien zu setzen, ist zweifelsfrei richtig und die zukunftsweisende Strategie. Allerdings erachte ich den Lindenberg kaum als geeigneten Standort, um effizient und nachhaltig von der Windkraft profitieren zu können. Ich hätte die Steuergelder liebend gern zur Subvention von Photovoltaikanlagen verwendet.
Josef Villiger
Diese Frage wurde durch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger unserer Gemeinde an der Urne entschieden. Wie bei jeder Abstimmung ist dieser Entscheid zu akzeptieren, und es sind andere, neue Themen in den Fokus zu rücken. Die Frage der Stromproduktion in der Schweiz ist damit jedoch nicht beantwortet. Wir werden uns dieser Frage stellen müssen.
Welches sind Ihrer Meinung nach die grössten Baustellen, die nun in Beinwil angegangen werden müssen?
Lucas Beck
Die grössten Themen sehe ich bei Wachstum und Entwicklung: Beinwil soll behutsam wachsen, den Dorfcharakter und die Natur erhalten und gleichzeitig die Integration von Neuzuzügern gut gestalten. Zudem sehe ich Potenzial beim öffentlichen Verkehr, damit die Mobilität nachhaltiger wird, ohne dass automatisch mehr Verkehr entsteht.
Eric Erni
Aktuell stehen zwei grössere Projekte (Sanierung der Ortsdurchfahrt K350 und Ersatzneubau Einfachturnhalle) an, die die Finanzen der Gemeinde zukünftig nachhaltig belasten werden. Ein umsichtiges Handeln ist hier sicherlich gefragt.
Josef Villiger
Mit den kommenden Investitionen in die Sanierung der K 350 und dem Ersatzneubau der Turnhalle wächst auch die Herausforderung für einen gesunden Finanzhaushalt der Gemeinde. Unabhängig davon würde ich das Zusammenleben und die Kultur in der Gemeinde nicht ausser Acht lassen. Dieses Thema soll uns stetig begleiten.
Beinwil ist wie jede andere Gemeinde in den vergangenen Jahren gewachsen. Wie stehen Sie zu dieser Entwicklung?
Lucas Beck
Wachstum ist grundsätzlich eine Chance, wenn man es gut steuert. Mir ist wichtig, dass Beinwil dabei sein Profil bewahrt: ländlich, naturnah, mit lebendigen Dorfteilen. Integration gelingt aus meiner Sicht am besten, wenn Neuzuzüger willkommen sind und gleichzeitig bereit sind, sich auf das bestehende Dorfleben einzulassen.
Eric Erni
Unter dem Strich sehe ich diese Entwicklung positiv, solange der Charakter unseres schönen Dorfs bewahrt bleibt und das Wachstum in angemessenen, verdaubaren Schritten erfolgen kann.
Josef Villiger
Unsere Gemeinde hat in den letzten Jahren ein beachtliches Wachstum erlebt und zählt heute 1’333 Einwohner. Die Ressourcen an Bauland sind begrenzt. Ein moderates Wachstum in geringerem Umfang wird noch möglich sein. Somit werden wir grundsätzlich unsere Größe behalten. Insgesamt empfinde ich dies als direkter Nachbar der Überbauung Chriesimatt als angenehm vertretbar. Die Gemeinde Beinwil wird mit ihren Merkmalen von ländlichem Charakter und familiärer Kultur weiterhin bestehen bleiben.
Aktuell besteht der fünfköpfige Gemeinderat aus zwei erfahrenen Gemeinderatspersonen. Ist dies ein Vor- oder ein Nachteil für den Gesamtgemeinderat?
Lucas Beck
Das ist eher ein Vorteil. Erfahrung sorgt für Kontinuität, Wissen über Abläufe und ein gutes Gespür dafür, was in der Gemeinde realistisch umsetzbar ist. Gleichzeitig ist es wichtig, dass neue Kräfte frische Perspektiven einbringen – ideal ist eine gute Mischung.
Eric Erni
Weder noch. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass das Gremium sich gut und als Team versteht, jeder sich vollumfänglich einbringt und mithilft, die anstehenden Projekte und Anliegen vorwärts zu bringen. Zudem haben wir in Beuel sicherlich auch das Glück, auf einen kompetenten Ammann zählen zu dürfen.
Josef Villiger
Ich würde das nicht in ein Schema von Vor- oder Nachteilen einordnen. Es ist jedoch ein Pluspunkt, wenn die beiden langjährigen Gemeinderäte ihr Wissen teilen und die beiden neuen Räte in ihre Arbeit einführen. Für die Einführung der neuen Räte im ersten Jahr sind die Schaffung einer ausgewogenen Arbeitskultur, die Einrichtung einer geeigneten Organisationsstruktur (u. a. Ressortklärung) und die Festlegung abgesprochener Ziele von entscheidender Bedeutung. Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung nicht zu vergessen. Ich sehe einen wesentlichen Teil des Erfolgs in diesen Punkten.



