Einsprachen gegen geplante Elektro-Dirtbike-Piste
07.08.2026 MühlauAuf einer Wiese soll übergangsmässig eine Elektro-Dirtbike-Strecke entstehen. Nach der öffentlichen Auflage sind dazu drei Einwendungen eingegangen. Somit ist das Vorhaben aktuell blockiert.
RAHEL HEGGLIN
Hinter dem Projekt, welches bis am 16. Juni ...
Auf einer Wiese soll übergangsmässig eine Elektro-Dirtbike-Strecke entstehen. Nach der öffentlichen Auflage sind dazu drei Einwendungen eingegangen. Somit ist das Vorhaben aktuell blockiert.
RAHEL HEGGLIN
Hinter dem Projekt, welches bis am 16. Juni öffentlich auflag, steht die vierköpfige Familie Schärer. Sie ist seit Jahren dem Elektro-Dirtbike-Sport verbunden und plant nun, eine unbebaute Wiese als private Fahrfläche zu nutzen. «Aber nur bis zum vorgesehenen Baustart des Neubauprojekts im Frühjahr 2027», erklärt der Familienvater Urs Schärer. Gemäss dem Betriebskonzepts würden keine baulichen Veränderungen am Gelände vorgenommen. Dennoch sind nach Ablauf der öffentlichen Auflage des Baugesuchs drei Einwendungen eingegangen: «Diese wurden zur weiteren Behandlung an die Regionale Bauverwaltung weitergeleitet», heisst es von Seiten der Gemeinde.
Um genau solche Einwendungen zu verhindern, hatten die Initianten im Mai ihr Vorhaben mittels Präsentation den Anwohnern vorgestellt und ein Elektro-Dirtbike auf dem Gelände vorgeführt. «Ich hatte danach ein gutes Gefühl. Meiner Meinung nach stiess die Informationsveranstaltung auf Interesse bei den Anwohnern und Vertretern der Grundeigentümerin.»
Einwendungen werden bearbeitet
Elektro-Dirtbikes gelten als vergleichsweise junge Entwicklung im Offroad-Sport. Im Gegensatz zu klassischen Motocross-Maschinen mit Verbrennungsmotor werden sie elektrisch angetrieben. Laut Schärer sind vor allem das Surren des Motors sowie Geräusche von Kette und Reifen wahrnehmbar. Die Einwendungen beziehen sich daher weniger auf den Lärm, als mehr auf die Zonenkonformität sowie Sicherheits- und Umweltfragen. Die Familie hat nun eine Stellungnahme zu den Einwendungen verfasst und der Gemeinde zugestellt. Darin fordert sie die Verwaltung auf, auf die Einwendungen nicht einzugehen. Laut Verwaltung kann bei Bedarf auch eine Einwendungsverhandlung durchgeführt werden.
Vision eines Elektro-Dirtbike-Parks im Aargau
Für die Initianten geht die Idee weit über die geplante, befristete Zwischennutzung in Mühlau hinaus. Seit Jahren suchen sie nach geeigneten Flächen und Hallen, um Elektro-Dirtbike-Fahren wetterunabhängig anzubieten. Als Vorbilder nennen sie Anlagen in Belgien, Deutschland oder Spanien. «Langfristig möchten wir diesen Sport für alle leicht zugänglich machen, im Stil einer Go-Kart-Anlage, bei dem Interessierte Elektro-Dirtbikes mieten und auf speziell dafür vorgesehenen Strecken fahren können», erklärt der Familienvater. Jedoch seien geeignete Hallen oder Gewerbeflächen schwer zu finden und auch die Finanzierung stelle eine Herausforderung dar. «Wir haben bereits verschiedene Unternehmen in regionalen Industriegebieten angefragt, ob ungenutzte Gewerbeflächen zur Verfügung gestellt werden könnten. Leider haben wir bisher nur Absagen erhalten», erklärt Schärer.
Ausgleich und Erfolgserlebnisse
Ein zentrales Anliegen der Mutter, Cornelia Schärer, ist auch die Kinderund Jugendförderung, die durch Dirtbikes entsteht. Aus ihrer Sicht stehen junge Menschen heute unter ständigem Leistungsdruck und werden stark von sozialen Medien, Computerspielen und Konsum beeinflusst. «Elektro-Dirtbike-Fahren schafft einen Ausgleich und ermöglicht schnell und effektiv wertvolle Erfolgserlebnisse, die im täglichen Leben oft zu kurz kommen», ist sie überzeugt. Sie verweist darauf, dass Kinder beim Fahren Konzentration, Gleichgewicht, Koordination und Selbstvertrauen entwickeln. «Da sich die Geschwindigkeit der Elektro-Dirtbikes individuell einstellen lässt, könnten bereits Anfänger rasch erste Erfolgserlebnisse erzielen. Gleichzeitig fördert der Sport Bewegung an der frischen Luft, Verantwortungsbewusstsein und den respektvollen Umgang mit dem Fahrzeug», so die Mutter.
Zwischennutzung fraglich
Ob die geplante Zwischennutzung trotz der eingegangenen Einsprachen doch noch Zuspruch erhält, wird sich frühestens in den kommenden Monaten zeigen. Denn auch wenn das Vorhaben bewilligt wird, stehen den Einsprechern weitere Rechtsmittel offen. Aus diesem Grund kann die Gemeinde derzeit keine verbindlichen Angaben machen, wie der zeitliche Ablauf aussieht.



