pd | Am 12. Mai fand die 117. Generalversammlung der Elektra Sins statt. Die Genossenschaft versorgt unter anderem Privathaushalte, Industrie und öffentliche Gebäude mit Energie. Präsident Albert Amstutz empfing über hundert Genossenschafterinnen und Genossenschafter ...
pd | Am 12. Mai fand die 117. Generalversammlung der Elektra Sins statt. Die Genossenschaft versorgt unter anderem Privathaushalte, Industrie und öffentliche Gebäude mit Energie. Präsident Albert Amstutz empfing über hundert Genossenschafterinnen und Genossenschafter und verschaffte einen Überblick über aktuelle Aufgaben, Pflichten, Finanzen und Projekte.
Optimieren statt neu bauen
Erfreulich ist, dass die Menge an eingekaufter Energie rückläufig ist. Der Grund dafür ist, dass fortlaufend neue Photovoltaik-Anlagen in Sins entstehen. Die eigen produzierte Energie macht bereits 10,5 Prozent des gesamten Einkaufes aus. Aufgrund dieser zusätzlichen Leistungen sollte das Netz ursprünglich verstärkt oder ausgebaut werden, was teuer und aufwendig ist. Ein Kredit für diesen Ausbau wurde 2024 bereits genehmigt. Doch nach aktuellen Erkenntnissen und neuesten gesetzlichen Grundlagen soll statt neu gebaut, nach dem NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Netz-Verstärkung vor Netz-Ausbau) optimiert werden. So ist ein Ausbau Freudenberg und Umgebung im Moment nicht nötig.
Erfolgreiche Projektabschlüsse
Ein Projekt, das mittlerweile abgeschlossen werden konnte, ist Smart Meter. 1859 Zähler wurden gewechselt, damit ist die Vorgabe des Bundes mehr als erreicht. Die aktuellen und detaillierten Messwerte können im Kundenportal abgerufen werden. Das Portal bietet verschiedenste Möglichkeiten an, nebst der Rechnung findet man auch detaillierte Auskünfte zum Stromverbrauch.
Mit dem Glasfaserausbau ist ein weiteres grosses Projekt fast fertig abgeschlossen. In Sins sind bereits mehr als 1’700 und in Abtwil sind neu 417 Nutzungseinheiten am Netz. In Aettenschwil dauern die Arbeiten noch an. Durch den Ausbau des Glasfasernetzes wurde Elektra Sins zu einem wichtigen Infrastrukturpunkt der Region.
Ökostrom auf Vormarsch
Der Verkauf von «Sinser Ökostrom» hat 2024 merklich zugenommen. Dank attraktiven Vergütungen und Zuschläge konnten Produzenten und Kunden für die Nachhaltigkeit gewonnen werden. Bereits sind 143 Anlagen ans Netz angeschlossen, weitere sind in Planung.
Zu Spitzenzeiten liefern sie so viel Energie, um rund 4700 Haarföhne gleichzeitig laufen zu lassen.
Strommarkt: Synergien nutzen
Der Strommarkt hat sich per Ende 2024 wieder etwas beruhigt und die Preise sind leicht gesunken. Die vorgängigen Erhöhungen am Markt hatten auch eine signifikante Auswirkung auf die Produktpreise der Elektra Sins. Für 2025 wurde bereits eine Senkung vorgenommen, jedoch noch keine Angleichung. Wie alle Anbieter ist Elektra Sins der stetig schwankenden Strommarkt-Lage ausgesetzt. Mit einem Beschaffungsvertrag mit elf weiteren Werken sowie dem Zusammenschluss mit «Energiepool Freiamt» sollen Synergien genutzt und Stabilität gewährleistet werden. Ziel dabei ist der gemeinsame und strukturierte Einkauf von Energie, Energie-Austausch und Verkauf überschüssiger Energie.
Jahresabschluss
Durch die Preislage im vergangenen Jahr ergibt sich die grösste Abweichung in der Erfolgsrechnung im Bereich Elektrizität, wo ein deutlicher Verlust zu verbuchen ist. Die übrigen Aufwände blieben stabil. Grund dafür war der Entscheid an der Generalversammlung 2024, den Strompreis im laufenden Jahr mit 540’000 Franken zu subventionieren. Davon profitierten alle Stromkunden der Genossenschaft.
Die Strompreise 2025 fallen und Elektra Sins erweist sich im kantonalen Vergleich als günstigster Stromversorger. Ebenso erfreulich ist die Entwicklung des Datenleitungsnetzes, dessen Umsatz erneut gesteigert werden konnte.
Neues und Bewährtes
Nach einer Analyse der Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb des Vorstandes wurde entschieden, eine neue Stelle «Geschäftsleitung» zu schaffen. Im Vordergrund steht dabei die Trennung von operativen und strategischen Zuständigkeiten. Die Anstellung ist per 1. Januar 2026 oder nach Vereinbarung zu vergeben und wird demnächst ausgeschrieben.
Die Generalversammlung diente auch als Anlass, zwei Jubiläen zu feiern. Koni Gut ist seit 20 Jahren Vorstandsmitglied und ebenso lange ist Albert Amstutz Präsident der Genossenschaft.