Seit April 2023 steht die Baubewilligung für die Sanierung Amtshaus Meienberg und Neubau Villiger-Haus. Der damals angedachte Zeitplan hat sich lange hinausgezögert. Endlich ist nun die erste Etappe abgeschlossen.
IRIS CAGLIONI
Man könnte sagen ...
Seit April 2023 steht die Baubewilligung für die Sanierung Amtshaus Meienberg und Neubau Villiger-Haus. Der damals angedachte Zeitplan hat sich lange hinausgezögert. Endlich ist nun die erste Etappe abgeschlossen.
IRIS CAGLIONI
Man könnte sagen «Gut Ding will Weile haben», doch hier zieht sich die Weile nun schon seit 15 Jahren in die Länge. Das Projekt «Sanierung Amtshaus Meienberg / Neubau Villiger-Haus» startete 2011, die langwierigen Hintergrundarbeiten galten mit der Baubewilligung vom 6. April 2023 als abgeschlossen. Darüber wurde im Anzeiger vom 6. April 2023 berichtet. Das definierte Ziel mit dem Baustart und den vier Etappierungen des Projekts wurde vorgestellt. Der Präsident der Stiftung Städchen Meienberg, Josef Huwiler, war zuversichtlich, dass der Baustart Anfang 2024 stattfinden würde. Aus verschiedenen Gründen wurde der Baustart jedoch immer wieder verschoben. «Als dann auch noch die potenziellen Käufer der Wohnungen des Neubaus Villiger-Haus einen Rückzieher machten, stagnierte das Projekt erneut. Jetzt konnten wir endlich die erste Bauetappe realisieren, was bedeutet: Das Gebäude ist von äusseren Wettereinflüssen wie eindringendem Wasser geschützt», informierte Huwiler mit Erleichterung und ergänzte, «für mich war der Gebäudeschutz immer erste Priorität.»
Was bisher realisiert wurde
Die Vorgaben des Heimatschutzes sind rigide. «Alle hier sichtbaren alten Balken müssen wir belassen. Sie dürfen auch nicht bei einer späteren Innenraumsanierung verdeckt werden.» Die neuen und alten Holzbauteile sind deutlich sichtbar.
In der ersten Bauetappe wurde das Dach instandgesetzt und isoliert. Diverse Streben und Stützen wurden zu den alten Balken hinzugefügt, damit das Dach stabil bleibt. An mehreren Stellen war das Mauerwerk defekt oder wies Lücken auf. Es wurde entsprechend und im alten Baustile aufgemauert. «Da war ein Maurer mit speziellen Kenntnissen am Werk. Eine solche Arbeit, das kann nicht jeder», meinte Huwiler lobend.
Türen mitten in den Wänden
Die in der Aussenwand hängende neue Türe, welche weit über dem Erdboden schwebend wie ein Scheunentor aussieht, bekommt noch eine provisorische Rampe mit Aussentreppe. «Wenn wir das Amtshaus wieder für Weihnachtsmarktstände öffnen, können so die Besucher wie gewohnt einen Rundgang machen und diese Türe als Ausgang nutzen. Das wurde feuerpolizeilich gefordert. Später wird sie in das Treppenhaus führen, welches das Amtshaus und den Neubau verbindet.
Auch im Inneren findet sich eine Türe inmitten einer Wand, hoch oben, unzugänglich. «Das ist die Türe zum Zimmer der Magd. Wir hätten dieses Zimmer zu gerne umgesiedelt, geöffnet und gezeigt, doch der Heimatschutz untersagte das.»
Neubau könnte 2027 starten
Was vom alten Villiger-Haus bleibt, ist das denkmalgeschützte Gemäuer vom Keller mit Kerker. «Der Neubau wird auf diesen altern Mauern zu stehen kommen», so Huwiler. Die Grafiken, die 2023 gezeigt wurden, sind noch immer aktuell. Die Stiftung ist mit neuen Interessenten im Gespräch. Da die Baubewilligung steht, könnte der Baustart dafür im Prinzip 2027 erfolgen. «Sobald der Neubau mit dem Treppenhaus realisiert wird, kann auch die Aussenfassade des Amtshauses neu gestrichen werden.»
Für den Markt bereit
Der Meienberger Weihnachtsmarkt kann in diesem Jahr wieder etwas grösser ausfallen, denn das Amtshaus steht wieder zur Verfügung. Innen im Haus muss noch durchgefegt werden und die Beleuchtung bedarf eines Fachmanns. Draussen fehlt noch die Rampe mit Treppe für den Rundgang. Huwiler hielt fest, dass die weiterführenden Instandstellungen und Gestaltungen erst vorgenommen werden, wenn die Finanzen es zulassen.