Endlich war sie da: die Schweizer Meisterschaft. Seit Monaten hatte sich die Geräteriege auf den wichtigsten Wettkampf des Jahres vorbereitet, an jedem Detail gefeilt und unzählige Trainingsstunden investiert, um sich in Wattwil von der besten Seite zeigen zu können. Am Samstag ...
Endlich war sie da: die Schweizer Meisterschaft. Seit Monaten hatte sich die Geräteriege auf den wichtigsten Wettkampf des Jahres vorbereitet, an jedem Detail gefeilt und unzählige Trainingsstunden investiert, um sich in Wattwil von der besten Seite zeigen zu können. Am Samstag galt es für die älteren Turnerinnen in der Gerätekombination ernst.
Nach vier äusserst knapp verpassten Titeln war das Ziel klar: Der Sieg soll zurück ins Freiamt. Trotz spürbarer Anspannung und Nervosität gelang ein beeindruckender Durchgang – der Letzte dieses Programms und zugleich der Letzte in dieser Konstellation.
Spannung pur
Dann begann das bange Warten, bis sämtliche Vereine ihre Vorführungen präsentiert hatten und die Wertungen feststanden. Als schliesslich klar wurde, dass keine Vorführung besser bewertet wurde, brach grenzenloser Jubel aus. Nach so vielen Jahren wieder zuoberst zu stehen – ein Moment, der sich kaum in Worte fassen liess. Die Rangverkündigung mutierte zur fröhlichen Party, und die Freude trug die Turnerinnen durch den gesamten Abend. Doch bereits am nächsten Tag wartete der zweite Wettkampftag. Allzu ausgelassen konnte daher nicht gefeiert werden, stattdessen galt es, die Kräfte neu zu sammeln. Die Nacht in der kalten Zivilschutzunterkunft forderte zwar ihren Tribut – doch ein Schweizer-Meister-Titel wärmt zum Glück von innen.
Die jüngeren Turnerinnen – die minis – machten sich erst am Sonntagmorgen mit dem Car auf den Weg nach Wattwil. Noch vor dem 9-Uhr-Kafi standen die jungen Girls am Schulstufenbarren bereit, um ihr Können zu zeigen. Es war auch für sie der letzte Auftritt mit diesem Programm – eine letzte Ehre, die sie mit einem gelungenen Durchgang würdigten. Doch die Konkurrenz überzeugte ebenfalls, weshalb es für die jüngste Geräteturngruppe schliesslich zum 4. Rang reichte.
Strahlende Gesichter
Am selben Tag hiess es auch für die frisch gekürten Schweizer Meisterinnen erneut: Frisur machen, Dress anziehen, körperlich und mental aufwärmen – und zurück an die Geräte. Vor lautstarkem Anhang präsentierten sie ihr anspruchsvolles Programm. Es gelang eine gute, aber nicht fehlerfreie Vorführung und so begann das Zittern um den Finaleinzug. Ganz knapp sicherten sich die 29 Turnerinnen einen Platz unter den besten vier Riegen. Nach dem Finaleinmarsch wurde es endgültig ernst. Die jungen Frauen legten im Vergleich zur Vorrunde noch einmal zu und zeigten voller Stolz, Eleganz und mit strahlenden Gesichtern, wie gerne sie ihr Hobby ausüben. Das Ergebnis blieb bis zur mit Spannung erwarteten Rangverkündigung geheim – eine nervenaufreibende Geduldsprobe für alle Beteiligten.
Als über die Lautsprecher die Jugend Sins-Oberrüti als Schweizer Vizemeisterinnen ausgerufen wurde, kannte die Freude keine Grenzen. Das Podest wurde gestürmt, und die eine oder andere Freudenträne liess sich nicht zurückhalten. Überglücklich über die Verbesserung um zwei Plätze wurde noch an der Rangverkündigung – und später im Car auf der Heimfahrt – getanzt, gesungen und gefeiert.
So endete ein rundum erfolgreiches und von Emotionen geprägtes Wochenende voller Einsatz, Ehrgeiz und Teamgeist. Ein besonderer Dank gilt dem wohl lautesten Fanclub der Schweiz: Auch ihr wart schlicht schweizermeisterlich!
Für den Verein: Seraina Wyder